Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
RWE

Die jüngsten Zahlen erfreuen Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender von RWE.

(Foto: dpa)

Blitzanalyse RWE hebt Jahresprognose an – schon zum zweiten Mal

Kommentieren

Vor wenigen Wochen erst hatte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz seinen großen Deal perfekt gemacht: Das Tauschgeschäft mit Eon, mit dem der Stromproduzent wieder in das Geschäft mit erneuerbaren Energien einsteigt. Jetzt hat Schmitz erneut Grund zur Freude: Zum Zwischenbericht für die ersten neun Monate 2019 hob er die Jahresprognose an – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Das Ebitda wird jetzt in einer Spannbreite von 1,8 bis 2,1 Milliarden Euro erwartet – statt 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro
  • In den ersten neun Monaten stieg das Ebitda um 200 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro.
  • Hoher Sondereffekt beim Nettogewinn durch einen Bucheffekt bei der Eon-Transaktion
  • RWE will für 2019 weiter 80 Cent je Aktie ausschütten.

Das fällt positiv auf

Jahrelang musste RWE über sinkende Gewinne berichten. Jetzt konnte der Konzern schon zum zweiten Mal die Jahresprognose für 2019 erhöhen. Der Stromproduzent rechnet mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,8 bis 2,1 Milliarden Euro. Im Sommer erst hatte er die Prognose auf 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro angehoben.

Damals hatte der Konzern auf ein überraschend starkes Handelsgeschäft verwiesen. Das läuft weiter gut. Jetzt kommt aber ein weiterer Effekt hinzu: Großbritannien hatte den Kapazitätsmarkt, der Stromproduzenten alleine für das Bereithalten von Kraftwerken entlohnt, wieder eingesetzt.

Im vergangenen Jahr hatten die Briten den Markt überraschend ausgesetzt und die dort tätigen Stromproduzenten wie RWE in Probleme gebracht. Auch Konkurrent Uniper hatte am Vortag seine Prognose schon mit Verweis auf Großbritannien angehoben.

Bis zum Sommer hatte RWE das Ebitda noch in einer Spanne von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro erwartet.

RWE hob jetzt auch das Ergebnis für das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis an: Es soll 2019 zwischen 0,9 und 1,2 Milliarden Euro liegen. Bisher waren es 0,5 bis 0,8 Milliarden Euro. „Sowohl der bisherige Geschäftsverlauf als auch die aus unserer neuen Strategie resultierenden Perspektiven geben uns großen Anlass zur Zuversicht“, sagte Finanzvorstand Markus Krebber.

Das fällt zudem auf

In den ersten neun Monaten des Jahres stieg das Ebitda von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro. Dabei legte vor allem der Energiehandel deutlich zu. Im Segment Braunkohle & Kernenergie stagnierten dagegen die Geschäfte und in der Europäischen Stromerzeugung, die die Steinkohle- und Gaskraftwerke umfasst, verringerte es sich.

Das neue Geschäft mit den erneuerbaren Energien ist zwar noch nicht in den Zahlen enthalten. Es entwickelt sich aber schon weiter, wie RWE betont. Die neue Sparte hat zuletzt in den USA, Großbritannien und Polen weitere Windkraft und Solarprojekte in Angriff genommen und Verträge geschlossen.

Für den Zeitraum September bis Dezember rechnet RWE hier mit einem Beitrag zum Ebitda von 200 bis 300 Millionen Euro.

Es gibt noch einen Sondereffekt

Unter dem Strich steht zwar ein hoher Konzernnettogewinn von neun Milliarden Euro. Das liegt aber nur an einem buchhalterischen Sondereffekt. Im Zuge des Tauschgeschäfts wurden die Sparten Netz und Vertrieb von Innogy, die Eon übernahm, wesentlich höher bewertet als die historischen Anschaffungskosten, mit denen sie noch in den Büchern standen. RWE erzielte dadurch einen Buchgewinn von 8,3 Milliarden Euro.

So geht es weiter

RWE hat damit begonnen die erneuerbaren Energien von Eon zu integrieren in die neue Gesellschaft RWE Renewables zu integrieren. In Kürze kommen noch die Aktivitäten dazu, die bislang die Tochter Innogy betrieben hat. Den Rest von Innogy hat im Zuge des Tauschgeschäfts Eon bekommen. Konzernchef Schmitz muss aber auch im alten Stammgeschäft, der Kohleförderung und -verstromung, die nötigen Weichen stellen.

Aktuell laufen in Berlin die Verhandlungen mit der Bundesregierung über die Modalitäten des Kohleausstiegs. RWE ist zum Ausstieg bereit, verlangt aber einen angemessenen Fahrplan für die Schließung der Tagebaubetriebe – und vor allem eine ausreichende Entschädigung.

Mehr: Die Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4 ist kaum zu vermitteln. Der Ärger der Klimaschützer über das Kohlenkraftwerk von Uniper ist programmiert. Trotzdem ist sein Betrieb unter einer Bedingung vertretbar. Ein Kommentar.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Blitzanalyse - RWE hebt Jahresprognose an – schon zum zweiten Mal

0 Kommentare zu "Blitzanalyse: RWE hebt Jahresprognose an – schon zum zweiten Mal"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.