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Britischer Autobauer Sportwagen-Ikone Aston Martin plant Börsengang

Der legendäre Autohersteller feilt an einer Notierung in London. Der Schritt wäre auch ein wichtiger Stimmungstest für britische Unternehmen.
29.08.2018 Update: 29.08.2018 - 09:49 Uhr Kommentieren
Aston Martin: Sportwagen-Ikone soll Börsengang planen Quelle: AFP
Aston Martin DB10

Bekannt wurde die Marke vor allem durch die „James Bond“-Filme.

(Foto: AFP)

New York Der britische Sportwagenbauer Aston Martin will einen Börsengang wagen. Ein entsprechendes Registrierungsdokument als Voraussetzung für den Gang auf das Parkett habe der Autobauer bei der Behörde eingereicht, teilte Aston Martin am Mittwoch mit. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ darüber berichtet

Um den 20. September herum sei mit einem Börsenprospekt zu rechnen, so die endgültige Entscheidung gefallen ist. Der Luxuswagenbauer plane eine Premium-Notierung an der London Stock Exchange. Nach dem Ausverkauf von Jaguar, Bentley und Rolls-Royce wäre Aston Martin nach Jahren wieder der erste britische Autobauer an der Londoner Börse.

„Heute erreichen wir einen Meilenstein in unserer Geschichte“, sagte Konzernchef Andy Palmer. Laut Medienberichten wird der Wert der Sportwagen-Ikone auf bis zu fünf Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Euro) geschätzt.

Aston Martin wurde 1913 in einer kleinen Londoner Werkstatt gegründet und ist zu einer der größten Sportwagenmarken der Welt gewachsen. Bekannt wurde die Marke vor allem durch die „James Bond“-Filme. Der britische Geheimagent rettet seit 1964 die Welt in einem Aston Martin, als er einen DB5 in „Goldfinger“ fuhr.

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    Nach sechs verlustreichen Jahren hatte Aston Martin 2017 wieder Gewinne verbucht. Auf die Erfolgsspur zurück brachte das Unternehmen das neue Modell DB11. Der Kultwagen-Bauer war in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte sieben Mal insolvent und gehörte bis 2007 zum US-Autobauer Ford. Derzeit ist der Autobauer in der Hand von Investoren aus Kuwait und Italien. Auch Daimler, die Muttergesellschaft von Mercedes-Benz, hält eine kleine Beteiligung.

    Der Börsengang wäre ein Stimmungstest für britische Unternehmen, da nur sehr wenige große Börsengänge erwartet werden, bevor Großbritannien die Europäische Union im März 2019 verlässt. Aston-Martin-Chef Palmer sagte allerdings, dass der Brexit dem Unternehmen keine großen Sorgen, da es relativ wenige Autos in Kontinentaleuropa verkaufe. Allerdings importiert das Unternehmen rund zwei Drittel seiner Autoteile aus Europa.

    Der Autohersteller hofft, die Produktion auf 14.000 Fahrzeuge pro Jahr zu verdoppeln, da die Nachfrage von sehr wohlhabenden Autoliebhaber steigt. Das Unternehmen mit Sitz in Gaydon in Warwickshire verkaufte im vergangenen Jahr 5098 Autos – die höchste Zahl seit neun Jahren. Die am schnellsten wachsenden Märkte waren dabei die USA, Großbritannien und China.

    Palmer sagte, es habe eine Wachstumsexplosion in China gegeben mit einem Umsatzanstieg von 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aston Martin plant deswegen auch die Eröffnung von zehn neuen Showrooms in China.

    Aston Martin DB 11 – außen Bond, innen Daimler
    Optischer Hingucker
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    Kein Auto des britischen Film-Agenten James Bond hat jemals eine so große Wirkung entfaltet, wie der Aston Martin DB5 in den 60er-Jahren. Bis heute spielen die Macher bei Aston Martin gerne mit dem Bond-Image, schließlich beschert es ihnen kostenlose Werbung und wirkt stilbildend auf das Image der Marke. Doch Aston muss nach vielen harten Jahren am Rande des Abgrunds seine aktuellen Modelle auch in der Gegenwart verkaufen. Von daher stellt sich beim DB 11 Coupé die Frage: Gibt es für Aston Martin überhaupt ein Leben jenseits von James? Zumindest optisch ist der Wagen ein Hingucker.

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    Zeitloses Design
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    Die Form des 2+2-Sitzers hat alle Zutaten eines klassischen Sportwagens: Eine lange Motorhaube, eine hohe Gürtellinie mit wenig seitlichem Glasanteil und imposantes Heck. Der DB 11 Coupé besticht mit zeitlosem Design.

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    Neue Fahreigenschaften
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    Der Nachfolger des von 2004 bis 2016 gebauten DB 9 steht auf einer neuen Plattform, die es den Briten ermöglicht, einen echten Gran Turismo auf den Markt zu bringen. Der DB 11 fährt sich in eben jener Einstellung, nämlich GT, immer sportlich, aber auch für Langstrecken noch komfortabel genug. Schaltet man dagegen in den Sport-Modus, wechselt das Coupé seinen Charakter, wird laut und radikal. Das funktioniert technisch prächtig, will aber zur souveränen Ausstrahlung des Fahrzeugs nicht so recht passen.

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    Von wegen Viersitzer
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    Das Gesamtpaket aus Motor und Achtgang-Automatikgetriebe stimmt aber, die Lenkung ist exakt, die Bremsen packen beherzt zu. Auch an der Sitzposition gibt es zumindest für normal gewachsene Menschen nichts auszusetzen.  Man darf nur die Angabe „Viersitzer“ nicht ernst nehmen. Das Coupé ist ein Zweier mit zusätzlicher Ablagemöglichkeit auf den „Rücksitzen“.

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    V8-Technik aus Stuttgart
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    Erste Wahl im Motorraum ist beim DB11 der V8-Motor. Im Vergleich zur Ausstattung mit dem 21.000 Euro teureren V12 liegt der Wagen weniger stark auf der Vorderachse, immerhin ist er 115 Kilo leichter. Zudem handelt sich beim V8 um einen Motor von Mercedes, genauer gesagt von AMG. Daimler ist mit fünf Prozent an Aston Martin beteiligt, was es den Briten erleichtert, auf Motoren und Technik der Schwaben zurückzugreifen.

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    Altbekanntes unter der Haube
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    Im DB 11 leistet der aus dem AMG GT bekannte Motor 375 kW/510 PS und entwickelt ein Drehmoment von bis zu 675 Newtonmetern, das zwischen 2.000 und 5.000 U/min permanent anliegt. Die Fahrleistungen: Nach 4,0 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, maximal sollen 300 km/h möglich sein. Den Normverbrauch hat Aston Martin ganz knapp unter die 10 Liter gedrückt, was aber natürlich in der Praxis nicht einzuhalten ist. Die Formel: Je größer und stärker der Motor, desto höher die Abweichung von der Norm, gilt auch hier. Aber wer 200.000 Euro für ein Auto ausgibt, wird sich von über 14 Litern realem Durchschnittsverbrauch kaum schrecken lassen.

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    Instabiles Infotainment
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    Im fein eingerichteten Innenraum wird einem Mercedes-Fahrer das eine oder andere bekannt vorkommen, etwa das Infotainment mit dem üblichen Dreh-/Drücksteller und der etwas gewöhnungsbedürftigen Bedienung. Im Aston Martin wirkt das System aber nicht ganz so souverän, sogar einen Bildschirmausfall musste während dem Test kurzfristig verkraftet werden.

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    Aston Martins gingen in den ersten drei Monaten dieses Jahres für durchschnittlich 176.000 Euro über den Tisch, was eine Preissteigerung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Das Unternehmen führt den Anstieg darauf zurück, dass immer mehr Käufer ihre Fahrzeuge mit teuren Designmöglichkeiten und Sonderausstattungen personalisieren.

    Aston Martin ist zudem in das Rennen um vollelektrische Luxus-Sport-Utility-Fahrzeuge eingestiegen. Im Mai verkündete es Pläne für den Bau eines Superluxus-Elektro-SUV unter seiner neuen Marke Lagonda, der voraussichtlich 2021 erhältlich sein wird.
    Mit Material von Reuters und dpa

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