Bond-Emission Bayer sichert Monsanto-Übernahme mit Milliarden-Anleihen ab

Der Dax-Konzern nimmt mit den Anleihen rund 13 Milliarden Euro ein. Sie sollen die Monsanto-Übernahme langfristig absichern.
Update: 19.06.2018 - 10:28 Uhr Kommentieren

Preise können massiv steigen – die Auswirkungen des Bayer-Monsanto-Deals

DüsseldorfDer Pharma- und Agrarriese Bayer begibt für die Übernahme des US-Konzerns Monsanto Anleihen im Volumen von 15 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro). Insgesamt handele es sich um acht Tranchen mit Laufzeiten von drei bis 30 Jahren, die sich ausschließlich an internationale institutionelle Investoren richten, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Die Emission sei rund dreifach überzeichnet gewesen. Die Anleihen sicherten die langfristige Finanzierung der Übernahme von Monsanto, für die der Konzern rund 63 Milliarden Dollar hingeblättert hat. Mit den Einnahmen sollten Teile der syndizierten Kreditlinie für die Zwischenfinanzierung der Übernahme zurückgezahlt werden.

An diesem Dienstag läuft auch die Frist für die Bayer-Aktionäre ab, sich über Bezugsrechte an der Kapitalerhöhung des Konzerns zu beteiligen. Mit der Ausgabe neuer Aktien will Bayer einen weiteren Teil der Monsanto-Übernahme finanzieren.

An der Börse ging es zuletzt für die Bayer-Aktie in einem schwachen Gesamtmarkt abwärts. Im frühen Handel verloren die Papiere 1,46 Prozent an Wert auf 97,02 Euro und lagen damit im Mittelfeld des Dax.

Bayer hatte Monsanto samt übernommener Schulden für 63 Milliarden Dollar (rund 54 Milliarden Euro) erworben und will einen großen Teil des Kaufpreises mit Eigenkapital stemmen.

Es ist die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Mit dem Kauf von Monsanto steigt Bayer zum weltgrößten Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf. Die Integration des US-Riesen in die eigenen Konzernstrukturen muss allerdings noch warten. Diese kann erst erfolgen, wenn der Verkauf wichtiger Geschäftsteile an den Rivalen BASF abgeschlossen ist - eine Auflage der Kartellbehörden.

So muss sich Bayer von seinem Gemüse- und Feldsaatgut-Geschäft, von Aktivitäten bei „Digital Farming“ sowie vom weltweiten Geschäft mit dem Unkrautbekämpfungsmittel Glufosinat-Ammonium trennen. Insgesamt geht ein Umsatzvolumen von 2,2 Milliarden Euro an BASF. Der Rivale zahlt dafür rund 7,6 Milliarden Euro.

Der Name Monsanto soll künftig verschwinden. Das Image des US-Konzerns ist schwer angeschlagen – unter anderem wegen seines Unkrautbekämpfungsmittels Glyphosat, das Sammelkläger und einige Studien für krebserregend halten. Am Montag begann in San Francisco ein erster Prozess – viele weitere könnten folgen.

  • rtr
  • dpa
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