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Brexit Airbus sieht seine Zukunft in Großbritannien in Gefahr

Der Flugzeugbauer warnt eindringlich vor den Folgen des Brexits. Ohne endgültige Vereinbarung müsse Airbus seine Präsenz im Land überprüfen.
Update: 22.06.2018 - 12:13 Uhr 1 Kommentar
Brexit: Airbus sieht seine Zukunft in Großbritannien in Gefahr Quelle: AFP
Airbus-Werk im britischen Broughton

Der europäische Luftfahrtkonzern droht, seine langfristige Präsenz im Königreich zu überprüfen

(Foto: AFP)

ParisAirbus warnt vor Kosten in Milliardenhöhe und mehrwöchigen Produktionsstörungen, sollte Großbritannien im kommenden Jahr ohne Vereinbarung aus der Europäischen Union (EU) ausscheiden. „Dieses extrem negative Ergebnis wäre katastrophal“, heißt es in einem Memorandum des Unternehmens vom Donnerstagabend.

Jede Woche verspäteter Auslieferung bedeute Strafzahlungen an Kunden und einen Umsatzverlust von rund einer Milliarde Euro. „Die finanziellen Folgen für Airbus könnten sich auf mehrere Milliarden Euro addieren“, schreibt das deutsch-französisch-spanische Unternehmen.

„Einfach ausgedrückt gefährdet ein Szenario ohne Deal direkt die Zukunft von Airbus im Vereinigten Königreich“, erklärte Airbus-Manager Tom Williams in dem Dokument. Falls das Land im März 2019 ohne Vereinbarung aus der EU aussteige und damit im kommenden Jahr Binnenmarkt und Zollunion sofort und ohne Übergangsphase verlasse, würde dies laut Airbus zu einer „schweren Störung und Unterbrechung“ der Produktion führen.

Tausende Einzelteile, deren Design und Herstellung in Großbritannien bislang von der EU genehmigt werden, hätten schlagartig keine Zulassung mehr. Airbus führt jährlich Vorprodukte im Wert von zehn Milliarden Euro aus dem Vereinigten Königreich ein und liefert dorthin Güter im Wert von fünf Milliarden Euro.

Alle Airbus-Zulieferer, nicht nur das Unternehmen selbst, wären gezwungen, die zulassungsrelevanten Aktivitäten auf den Kontinent zu verlagern. Angesichts der herrschenden Ungewissheit müsse Airbus bereits bald anfangen, sogenannte Buffer Stocks, Ausgleichsbestände im Wert von rund einer Milliarde Euro aufzubauen.

Selbst bei einem vereinbarten Brexit sei die bisher angepeilte Übergangsfrist bis Ende 2020 zu kurz für den Konzern, um seine Lieferkette anzupassen. Bei diesem Zeitplan würde Airbus davon absehen, sein Zulieferer-Netz in Großbritannien noch auszubauen beziehungsweise müsste bestimmte Aktivitäten auf den Kontinent holen.

Die Lieferkette sei absolut kritisch, betont das Unternehmen, da gegenwärtig die Produktion des Massenfliegers A 320 und des Großraumflugzeugs A 350 hochgefahren werden. So eindringlich wie in dem Memorandum hat Airbus noch nicht vor den Folgen des Brexits gewarnt. Wie die meisten Unternehmen hatte Airbus sich bislang eher zurückhaltend geäußert.

Die neue Stellungnahme zeigt, dass das Unternehmen nicht länger zuschauen kann und Entscheidungen treffen muss. „Die Zollunion und eine harmonisierte Regulierung sind für Airbus die vorrangigsten Themen, die schnell geklärt werden müssen“, drängt der Konzern die britische Regierung.

Airbus beschäftigt nach eigenen Angaben 14.000 Mitarbeiter an 25 Standorten in Großbritannien. In seiner britischen Zulieferkette unterstütze der Konzern 110.000 Jobs. In den britischen Werken Filton und Broughton werden alle Flügel der Airbus-Verkehrsflugzeuge entworfen und hergestellt.

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