Bosch auf der CES Roboter statt Zündkerzen

Mykie, Kuri und die Cloud: Bosch sieht seine Zukunft bei Assistenzsystemen und der Vernetzung von Geräten und Maschinen. Auch aus Eigennutz: Intelligente Systeme sollen Hunderte Millionen pro Jahr sparen.
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Kuri soll Ende 2017 in den USA auf den Markt kommen. Quelle: obs
Bosch setzt auf intelligente Assistenten

Kuri soll Ende 2017 in den USA auf den Markt kommen.

(Foto: obs)

Las VegasDer Weg in die Zukunft führt für Bosch über Mykie und Kuri. Sie zeigen, welche neuen Produkte der Stuttgarter Konzern demnächst seinen Kunden anbietet. Mykie – „My kitchen elf“ – ist Boschs digitale Küchenfee. Sie weiß, was im Kühlschrank liegt, wie das Wetter wird oder wie lange der Braten im Ofen noch braucht.

Kuri hingegen ist ein 50 Zentimeter großer Roboter für zu Hause. Er wird von Mayfield Robotics entwickelt, einem Silicon-Valley-Start-up von Bosch. Kuri wird Ende 2017 für 699 Dollar (circa 660 Euro) in den USA auf den Markt kommen. Ausgestattet mit Lautsprecher, Mikrofon, Kamera und mehreren Sensoren bewegt er sich sicher im Wohnraum umher.

Neue Gadgets aus Las Vegas
Ultradünner Fernseher von LG
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Dünn wie ein Poster ist LGs neuer Fernseher „Signature OLED TV W“, der hier von US-Marketingchef David VanderWaal vorgestellt wird. Das Gerät wird mit einer magnetischen Halterung an der Wand befestigt, der eigentliche TV-Empfänger und der Hauptteil der Technik sind in einem Lautsprecher untergebracht, der über ein Flachbandkabel mit dem Bildschirm verbunden ist.

QLED-Fernseher von Samsung
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Konkurrent Samsung stellt auf der CES neuartige LED-Fernseher vor, die mit Hilfe der Technologie „Quantum Dots“ ähnlich wie teurere OLED-Geräte aus allen möglichen Blickwinkeln ein optimales Bild liefern sollen. In Anspielung auf die konkurrierende OLED-Technologie, die ohne eine Hintergrundbeleuchtung auskommt, nennt Samsung seine Geräte nun „QLED“ und verspricht höhere Bildqualität und bessere Kontraste.

Schwebender Lautsprecher
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Wie ein Ufo schwebt der Lautsprecher „Mars“ von Crazybaby über seiner Basisstation. Für die Verbindung von Klangerlebnis mit Raumschiff-Anmutung müssen Interessierte rund 300 Dollar investieren.

Drohne Hover Camera Passport
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Wird der Selfie-Stick abgelöst durch die Selfie-Drohne? Drohnen wie die Hover Camera Passport sind in der Lage, ihrem Nutzer automatisch zu folgen und ihn auf Foto oder Video festzuhalten.

Service-Roboter für Flughäfen
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LG präsentiert in Las Vegas unter anderem einen Service-Roboter für Flughäfen. Der Airport Guide Robot (Airbot) gibt Reisenden unter anderem Hinweise zum Gate, zur Boarding-Zeit und zu Wegstrecken. Auf einem Display an der Vorderseite zeigt der Roboter die Informationen auch an. Der Airbot ist ungefähr 1,50 Meter groß und dank eingebauter Rollen mobil. Zum Einsatz kommen soll er erstmals noch in diesem Jahr auf dem südkoreanischen Flughafen Incheon.

Trendthema Pflegeroboter
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Pflegeroboter sind ein großes Thema auf der CES. Sie bekommen immer persönlichere Züge und halten den Kontakt zwischen Pflegepersonal und Arzt oder Familienangehörigen. (Foto: Axel Postinett)

Pflegeroboter Kuri
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Kuri heißt der kleine Kerl von Mayfield aus Palo Alto, ein Start Up der Robert Bosch GmbH. Er versteht Sprache und antwortet auch in Sprachform. Wenn er etwas nicht versteht, wird er traurig. So was kommt immer mal vor. Dann muss man Kuri über den Kopf streicheln und er wird wieder froh. Gedacht ist Kuri unter anderem für den Einsatz in Pflegeeinrichtungen, Start zunächst in den USA. (Foto: Axel Postinett)

Kuri plaudert mit den Bewohnern und reagiert beispielsweise auf die Mutter anders als auf Kinder. Wenn sie nach Hause kommen, schickt er den Eltern eine SMS oder liest den Kindern Bücher vor. Aber eine Aufgabe wird Kuri laut Bosch nicht übernehmen: Er macht nicht die Hausaufgaben.

Die Beispiele zeigen: Getrieben durch digitale Vernetzung, mobiles Internet, Big-Data-Analyse und Maschinenlernen entstehen intelligente Systeme, die eigene Entscheidungen treffen und Menschen beraten können. „Viele Menschen wollen das“, meint Bosch-Geschäftsführer Werner Struth. Sie wollen ihr Zuhause vom Auto aus steuern und sie wollen mehr Sicherheit für sich und die Familie. „Unser Ziel ist es, 100 Prozent unserer Produkte zu vernetzen“, sagte Struth.

„Connectivity is the name of the game“ – der Vernetzung gehört die Zukunft – erklärte Struth in seiner Rede auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas. Die Idee des „intelligenten Hauses“ geistert zwar schon seit vielen Jahren durch alle Diskussionen. Aber jetzt schreitet die Realisierung mit schnellen Schritten voran.

Und mittendrin will Bosch seinen Platz finden – für seine Kunden der digitale Lebensbegleiter im Auto und zu Hause werden. Dabei möchte sich der Autozulieferer nicht mit der Macht von Google Home, Amazons Alexa, Microsofts Cortana oder Apples Siri anlegen. Bosch führt den Kampf im Hintergrund: Die Deutschen wollen eine Plattform auf den Markt bringen, auf der auch die digitalen Superassistenten der großen US-Konkurrenten aufgesetzt werden können – dank „Open Source“. Damit bezeichnet man eine Software, deren Quelltext auf Wunsch alle einsehen können. Wer das dennoch ablehnt, kann auch direkt auf die Apps von Bosch zurückgreifen.

Von der Zündkerze in die Wolke: Bosch versucht damit, seine Vergangenheit in die Zukunft umzumünzen. Heimelektronik, Haushaltsgeräte und Automobil sind die Bereiche, in denen der Konzern über Jahrzehnte große Expertise aufgebaut hat. Dazu ist Bosch einer der führenden Hersteller von Sensoren weltweit. Diese Expertisen gilt es jetzt im Konzern zusammenzuführen und in eine Cloud-Plattform umzusetzen, die sich rund um die Person und das Leben des Kunden dreht.

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3 Kommentare zu "Bosch auf der CES: Roboter statt Zündkerzen"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • "„Connectivity is the name of the game“ – der Vernetzung gehört die Zukunft –..."

    ... und die zugehörige Überwachung auch.

    Mein Haus bleibt dumm.

  • Sollen hunderte von Millionen von Gehältern und Löhne einsparen...sollen also Arbeitsplätze einsparen.
    Ich frage mich nur, wer zum Schluss noch etwas Konsumieren soll, wenn der Großteil der Menschen auf der Straße sitzt...?!

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