BMW und Audi stark in Europa Wachstum im Westen, Flaute in Fernost

Ein durchwachsenes Ergebnis: Während die Premium-Autobauer BMW, Audi und Mercedes in Europa im August Wachstumsrekorde einfuhren, schwächelt das China-Geschäft. Vor allem Audi trifft die Krise im Land der Mitte schwer.
Dank neuer Modelle konnte Mercedes unter den drei größten deutschen Premium-Fahrzeuganbietern die meisten Autos in China absetzen. Quelle: Reuters
Neue Mercedes-Modelle

Dank neuer Modelle konnte Mercedes unter den drei größten deutschen Premium-Fahrzeuganbietern die meisten Autos in China absetzen.

(Foto: Reuters)

Hamburg/München/PekingGute Geschäfte in Europa haben bei BMW und Audi erneut die Schwäche in China ausgebügelt. Auch im August verkauften die beiden Oberklasse-Hersteller weltweit mehr Autos, wie BMW und Audi am Donnerstag mitteilten. Von der Marke BMW wurden 135.735 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von 7,6 Prozent, gemeinsam mit den Marken Mini und Rolls-Royce waren es 156.437 (plus 7,2 Prozent). Audi steigerte den Absatz um 2,7 Prozent auf 128.650 Wagen. Unter den drei konkurrierenden Premiummarken lag damit erneut Mercedes vorn: Die Stuttgarter verkauften im August 139.802 Pkw mit Stern.

Bei Mercedes läuft dank zahlreicher neuer Modelle das Geschäft in China glänzend, während es bei Audi und BMW im August um 4,1 beziehungsweise 1,4 Prozent schrumpfte. Audi trifft die Schwäche in der Volksrepublik besonders hart, weil dies der größte Einzelmarkt der VW-Tochter ist. Fast jedes dritte Auto verkauft die Marke mit den vier Ringen in China. Unter den Oberklasse-Herstellern setzt Audi dort mit weitem Abstand die meisten Fahrzeuge ab. Rückgänge bei den China-Auslieferungen zwangen die Ingolstädter zuletzt, ihre Absatzprognose einzudampfen. Eine neue Zielmarke für China trauen sie sich seither nicht mehr zu.

Bei BMW steht die Ankündigung eines weiteren Absatzrekords für 2015 unter dem Vorbehalt, dass sich die Situation in China nicht verschlechtert. Dort setzen die Münchner rund ein Fünftel aller Fahrzeuge ab. „Obwohl die wirtschaftliche Lage in einigen Märkten herausfordernd bleibt, verkaufen wir weltweit kontinuierlich mehr Fahrzeuge als jemals zuvor“, sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson. In den ersten acht Monaten lieferte BMW insgesamt 1,43 Millionen Autos seiner drei Marken aus (plus 7,4 Prozent). Daimler kam auf 1,27 Millionen (plus 15,9 Prozent) Fahrzeuge der Marken Mercedes und Smart. Audi bummelte mit 1,18 Millionen (plus 3,4 Prozent) hinterher.

Im weltgrößten Automarkt China könnte 2015 nach Branchenangaben erstmals seit fast zwei Jahrzehnten der Absatz sinken. In den ersten acht Monaten stagnierten die Fahrzeugverkäufe, wie der Verband der Autobauer (CAAM) mitteilte. Für das Gesamtjahr bestehe das Risiko eines Rückgangs, sagte CAAM-Experte Shi Jianhua. Allein im August fiel der Absatz binnen Jahresfrist um drei Prozent auf 1,7 Millionen Fahrzeuge und damit den fünften Monat in Folge. Dies ist die längste Durststrecke seit mindestens fünf Jahren.

Das sind die Gewinner im deutschen Automarkt
Platz 10 – Volvo – 20.500 verkaufte Fahrzeuge* (+10,9 Prozent)
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Der neue Riesen-SUV XC90 (Foto) füllt die Auftragsbücher. Und auch insgesamt schlagen sich die Schweden im Jahresvergleich deutlich besser.

*Stand: 1. Halbjahr 2015, Quelle: KBA

Platz 9 – Nissan – 41.500 verkaufte Fahrzeuge (+12,8 Prozent)
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Der kompakte Qashqai (Foto) der Japaner gehört in seinem Segment zu den Bestsellern. Aber auch Kleinwagen von Nissan wie der Micra schlagen sich im Branchenvergleich gut.

Platz 8 – Suzuki – 18.900 verkaufte Fahrzeuge (+18,8 Prozent)
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Die Japaner punkten mit einem ordentlichen Preisleistungsverhältnis und gefälligen Modellen wie dem Swift (Foto). So gewinnen sie weitere Marktanteile in Deutschland – wenn auch auf einem niedrigen Niveau.

Platz 7 – Land Rover – 11.100 verkaufte Fahrzeuge (+19,9 Prozent)
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Die Briten profitieren vom grassierenden SUV-Boom. Die schweren Jungs von der Insel verkaufen sich auch in Deutschland blendend.

Platz 6 – Porsche – 18.600 verkaufte Fahrzeuge (+22 Prozent)
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Der Sportwagenbauer hat mit dem kompakten Macan (Foto) einen neuen Bestseller im Angebot und ist dabei auch noch außergewöhnlich profitabel. Mittlerweile erwirtschaften die Schwaben sogar mehr Gewinn als die Kernmarke von VW.

Platz 5 – Mini – 23.600 verkaufte Fahrzeuge (+24,9 Prozent)
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Das neue Gesicht des Klassikers entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Der Mini wurde gerade runderneuert. Damit schlagen sich die Briten auch bei den Zulassungen außergewöhnlich gut.

Platz 4 – Lexus – 889 verkaufte Fahrzeuge (+32,1 Prozent)
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Die Nobelmarke von Toyota ist weiterhin ein absoluter Exot in Deutschland. So lange das Volumen nicht weiter deutlich steigt, wird wohl niemand außer den Japanern die jüngsten Erfolge, wie den SUV NX, wirklich zur Kenntnis nehmen.

  • rtr
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