Blitzanalyse Volle Kassen bei Covestro – Dividende steigt um 60 Prozent

Der Chemiekonzern Covestro glänzt mit seiner Jahresbilanz. Betriebsergebnis und Umsatz steigen deutlich. Die Blitzanalyse.
Update: 20.02.2018 - 08:34 Uhr Kommentieren

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Covestro Jahresbilanz: Nettogewinn mehr als verdoppelt

Der Kunststoffhersteller Covestro hat im Schlussquartal 2017 seinen Rekordkurs fortgesetzt. Die wichtigsten Fakten für das Gesamtjahr 2017:

  • Betriebsgewinn schnellt um 71 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro hoch
  • Umsatz steigt um 19 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro
  • Dividende wird von 1,35 auf 2,20 Euro erhöht
  • Für das Jahr 2018 rechnet Covestro mit einem Betriebsgewinn auf dem Niveau von 2017 

Die hohe Nachfrage nach Kunststoffen von Kunden aus der Automobil- und Elektronikwirtschaft sowie aus dem Bau treiben das Geschäft weiter. Die Anlagen der ehemaligen Bayer-Tochter sind voll ausgelastet, wodurch Covestro die Preise kräftig erhöhen konnte – allein im vierten Quartal lagen sie um 17,4 Prozent über Vorjahr. Das treibt die operative Gewinnspanne auf rund 25 Prozent. Covestro produziert Polyurethan, der in Autositzen und Möbeln eingesetzt wird, sowie Polycarbonat für Autoscheinwerfer, Sportartikel und LED-Beleuchtung.

Das fällt positiv auf 

Covestro hat mit den Ergebnissen für 2017 die Prognosen der Analysten exakt getroffen. Sie hatten zuletzt die Erwartungen mehrfach nach oben korrigiert, weil das Geschäft des Kunststoffherstellers so stark läuft. Dem Konzern fließt unerwartet viel Geld in die Kasse, was sich am Free Operating Cashflow zeigt: Der Zufluss frei verfügbarer Mittel stieg im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die Kapitalrendite (ROCE) schnellte auf den außergewöhnlich hohen Wert von 33 Prozent. 

Das fällt negativ auf 

In den beiden größten Segmenten Polyurethan und Polycarbonat liegen die Renditen auf Spitzenniveau. Dahinter fällt die dritte Sparte „Coatings, Adhesives, Specialties“ (CAS) bei der Entwicklung zurück. Sie produziert Zusätze für Lacke und Kleber. Dort stagnierte im vergangenen Jahr die verkaufte Menge und die Preise stiegen nur leicht. Dennoch ist auch hier die operative Rendite mit 22 Prozent hoch.

Was jetzt passiert

Die Prognose für 2018 zeigt, dass die Covestro-Führung vorsichtig bleibt. Sie geht derzeit von einem stagnierenden Betriebsgewinn aus. Dahinter steckt die Befürchtung, dass Nachfrageüberschuss sich im zweiten Halbjahr 2018 auflösen und der Druck auf die Preise steigen wird. Der Leverkusener Konzern gab bisher traditionell konservative Prognosen, die er dann am Ende des Jahres meist deutlich übertraf.

Covestro wird alles daran setzen, die Margen auf dem hohen Niveau zu halten. Das wird schwierig, weil das Unternehmen in einer absoluten Sonderkonjunktur steckt. Spannend ist die Frage, was Covestro mit der vollen Kasse anstellt. Größere Zukäufe sind nur im CAS-Segment möglich, dort aber teuer und rar.

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