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BMW-Hauptversammlung „Erwarte jetzt eine Modelloffensive, die Tesla vom Tisch fegt“

Auf der Hauptversammlung von BMW machen die Aktionäre Druck. Sie fordern, dass BMW-Chef Krüger den Konzern konsequenter auf Elektromobilität trimmt.
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BMW: „Erwarte eine Modelloffensive, die Tesla vom Tisch fegt!“ Quelle: AFP
BMW-Hauptversammlung

Bislang bietet BMW nur wenige Elektroautos an.

(Foto: AFP)

MünchenDie ersten Kritiker legten sich flach auf den Boden. Drei Dutzend Klimaaktivisten nutzten am Donnerstag die Hauptversammlung des Autokonzerns, um für ihr Anliegen zu werben. Stumm legte sich die Gruppe auf den eiskalten Boden vor der Olympiahalle. „Stop Climate Change now“ forderten ihre Transparente – BMW-Mitarbeiter versorgten die Demonstranten mit heißem Tee und Semmeln.

Auch in der Halle hat sich das Klima gegenüber den Vorjahren gedreht. Weniger Gewinne, gekürzte Dividende und eine drohende EU-Kartellstrafe in Milliardenhöhe drücken den Aktionären auf die Stimmung. Vorne auf der Bühne drückt BMW-Chef Harald Krüger das Kreuz durch. Eine gute halbe Stunde schildert er von seinem Stuhl aus die Sicht der Dinge.

Gewinneinbruch ja, aber 9,8 Milliarden Euro seien ja immer noch das zweitbeste Konzernergebnis der Geschichte, sagt Krüger. Kartellstrafe ja, aber „die von der EU-Kommission erhobenen Vorwürfe sind unberechtigt“, ruft der BMW-Chef. Schwache Prognose ja, aber: „Ich bin sicher: Wir setzen unsere erfolgreiche Entwicklung fort. Sie kennen uns: Wir setzen uns knallharte Ziele.“

Genau die wackelten aber in den vergangenen Monaten zu oft aus Sicht der Aktionäre. Zehn Jahre ging es bei BMW nur bergauf, dann folgten zwei Gewinnwarnungen binnen neun Monaten. Mal ist es die US-Handelspolitik, dann die drohende Kartellstrafe der EU, die BMW wegen möglicher illegaler Absprachen mit den Rivalen VW und Daimler treffen könnte.

Aber auch die operative Performance leidet, die Rendite im Autogeschäft liegt seit Monaten unter dem Zielwert von acht Prozent. Krüger kämpft auch um seine Zukunft – sein Vertrag läuft nur noch bis Mai 2020.

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Für die Aktionäre zählt die Dividende und die Perspektive. Jahrelang verwöhnte Krüger die Anteilseigner mit steigenden Ausschüttungen, damit ist jetzt Schluss. Mit 3,50 Euro liegt diese um 50 Cents unter Vorjahr.

Mit 48 Prozent kontrollieren die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt die Mehrheit der Stimmrechte und sitzen im Aufsichtsrat. Doch die Ankeraktionäre äußern sich traditionell nicht zum laufenden Geschäft.

Dafür reden andere. „Die Dividendenkürzung ist eine schlechte Nachricht“ moniert Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Auch der Kursverlust von 25 Prozent im Jahr 2018 schmerzt.

BMW habe sich zu lange auf seiner starken Position ausgeruht, klagt die Aktionärsschützerin. Das gelte insbesondere für die Elektromobilität. „Ich erwarte jetzt eine Modelloffensive, die Tesla vom Tisch fegt“, fordert Bergdolt.

Genau das ist das Problem aus Sicht der Aktionäre – die fehlende Perspektive. Abermals stellte BMW seinen „iNext“ auf die Bühne, ein vollelektrisches SUV. Doch dieses Auto kommt erst 2021 auf den Markt, zuvor gibt es nur den Elektromini und den in China zum Elektroauto umgerüsteten iX3.

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„Für Kunden, die in den nächsten zwei Jahren mit dem Kauf eines Elektroautos im neuen Design ein sichtbares Zeichen für den Klimaschutz setzen wollen, hat BMW kein passendes Angebot“, klagt Janne Werning von der Union Investment. BMW darf sich bei der Elektromobilität nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und vom Vorreiter zum Nachzügler werden!“

Deutlich mehr Aktionäre als in den Vorjahren melden sich zu Wort. Ob BMW genug in die Brennstoffzelle investiere? Ob die geplante Kooperation mit Daimler Sinn mache? Wann BMW denn wieder richtig profitabel werde? Ungewöhnlich für BMW lief die Aussprache bis in den Nachmittag. Klar ist: Die Zeiten von Ruhe und Gelassenheit sind bei BMW vorbei.

Mehr: Die Rendite des bayerischen Autoherstellers sinkt. Zum ersten Mal nach zehn Jahren gab es sogar eine Gewinnwarnung. BMW braucht eine Kurskorrektur. Lesen Sie hier unseren großen Bilanzcheck.

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