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Brett Begemann Der Manager, der Bayers Monsanto-Deal ins Rollen brachte, tritt ab

Brett Begemann gilt als Urgestein von Monsanto und gestaltete die Fusion mit Bayer mit. Im Juni verlässt er das Führungsteam der Agrarsparte, die ein neues Profil bekommt.
18.05.2021 - 18:57 Uhr Kommentieren
Der Manager hatte seit der Übernahme im Jahr 2018 das Tagesgeschäft der fusionierten Bayer-Agrarchemiesparte geleitet. Quelle: Bayer
Brett Begemann

Der Manager hatte seit der Übernahme im Jahr 2018 das Tagesgeschäft der fusionierten Bayer-Agrarchemiesparte geleitet.

(Foto: Bayer)

Düsseldorf Einer der profiliertesten Manager aus der alten Monsanto-Garde wird den Bayer-Konzern verlassen: Brett Begemann hat für den 8. Juni seinen Abschied als Chief Operating Officer von Bayers Agrarsparte Crop Science angekündigt, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Begemann gilt als Urgestein von Monsanto und hatte seit der Übernahme im Jahr 2018 das Tagesgeschäft der fusionierten Bayer-Division geleitet.

Der Eintritt in den Ruhestand ist gleich aus zwei Gründen bemerkenswert: Zum einen treibt Bayer damit den Wandel in der Führung der Agrarsparte voran, in der inzwischen nur noch wenige der ehemaligen Monsanto-Topmanager vertreten sind. Zum anderen tritt der Mann ab, der vor fünf Jahren den Megadeal öffentlich ins Rollen gebracht hatte.

Die Geschichte spielt im Mai 2016. In geheimen Treffen hatte Bayer-Chef Werner Baumann schon Wochen zuvor der Monsanto-Führung ein Übernahmeangebot im Volumen von mehr als 60 Milliarden Dollar unterbreitet – mit der Bitte um Vertraulichkeit. Baumann suchte den diskreten Weg einer Einigung, um ein öffentliches und preistreibendes Gezerre zu vermeiden.

Doch genau das folgte – dank Brett Begemann. Am 18. Mai 2016 wurde der damalige Chief Commercial Officer von Monsanto auf einer Investorenkonferenz in New York von einem Reporter gefragt, was an den Gerüchten über eine Offerte von Bayer oder BASF dran sei. Begemann winkte ab: „Das sind alles wilde Spekulationen, an denen nichts dran ist.“

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    Tatsächlich lagen die von Bayer ausgespielten Karten da jedoch längst schon auf dem Tisch. Die Juristen von Monsanto sahen sich genötigt, Begemanns Worte umgehend öffentlich zu korrigieren: Am 19. Mai bestätigten die Amerikaner per Pressemitteilung, dass sie eine Übernahmeofferte aus Leverkusen erhalten haben.

    Von diesem Moment an war Bayer in der Defensive. In einer eilig einberufenen Aufsichtsratssitzung in Leverkusen wurde die Offerte abgesegnet, die Börse reagierte negativ, der Kurs verlor acht Prozent. Vier Monate bis September 2016 feilschten beide Unternehmen um Modalitäten und Kaufpreis, der schließlich bei 66 Milliarden Dollar landete.

    Alte Monsanto-Garde ist in der Minderheit

    Ob es ein Versprecher von Begemann war oder gewollte Taktik im Übernahmepoker, ist offen. Dem Amerikaner schadete es nicht: Als Bayer im Juni 2018 die Monsanto-Übernahme abschloss, wurde er in dem kombinierten Unternehmen die Nummer zwei hinter Agrarvorstand Liam Condon.

    Nun rückt für ihn ein ausgewiesener Kenner von einem der wichtigsten Bayer-Märkte nach: Neuer kaufmännischer Leiter der Agrardivision wird Rodrigo Santos, derzeit Chief Commercial Officer von Bayer Crop Science in Lateinamerika.

    Der gebürtige Brasilianer ist zwar ebenfalls ein langjähriger Monsanto-Manager. Doch im Führungsteam von Bayer Crop Science stellt die alte Garde des US-Saatgutherstellers mittlerweile längst eine deutliche Minderheit.

    Vor zwei Jahre noch waren fünf Monsanto-Manager im damals elfköpfigen Executive Committee vertreten. Im neuen Zuschnitt haben nur noch drei von 14 Mitgliedern des Führungsteams eine Monsanto-Vergangenheit.

    Aus dem früheren Topmanagement des US-Konzerns ist nach Begemanns Abschied nur noch Forschungschef Bob Reiter an Bord. Bayer hat mehrere Positionen in der Zwischenzeit mit eigenen Leuten oder mit externen Managern besetzt.

    Mehr: Klein, aber widerstandsfähig: Bayer und BASF forschen an klimarobusten Pflanzen

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