Blitzanalyse Stahlsparte rettet den Gewinn von Thyssen-Krupp

Update: 15.05.2018 - 09:17 Uhr Kommentieren
Vor der Abspaltung: Stahlsparte rettet Gewinn von Thyssenkrupp Quelle: dpa
ThyssenKrupp

Die Stahlsparte konnte ihr Ergebnis auf 198 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVor der Fusion der europäischen Stahlsparten von Thyssen-Krupp und Tata Steel zeigt sich der Essener Industriekonzern von seiner besten Seite. Die wichtigsten Fakten.

  • Der Auftragseingang lag im ersten Halbjahr fünf Prozent unter dem Vorjahreswert.
  • Das Nettoergebnis lag bei 344 Millionen Euro – fast sechsmal so hoch wie im Vorjahr (58 Millionen Euro).
  • Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wird bestätigt: Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll auf 1,8 bis 2 Milliarden Euro steigen.
  • Die Entscheidung über ein Joint Venture mit dem indischen Industriekonzern Tata im Stahlbereich soll von den zuständigen Gremien bis Juni genehmigt werden.

Das fällt positiv auf

Mit dem Aufzug nach oben: Mit 424 Millionen Euro trägt die Aufzugsparte des Konzerns, Thyssen-Krupp Elevator Technology, im ersten Halbjahr erneut den größten Anteil zum bereinigten Ebit von insgesamt 944 Millionen Euro bei – auch wenn das Wachstum von zwei Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr eher moderat ausfiel.

Stark zeigte sich vor allem die Stahlsparte, die in ein Joint Venture mit der europäischen Stahlsparte des indischen Konkurrenten Tata eingebracht werden soll: Hier stieg das bereinigte Ebit von 119 Millionen Euro auf 358 Millionen Euro. Die Ergebnissteigerung macht sich auch im Ergebnis je Aktie bemerkbar: Lag der Wert im ersten Halbjahr 2016/2017 noch bei mageren 7 Cent je Aktie, sind es nun 52 Cent.

Vorstandschef Heinrich Hiesinger erklärte: „Mit dem ersten Halbjahr sind wir insgesamt zufrieden und damit auf einem sehr guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen.“

Das fällt negativ auf

Probleme bei Anlagen und Werkstoffen: Die sinkenden Auftragseingänge drücken vor allem das Ergebnis der Anlagensparte (Industrial Solutions). Bereinigt erzielte der Bereich im ersten Halbjahr einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 11 Millionen Euro – ein Minus von 75 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Der Konzern erklärt den Rückgang damit, dass die Sparte 2016/2017 viele Großaufträge erhalten hatte, während zuletzt vor allem kleine und mittlere Aufträge gewonnen werden konnten. In der zweiten Jahreshälfte sollen jedoch Restrukturierungen greifen, die im letzten Jahr eingeleitet wurden und künftig das Ergebnis spürbar verbessern sollen.

Leicht rückläufig war auch der Werkstoffhandel (Materials Services), der in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ein bereinigtes Ebit von 151 Millionen Euro erzielte – und damit rund 22 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Sollte die Sparte gemeinsam mit der Stahlproduktion abgespalten werden, wovon manche Beobachter ausgehen, muss Vorstandschef Hiesinger hier wohl nachbessern.

Was jetzt passiert

Fusion mit Tata auf dem Weg: Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte das Unternehmen seine Ebit-Prognose von 1,8 bis 2 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Mit Spannung dürften Investoren in den kommenden Wochen daher vor allem die geplante Stahlfusion beobachten.

Spätestens im Juni sollen alle notwendigen Gremien bei Thyssen-Krupp dem Stahl-Joint-Venture mit Tata zugestimmt haben – so will es die Losung, die der Essener Konzern im April an die Öffentlichkeit ausgegeben hat. Ob es dazu kommt, hängt von der Zustimmung des Aufsichtsrates ab, der zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern besetzt ist.

Zuletzt kam es aufseiten der IG Metall, die ebenfalls in dem Gremium vertreten ist, zu erneuten Diskussionen, nachdem die Arbeitnehmer in den niederländischen Standorten von Tata weitgehende Sonderrechte in dem angestrebten Konzernverbund für sich forderten. Dennoch bestätigte Thyssen-Krupp nun erneut das Ziel, noch im kommenden Monat eine Einigung zu erreichen.

Nach der Vertragsunterzeichnung mit Tata will Vorstandschef Heinrich Hiesinger seine neue Strategie vorstellen. Die Ausgliederung des Stahlbereichs schaffe eine zentrale Voraussetzung dafür, das strategische Zielbild des Konzerns zu schärfen und damit auch die finanziellen Zielsetzungen anzupassen, heißt es aus dem Unternehmen.

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