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Braunkohle IGBCE-Chef Vassiliadis attackiert VW-Chef Diess wegen Kohle-Kritik

Mit seiner Kritik an der Kohleverstromung macht sich VW-Chef Diess nicht nur Freunde. Gewerkschaftschef Vassiliadis wirft dem Autoboss „Instinktlosigkeit“ vor.
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VW: IGBCE-Chef Michael Vassiliadis kritisiert Herbert Diess Quelle: dpa
Gewerkschafter auf Konfrontationskurs

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, ist verärgert über die Kritik an der Kohle durch VW-Chef Diess.

(Foto: dpa)

BerlinMichael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), gehört zu den moderaten, konstruktiven Stimmen auf der Arbeitnehmerseite. Er ist ein Mann des Ausgleichs, pflegt beste Kontakte in die Parteien, er versucht, mit Sachargumenten zu überzeugen, sein Wort hat Gewicht. Temperamentsausbrüche des Gewerkschaftsbosses sind nicht überliefert. 

Nach der massiven Kritik des VW-Vorstandschefs Herbert Diess an der Energiewirtschaft, speziell an RWE, wirft Vassiliadis aber nun die Zurückhaltung über Bord. In einem Brief von Vassiliadis an Diess, der dem Handelsblatt vorliegt, greift der Gewerkschaftsboss den VW-Chef massiv an.

Angesichts der Einlassungen von Diess dränge sich die Vermutung auf, dass der Grund für dessen Vorgehen „in der Unfähigkeit der Automobilhersteller, gegebenenfalls aber nur des VW-Konzerns, zu finden ist, die aktuellen Anforderungen und Fragen an die Branche in der Klimapolitik, in der Dieselproblematik und bei alternativen Antrieben überzeugend zu beantworten“, schreibt Vassiliadis.

Diess hatte in der vergangenen Woche in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ Verständnis für die Proteste gegen den Braunkohletagebau im rheinischen Revier geäußert. Was die Energiewirtschaft dort machen wolle, führe „unsere ganze Elektrifizierungsstrategie ad absurdum“.

Es habe keinen Sinn, Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, „wenn wir gleichzeitig den Strom dafür aus Braunkohle produzieren“, hatte Diess gesagt. Es sei für ihn „völlig unverständlich“, dass man heute auch nur daran denke, ein Braunkohleabbaugebiet zu erweitern. Ein großes Braunkohlekraftwerk erzeuge so viele CO2-Emissionen wie neun Millionen Dieselfahrzeuge.

Vassiliadis nimmt Anstoß daran, dass der VW-Chef, der wegen der anhaltenden Debatte um Abgasmanipulationen enorm unter Druck steht, andere Branchen anprangert. „Unter den führenden Persönlichkeiten der deutschen Unternehmenslandschaft, aber auch unter den Gewerkschaften und Betriebsräten war man sich bislang einig, dass in dem umfassenden und schwierigen Transformationsprozess zu einer CO2-armen Wirtschaft der Versuch einer Branche, Vorteile zulasten einer anderen Branche zu suchen, nur Verlierer und keine Gewinner hervorbringt“, schreibt Vassiliadis an Diess.

Es folge „dem Gebot politischer Klugheit“, in einem nicht immer industriefreundlichen Umfeld Zurückhaltung in der Kommentierung von Entwicklungen außerhalb des eigenen Geschäftsfeldes zu üben, schreibt der IGBCE-Chef weiter. Diesen Grundsatz habe Diess „leichtfertig aufgegeben“.

Vassiliadis kritisiert zudem, Diess habe mit seinen Einlassungen die Arbeit der von der Bundesregierung eingesetzten Kohlekommission, der Vassiliadis angehört, unnötig erschwert. Zwar verfehle Elektromobilität ohne eine umfassende Versorgung durch erneuerbaren Energien ihren Sinn, schreibt der Gewerkschaftsboss. Diese Frage aber mit dem Energiemix und den Details der Kohleverstromung zu verbinden „ist durchsichtig“.

„Ich kann nicht erkennen, dass ihr Interview auch nur annähernd der Komplexität der Entscheidungsfindung in dieser Aufgabe gerecht wird“, heißt es in dem Brief weiter. Insofern habe Diess die Arbeit der Kohlekommission erschwert.

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