BMW-China-Chef Kastner „Wir sollten den Diesel nicht verteufeln“

Auf dem chinesischen Markt spielt der Diesel eine untergeordnete Rolle. Im Interview erklärt BMW-China-Chef Kastner, warum die Technologie trotzdem wichtig bleibt – und wie die Münchener beim Elektroauto aufholen wollen.
Quelle: PR
handelsblatt
(Foto: PR)

PekingAuf dem weltgrößten Automarkt in China hatten die deutschen Hersteller ein überragendes Ansehen. Doch der Abgasskandal strahlt bis in die Volksrepublik aus. Auf der Pekinger Automesse gibt sich BMW-China-Chef Olaf Kastner besorgt.

Herr Kastner, fast alle deutschen Autobauer sind bei der Manipulation von Abgaswerten überführt worden – außer BMW. Freut Sie das?
Wir haben immer gesagt, dass bei der BMW Group grundsätzlich nicht manipuliert wird, dass wir uns selbstverständlich in jedem Land an die gesetzlichen Vorgaben halten und alle lokalen Testvorgaben erfüllen. Die Ergebnisse der KBA Untersuchungen und der Untersuchungen des britischen Department for Transport bestätigen diese Aussagen. Schlimm ist, dass die Affäre die gesamte Automobilbranche belastet. Darüber bin ich besorgt.

Wie groß ist der Imageschaden?
Das lässt sich noch nicht genau sagen. Aber die Gefahr besteht, dass der Skandal auf das Ansehen der gesamten deutschen Autobranche abstrahlt.

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Mit dem QX 50 zeigt die Nissan-Premiummarke Infiniti auf der Messe Auto China in Peking einen Ausblick auf einen Geländewagen der gehobenen Mittelklasse, technische Daten sind noch unbekannt.

Solche Bilder werden wir zukünftig wohl nicht mehr sehen ....
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Dieser Schnappschuss entstand nämlich schon 2015, auf der Dream Car Show in Beijing. Die Automesse in Peking hatte im Vorfeld angekündigt, dass Hostessen nur noch züchtig bekleidet auf den Ständen zu sehen sein werden.

Die auf 5,06 Meter gestreckte Mercedes E-Klasse baut Daimler gemeinsam mit einem chinesischen Partner nur für Käufer in China.
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Auf dem chinesischen Markt ist der Anteil von Chauffeursfahrzeugen überdurchschnittlich hoch. So kommt der auf 3,08 Meter gewachsene Radstand der langen E-Klasse nur den Hinterbänklern zugute. Die bekommen zudem eine neue Bedienkonsole in der Mittelarmlehne. Sie bietet unter anderem einen USB-Anschluss, ein klimatisiertes Ablagefach, gekühlte Becherhalter sowie erstmals bei Mercedes einen Touchscreen, mit dem man vom Fond aus das Infotainment steuern kann.

Obwohl sich wohl auch manche Taxikunden oder Familien in Europa über mehr Beinfreiheit im Fond freuen würden, erteilt Mercedes solchen Nachfragen eine Absage: Die lange E-Klasse wird gemeinsam mit einem chinesischen Partner in China gebaut - und auch nur dort verkauft.

Blick in den Innenraum der chinesischen, langen E-Klasse
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Hochwertige Materialien bestimmen den Stil: Dazu zählt eine Auswahl an edlen Hölzern. Armaturenbrett und Bordkanten sind mit Artico bezogen. Für die Innenraumbeleuchtung kommt ausschließlich LED-Technik zum Einsatz. Das gilt auch für die erweiterte Ambientebeleuchtung mit 64 Farben.

Hier bleibt der Tee heiß
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Allen Fondsitzvarianten gemeinsam ist eine klappbare Mittelarmlehne. Ihre Komfortattribute umfassen unter anderem ein beleuchtetes Ablagefach, einen USB-Anschluss, Cupholder (auf Wunsch temperiert) sowie als Sonderausstattungen einen integrierten Touchscreen, induktives Laden des Mobiltelefons und eine beheizbare Auflage. 

Charakteristisch ist die doppelte „Augenbraue“ des Tagfahrlichts.
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Markante Scheinwerfer in Klarglasoptik prägen das Gesicht. An Bord sind LED-High-Performance-Scheinwerfer. Optional stehen hochauflösende Multibeam-Scheinwerfer zur Verfügung. Mit je 84 einzeln angesteuerten Hochleistungs-LED pro Scheinwerfer leuchten sie die Fahrbahn automatisch und mit exakt gesteuerter Lichtverteilung außergewöhnlich hell aus, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Auch Bentley verlängert für China den Radstand:
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Dieser Mulsanne Long Wheelbase wurde auf dem Volkswagen-Stand präsentiert. Für den Wolfsburger Hersteller ist China der weltweit wichtigste Markt. Die Messe in Peking läuft vom 25. April bis zum 4. Mai 2016.

In China ist der Anteil der Dieselfahrzeuge ohnehin marginal. Wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, sich von Dieselautos zu verabschieden?
Nein. Die Effizienz eines wirklich modernen Diesel-Motors ist schlicht unschlagbar. Wir sollten den Diesel nicht verteufeln. Sondern wir sollten uns konkret mit der Technik auseinandersetzen.

Bei der E-Mobilität fahren Ihnen die Chinesen davon. Wie wollen Sie sie einholen?
Bei der Elektromobilität macht China gerade einen großen Sprung. Das ist eine interessante Entwicklung. Subventionen haben den Markt gestützt. Aber wir sehen, dass es auch eine stärkere, private Nachfrage gibt. Selbst wenn Kaufprämien wegfallen sollten, wird diese Entwicklung weiter gestützt werden. Darauf deuten schon heute die Begrenzungen von Nummernschildern hin. Künftig könnten Autos mit Verbrennungsmotor vielleicht nur noch an jedem zweiten Tag in China Großstädten fahren dürfen, während E-Autos keinen Beschränkungen unterliegen.

Der BMW i3, den Sie ursprünglich als "Megacity Vehicle" beworben haben, schwächelt ausgerechnet in den chinesischen Riesenstädten. Wie wollen Sie im E-Markt zu chinesischen Firmen wie BYD aufschließen?
Bislang machen günstigere E-Autos die Masse der verkauften Fahrzeuge aus. Wir reden hier von Wagen bis 200.000 Renminbi (rund 27.000 Euro). Wir gehen aber davon aus, dass es künftig auch noch mehr Nachfrage nach Oberklasse-Fahrzeugen geben wird. Unser Elektroauto i3 genießt in Städten wie Peking beispielsweise die staatlichen Kaufprämien. Aber selbst wenn die Prämien bis zum Jahr 2020 auslaufen sollten, gehen wir davon aus, dass es einen großen Markt für uns geben wird. Zusammen mit unserem Partner Brilliance haben wir unter der Marke Zinoro auch einen Elektro-SUV im Markt.

„Damals hat man Asien das Feld überlassen“
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