Bundeskartellamt Peugeot und GM unter Beobachtung

Die Kooperation zwischen Peugeot und dem Opel-Mutterkonzern GM wird vom Bundeskartellamt mit Argus-Augen beobachtet. Eine eingehende Prüfung wurde bereits eingeleitet.
Update: 04.07.2012 - 15:14 Uhr 3 Kommentare
Stehen unter besonderer Beobachtung des Bundeskartellamts: GM und Peugeot. Quelle: dpa

Stehen unter besonderer Beobachtung des Bundeskartellamts: GM und Peugeot.

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DüsseldorfDas Bundeskartellamt will die geplante Kooperation der Opel-Mutter GM mit dem französischen Autobauer Peugeot genauer unter die Lupe nehmen. Die Behörde brauche dafür bis zu drei Monate Zeit und habe eine eingehende Prüfung der Pläne eingeleitet, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Bonn.

Unter anderem wollen die Kartellwächter die Auswirkungen der Kooperation auf die Auto-Zulieferer genau analysieren und die Wettbewerbseffekte untersuchen. Jüngsten Daten des Kraftfahrtbundesamts zufolge kamen Opel, GM sowie PSA mit den Marken Peugeot und Citroen in Deutschland auf einen Marktanteil von 12,8 Prozent. Zum Vergleich: Allein die Marke VW verkaufte zuletzt mehr als jedes vierte in Deutschland neu zugelassene Auto.

Peugeot und GM hatten im Frühjahr eine umfangreiche Kooperation angekündigt, die vor allem die Kosten drücken soll. Inzwischen ist GM mit sieben Prozent an PSA beteiligt. Die Konzerne wollen den Einkauf bündeln und auch bei der Logistik kooperieren. 1,5 Milliarden Euro im Jahr wollen GM und Peugeot gemeinsam einsparen. Allerdings läuft ihre Zusammenarbeit gerade erst an: Das erste Fahrzeug auf Basis einer gemeinsamen Architektur wird für 2016 erwartet.

Doch Zeit ist angesichts des rasanten Absatzrückgangs bei Pkw in Südeuropa und den schwach ausgelasteten Werk Geld. Alleine im ersten Quartal verbuchte GM im Europageschäft einen Fehlbetrag von 256 Millionen Dollar, in den vergangenen zehn Jahren summiert sich der Verlust von Opel und der Schwestermarke Vauxhall auf 14 Milliarden Dollar Verlust. Auch dem angeschlagenen Autobauer PSA läuft die Zeit davon, Gewerkschafter rechnen mit einem Abbau von bis zu 10.000 Stellen in Frankreich.

Ein GM-Sprecher erklärte, bei der Verlängerung der Prüfung durch das Bundeskartellamt handele es sich um ein normales Vorgehen. Die Unternehmen würden weiter mit der Behörde zusammenarbeiten, um eine baldige Entscheidung der Wettbewerbshüter zu ermöglichen.

  • rtr
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3 Kommentare zu "Bundeskartellamt: Peugeot und GM unter Beobachtung"

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  • Mal wieder pro VW.Das Kartellamt sollte mal schauen,wie groß und mächtig die geworden sind.
    Dazu gehören VW,Audi,Skoda,Sear uva. mehr.

  • Warum gibt das Handelsblatt den Europaverlust von GM eigentlich immer in Dollar an. Wahrscheinlich nur, da mit es sich dramatischer anhört. Denn in Euro sind die Verluste ja um ein Fünftel geringer.

  • auchgewacht!?!

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