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Boehringer Konkurrenz abgehängt

Von dem Medikament Pradaxa verspricht sich Boehringer riesige Gewinne. Die EU-Kommission hat das Medikament nun freigegeben. Damit läuft Boehringer erneut der Konkurrenz davon.
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Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim bringt im September ein neues Mittel zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Herzrhythmusstörungen auf den Markt. Quelle: dpa

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim bringt im September ein neues Mittel zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Herzrhythmusstörungen auf den Markt.

(Foto: dpa)

FrankfurtIm Rennen um ein neues lukratives Mittel gegen Schlaganfall hat Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim die Konkurrenz erneut abgehängt. Mit dem Mittel Pradaxa von Boehringer ließ die EU-Kommission erstmals seit 50 Jahren ein neues Mittel zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Herzrhythmusstörungen zu, wie das Unternehmen mit Sitz in Ingelheim bei Mainz heute mitteilte. Analysten trauen Pradaxa - das den Wirkstoff Dabigatranetexilat enthält - Milliardenumsätze zu. „Die Zulassung von Dabigatranetexilat in Europa ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte von Boehringer Ingelheim“, erklärte Konzernchef Andreas Barner.

Im September soll Pradaxa in Deutschland als einem der ersten europäischen Länder zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern auf dem Markt kommen, Skandinavien und Großbritannien sollen rasch folgen. Auf dem weltgrößten Pharmamarkt USA ist Pradaxa zur Schlaganfallvorbeugung bereits seit November 2010 erhältlich. Auch dort hatte Boehringer die Nase vorn.

Deutschlands größter Arzneimittelhersteller Bayer und sein US-Partner Johnson & Johnson mit ihrem Mittel Xarelto sowie Bristol-Myers Squibb und Pfizer mit Apixaban und Daiichi Sankyo mit Edoxaban drängen ebenfalls auf diesen Markt. Bayer hatte den Markt für neue Thrombose-Hemmer weltweit auf bis zu 15 Milliarden Dollar taxiert. Die neuen Präparate könnten das lange bewährte Mittel Warfarin ersetzen, das seit Jahrzehnten verschrieben wird. Warfarin ist aber schwer zu dosieren, Patienten müssen strikte Diätvorgaben einhalten. Zudem sind regelmäßige Bluttests notwendig, was gerade bei den meist älteren Patienten mit Herzrhythmusstörungen schwierig ist. Jeder Vierte über 40 Jahre leidet Boehringer zufolge an Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung. Jedes Jahr erleiden bis zu drei Millionen Menschen einen durch Vorhofflimmern verursachten Schlaganfall.

  • rtr
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