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Covestro-Zentrale in Leverkusen

Im vergangenen Jahr hinterließ hoher Wettbewerbsdruck tiefe Spuren in der Bilanz des Unternehmens.

(Foto: dpa)

Blitzanalyse Kunststoffhersteller Covestro erwartet ein schweres Jahr 2020

19.02.2020 Update: 19.02.2020 - 08:47 Uhr 1 Kommentar

Leverkusen Der Kunststoffhersteller Covestro hat am Mittwoch erwartet schwache Zahlen vorgelegt. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Der Umsatz sinkt im vierten Quartal um 12,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn (Ebitda) geht um fünf Prozent auf 278 Millionen Euro zurück.
  • Im gesamten Jahr 2019 halbierte sich der Gewinn von Covestro wegen des Preisverfalls, lag aber im Rahmen der Analystenprognosen.
  • Die Dividende soll stabil bei 2,40 Euro bleiben.

Im Gesamtjahr 2019 ging der Umsatz ging um 15 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro zurück. Der bereinigte Gewinn (Ebitda) halbierte sich auf rund 1,6 Milliarden Euro und lag damit am unteren Ende des Zielkorridors, den der Dax-Konzern Anfang 2019 vorgegeben hatte. Beide Werte treffen ziemlich genau die Konsensprognose der Analysten.

Neben der schwachen Konjunktur ist für die Entwicklung vor allem der Preisverfall verantwortlich. Covestro reagiert nun mit weiteren Kostensenkungen.

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    Was positiv auffällt

    Grundsätzlich ist das Geschäft mit Kunststoffen intakt. Die abgesetzten Mengen stiegen bei Covestro im vergangenen Jahr um zwei Prozent und im vierten Quartal sogar um 3,8 Prozent.

    „Das Jahr 2019 war geprägt durch eine Reihe geopolitischer und gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Steilemann. „Auch 2020 wird für uns herausfordernd bleiben. Aber wir sehen nach wie vor den langfristigen Bedarf an Hightech-Kunststoffen für eine nachhaltigere Entwicklung über verschiedenste Schlüsseltechnologien hinweg.“

    Für die Aktionäre ist wichtig, dass der Konzern trotz der negativen Entwicklung an seiner Dividendenpolitik festhält. Die Dividende soll wie im Jahr zuvor bei 2,40 Euro pro Aktie liegen, obwohl der Konzern eigentlich nicht viel Geld für die Ausschüttung zur Verfügung hat. Der frei verfügbare Cashflow, der für die Dividende gebraucht wird, sank 2019 um 72 Prozent auf 473 Millionen Euro.

    Was negativ auffällt

    Schon jetzt zeichnet sich ab, dass in diesem Jahr wird die wirtschaftliche Situation für Covestro noch schwieriger wird. Der Konzern prognostiziert einen weiteren Rückgang des bereinigten Gewinns auf einen Wert zwischen 1 und 1,5 Milliarden Euro. Der freie Cashflow könnte im schlimmsten Fall bei null liegen, bestenfalls aber bei nur 400 Millionen Euro. Das ist weit weniger als sich das Management vor einem Jahr von der mittelfristigen Entwicklung erhofft hatte.

    Mögliche Einbußen durch die Coronavirus-Krise in China sind darin noch gar nicht eingerechnet. Covestro hat die Produktion in China etwas drosseln müssen, weil es Probleme in der Lieferkette gab. Die Auswirkungen waren aber laut bisherigen Angaben nicht gravierend.

    Was jetzt passiert

    Nicht nur die Lage in China wird das Geschäft von Covestro weiter beeinflussen. Neben der Konjunkturentwicklung im Westen hängt das Ergebnis des Konzerns vor allem von der Preisentwicklung seiner beiden großen Produktionslinien Polyurethane (Schaumstoffe) und Polycarbonat (transparenter Kunststoff) ab.

    In beiden Segmenten steckt Covestro in einem harten Wettbewerb mit asiatischen Chemiekonzernen, die ihre neuen Kapazitäten besser auslasten wollen und dabei auch auf Kampfpreise setzen. Der Rückgang war auch im vierten Quartal kräftig.

    „Im aktuellen Marktumfeld werden wir nur dann erfolgreich sein, wenn wir uns noch effizienter aufstellen, Projekte priorisieren und Investitionen hinterfragen, um uns die notwendige finanzielle Flexibilität zu bewahren“, sagte Finanzvorstand Thomas Töpfer. Er kündigte an, das Programm zur Kostensenkung auszubauen.

    In diesem Jahr sollen die ergebniswirksamen Einsparungen bei 250 Millionen Euro liegen, bis Ende 2021 soll diese Summe auf 350 Millionen Euro wachsen. Auch die Investitionen würde weiter überprüft, was zu einer weiteren Einsparung von 200 Millionen Euro beitragen soll. Im Januar hatte Covestro angekündigt sein Mega-Investitionsprojekt zur Herstellung des Hartschaums MDI im amerikanischen Baytown für einen Zeitraum von 18 bis 24 Monaten zu pausieren.

    Mehr: Gefahr aus Fernost: Das Coronavirus bedroht die globalen Lieferketten.

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    1 Kommentar zu "Blitzanalyse: Kunststoffhersteller Covestro erwartet ein schweres Jahr 2020"

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    • MaW: Covestro lebt von der Substanz, verzichtet auf Erweiterungsinvestitionen. Die Dividende täuscht über die fundamental schlechten Werte und Entwicklungshorizont hinweg. Gute Reise, Covestro-Aktie.

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