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Börsennotierte Unternehmen So viele Gewinnwarnungen gab es zuletzt vor der Finanzkrise

Die Negativserie aus dem vergangenen Jahr setzt sich 2019 fort: Immer mehr börsennotierte Unternehmen müssen Gewinn- oder Umsatzwarnungen veröffentlichen.
15.02.2019 - 19:14 Uhr Kommentieren
Im April und anschließend noch einmal im August 2018 kassierte Continental seine Jahresziele. Quelle: Reuters
Continental

Im April und anschließend noch einmal im August 2018 kassierte Continental seine Jahresziele.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der Maschinenbauer Gea, der Stahlhersteller Salzgitter und der Reisekonzern Tui haben zuletzt ihre Aktionäre vor niedrigeren Erträgen gewarnt. Damit setzt sich die Serie von Gewinnwarnungen 2019 fort. Im abgelaufenen Jahr haben die 309 im Prime Standard gelisteten Unternehmen insgesamt 144 Gewinn- oder Umsatzwarnungen veröffentlicht.

Das sind nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY so viele Warnungen wie noch nie seit der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise vor zehn Jahren – und es ist ein Anstieg um 55 Prozent gegenüber 2017.

Damit revidierte im abgelaufenen Jahr gut jedes dritte Unternehmen seine Prognose nach unten. Grund dafür sind überzogene Erwartungen, vor allem aber unerwartete Rückgänge bei den Aufträgen infolge der weltweit schlechteren Konjunkturentwicklung. Jedes elfte Unternehmen veröffentlichte im Lauf des Jahres sogar mindestens zwei Ertragswarnungen. Die wohl prominentesten Beispiele sind Fresenius und Continental. Beide, der Gesundheitsdienstleister und der Automobilzulieferer, waren lange Zeit Garanten für stetig steigende Erträge und immer höhere Prognosen. 

Doch im April und anschließend noch einmal im August kassierte Continental seine Jahresziele, Fresenius folgte im Oktober und Dezember. An der Börse sorgten die Hiobsbotschaften bei beiden Unternehmen für zweistellige Kursverluste – und einen nachhaltigen Vertrauensverlust.

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    Positivbeispiel SAP

    Erstmals seit 2014 wurden damit wieder mehr negative als positive Abweichungen von den Prognosen registriert. Denn auch das gab es: Insgesamt 138 Mal übertrafen börsennotierte Unternehmen im vergangenen Jahr ihre selbst gesteckten Ziele.

    2017 hatten allerdings deutlich mehr Unternehmen, 195, ihre ursprünglichen Erwartungen nach oben korrigiert. Im Dax hob SAP 2018 gleich dreimal die Ziele für das Gesamtjahr an. Der Softwarehersteller ist mit einem Börsenwert von 115 Milliarden Euro Deutschlands wertvollstes Unternehmen.

    „Wir sehen in einigen Branchen und Regionen nach wie vor eine gute bis sehr gute Entwicklung – gleichzeitig nehmen aber die Warnsignale zu, die Risiken steigen sowohl in Europa als auch auf wichtigen Auslandsmärkten wie China“, urteilt EY-Restrukturierungsexperte Marc Förstemann.

    Eindeutig nach unten zeigte der Trend im vergangenen Jahr für Unternehmen aus den Bereichen Handel und Autoindustrie: Vier von fünf (83 Prozent) Groß- und Einzelhändler haben im vergangenen Jahr eine Warnung veröffentlicht, bei den Autoherstellern und -zulieferern waren es drei von vier.

    Auf der anderen Seite musste kein einziges Immobilienunternehmen seine Prognosen nach unten korrigieren. Gesellschaften wie Vonovia, Alstria und Deutsche Wohnen profitieren von der anhaltenden Niedrigzinsphase, den steigenden Bau- und Mietpreisen und dem Drang vieler Sparer, ihr Geld in Häuser und Wohnungen anzulegen. Die Branche boomt.

    Auffällig: Den stärksten Zuwachs von Hiobsbotschaften gab es im Dax, wo sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr von vier auf 18 mehr als vervierfachte. Unter anderem strichen die Deutsche Post, Thyssen-Krupp, Daimler und Covestro ihre Jahresprognosen zusammen. Sie machten damit Hoffnungen zunichte, dass sich der 2010 begonnene Boom fortsetzt.

    Damit mussten Großkonzerne mit Milliardenumsätzen überdurchschnittlich häufig ihre Prognosen nach unten korrigieren. Der Grund dafür liegt in ihrer außerordentlich hohen Globalisierung. Von ihr haben Bayer, Daimler, Siemens & Co lange Zeit profitiert. Jetzt leiden dieselben Unternehmen unter dem schwächeren Welthandel.

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