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Britischer Autohersteller Milliardenverlust für Jaguar Land Rover

Der britische Autohersteller hat wegen hoher Abschreibungen im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust gemacht. Auch das Geschäft in China läuft schlecht.
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Der Jaguar i-Pace ist das erste Elektroauto der Briten, kann die Absatzschwäche aber auch nicht stoppen. Quelle: Reuters
Probleme bei Jaguar

Der Jaguar i-Pace ist das erste Elektroauto der Briten, kann die Absatzschwäche aber auch nicht stoppen.

(Foto: Reuters)

London Jaguar Land Rover (JLR) macht seinen indischen Besitzern Tata Motors derzeit nicht viel Freude: Für das vergangene Jahr musste der größte britische Autohersteller einen Milliardenverlust in Höhe von 3,6 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro) vor Steuern verbuchen, wie JLR am Montag mitteilte.

Grund dafür waren nicht zuletzt Abschreibungen in Höhe von 3,1 Milliarden Pfund auf Immobilien und Produktionsanlagen sowie eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Ohne die Abschreibungen, die bereits vor einigen Wochen angekündigt worden waren, wäre vor Steuern ein Verlust von 358 Millionen Pfund angefallen. Der Umsatz ging auf 24,2 Milliarden von 25,8 Milliarden Pfund ein Jahr zuvor zurück.

Der Hersteller von Sport- und Geländewagen befindet sich gerade im Zentrum „eines perfekten Sturms“, wie Autoexperten sagen: Der bevorstehende Brexit, der Dieselskandal und schwache Absatzzahlen in China belasten. Im vergangenen Jahr war der chinesische Markt erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder geschrumpft. Auch die deutschen Autohersteller BMW und Daimler hatten ihre Gewinnprognosen wegen des anhaltenden Handelsstreits zwischen den USA und China nach unten korrigiert.

Der Absatz von JLR fiel um 5,8 Prozent auf 578.915 Fahrzeuge, und das trotz höherer Verkaufszahlen in Großbritannien und den USA. Immerhin lief es im letzten Quartal des am 31. März abgeschlossenen Geschäftsjahres besser: Im vierten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Gewinn vor Steuern von 120 Millionen Pfund.

Angesichts der Schwierigkeiten hatte JLR bereits vergangenes Jahr ein Sparprogramm auf den Weg gebracht. Bis 2020 sollen weltweit 4.500 Stellen abgebaut werden. Der Gewinn soll damit um 2,5 Milliarden Pfund gesteigert werden. Es seien bereits 1,25 Milliarden Pfund eingespart worden, berichtete Firmenchef Ralf Speth am Montag.

Keine Stellungnahme zu PSA-Gerüchten

Kurzfristig dürfte der Umbau allerdings kosten: Tata rechnet eigenen Angaben zufolge mit zusätzlichen Aufwendungen für den Personalabbau von 200 Millionen Pfund. „Jaguar Land Rover war eines der ersten Unternehmen in der Branche, die den zahlreichen Gegenwinden begegneten, die die Automobilindustrie gleichzeitig erfasst haben“, kommentierte Speth die Zahlen. Es würden „konzertierte Maßnahmen“ ergriffen, „um die Komplexität zu verringern und unser Geschäft durch Kosten- und Cashflow-Verbesserungen zu transformieren“.

Zu Gerüchten, wonach JLR von dem französischen Konzern PSA Group, Mutterkonzern von Peugeot, Citroën, Opel und Vauxhall, übernommen werden könnte, äußerte sich JLR-Chef Speth nicht. Kürzlich hatte er dem Nachrichtendienst Bloomberg gegenüber erklärt, er könne nicht bestätigen, dass es Gespräche zwischen dem in Mumbai ansässigen Unternehmen Tata und dem französischen Konzern gegeben habe. „Autofirmen reden immer über technische Dinge oder was auch immer“, sagte er vor wenigen Tagen. „Wir reden mit allen. Ich kann definitiv nicht für Tata sprechen. Ich bin ein normaler Angestellter in diesem Imperium und kann daher keine Aussage machen“.

Mehr: Bislang war Jaguar Land Rover für den indischen Konzern Tata ein Gewinnbringer. Doch die Krise der Briten wird auch für die Inder zum Problem.

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