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BSH Hausgeräte Umsatz mit Bosch-Hausgeräten sinkt erstmals seit fast zehn Jahren

BSH steht derzeit in wichtigen Weltregionen unter Druck. Als Reaktion will das Unternehmen noch stärker auf die Kosten achten und weiter Stellen abbauen.
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Bosch-Tochter: Umsatz von BSH Hausgeräte sinkt Quelle: dpa
Produktion von Waschmaschinen bei BSH in Nauen

Im vergangenen Jahr sanken die Erlöse auf dem europäischen Heimatmarkt und in China, zulegen konnte der Konzern in Asien-Pazifik und in Nordamerika.

(Foto: dpa)

MünchenDie Zeiten stürmischen Wachstums sind für die Bosch-Tochter BSH Hausgeräte erst einmal vorbei. Im vergangenen Jahr sanken die Umsätze erstmals seit 2009 um gut drei Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. „Die Entwicklung unserer Märkte ist volatiler geworden, gleichzeitig sehen wir einen stark zunehmenden Wettbewerb aus Asien sowie Herausforderungen im Handel“, sagte Vorstandschef Karsten Ottenberg am Donnerstag.

In diesem Umfeld habe sich die BSH aber noch gut behauptet, währungsbereinigt verblieb noch ein kleines Umsatzplus von einem Prozent. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern im Schnitt allerdings um mehr als sechs Prozent zugelegt.

Ottenberg wollte den Umsatz eigentlich bis 2025 auf 20 Milliarden Euro steigern. Das Ziel gelte „als Nordstern“ weiter, sagte Ottenberg. Man wolle profitabel Marktanteile gewinnen. Es hänge aber vom Marktumfeld ab, ob man die 20 Milliarden Euro pünktlich erreiche.

BSH zählt neben Haier, Electrolux und Whirlpool zu den größten Hausgeräteherstellern der Welt. Als Reaktion auf die Marktabschwächung will das Unternehmen nun noch stärker auf die Kosten achten und weiter Stellen abbauen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Beschäftigten wegen Abbaus in der Türkei bereits um 900 auf 61.000 Mitarbeiter.

Unter Druck steht BSH derzeit in wichtigen Weltregionen. Im vergangenen Jahr sanken die Erlöse auf dem europäischen Heimatmarkt und in China, zulegen konnte der Konzern in Asien-Pazifik und in Nordamerika.

Das Thema Vernetzung spielt derzeit, wie in vielen anderen Branchen, bei den Hausgeräteherstellern eine zentrale Rolle. Der Münchener Konzern hatte vor fünf Jahren die Plattform Home Connect entwickelt, an die Geräte quer durch alle Kategorien angeschlossen werden können. Über Apps können die Nutzer zum Beispiel den Ofen vorheizen und werden informiert, wenn die Waschmaschine fertig ist.

Allerdings erfüllen sich noch immer längst nicht alle digitalen Küchenträume. Für dieses Frühjahr hatte BSH den digitalen Küchenassistenten namens „Mykie“ angekündigt. Das Gerät sollte Gesten und Sprache verstehen. Nun entschied sich das Unternehmen, den Helfer als Gerät doch nicht auf den Markt zu bringen. In Verbrauchertests sei Mykie nicht so angenommen worden wie erhofft, sagte Ottenberg. Die Sprachassistenten-Software werde man aber weiterentwickeln.

Geräte bestellen selbst Nachschub

Neu entwickelt hat die BSH auch die digitale Steuerungseinheit System Master für die vernetzten Hausgeräte. Mit dieser können die Kunden digitale Services nutzen, Apps herunterladen und die Software aktualisieren. Die ersten Geräte damit sollen 2020 in den Handel kommen.

Die Branche hatte jahrzehntelang vom digitalen Kühlschrank gesprochen, der die Lebensmittel selbst bestellen sollte. Doch durchgesetzt haben sich solche Konzepte lange nicht. Nach Einschätzung von Experten könnte der vernetzte Haushalt aber mit etwas Verspätung doch noch Wirklichkeit werden. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom besetzt inzwischen immerhin jeder vierte Haushalt mindestens eine Smart-Home-Anwendung.

Verbreitet seien vor allem intelligente Lichtsteuerung, Video-Überwachung und Sprachassistenten. „Wir erleben gerade den Durchbruch des Smart Home und den Siegeszug der Sprachassistenten“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg auf der letzten IFA in Berlin.

Und inzwischen gibt es auch Geräte, die den Nachschub selbst bestellen: Die BSH hat Geschirrspüler, die die Reinigungs-Tabs selbst ordern können, wenn der Besitzer das will. Und auch der digitale Kühlschrank wird, vor allem für chinesische Kunden, weiterentwickelt.

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