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Burkhard Dahmen Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro: Wie Stahlwerksausrüster SMS vom Klimaschutz profitieren will

Die Dekarbonisierung stellt die Stahlindustrie vor große Herausforderungen, vor allem finanziell. Der Düsseldorfer Stahlwerksausrüster SMS Group erhofft sich davon gute Geschäfte.
07.07.2021 - 17:25 Uhr Kommentieren
Burkhard Dahmen, CEO der SMS Group, setzt auf schnelle Dekarbonisierung. Quelle: PR
Burkhard Dahmen

Burkhard Dahmen, CEO der SMS Group, setzt auf schnelle Dekarbonisierung.

(Foto: PR)

Düsseldorf Wenn Burkhard Dahmen auf die Zukunft der Düsseldorfer SMS Group blickt, dann hat er reichlich Grund, optimistisch zu sein. Zwar ging der Auftragseingang im vergangenen Jahr pandemiebedingt um satte 40 Prozent zurück, wie der Konzern anlässlich der Vorlage der Jahreszahlen am Mittwoch mitteilte.

Doch der Wind werde sich drehen. „Für die nächsten drei Jahre gehen wir von einer deutlichen Belebung unseres Geschäfts aus“, so der Manager. Getrieben werde der Boom „durch Digitalisierungsprojekte und einen weiteren Ausbau des integrierten Servicegeschäfts sowie Investitionen unserer Kunden zur Dekarbonisierung ihrer Prozesse“.

Denn der Umstieg auf klimaneutrale Produktionsverfahren ist für die Stahlindustrie eine Mammutaufgabe. Allein in Deutschland rechnet die Branche mit einem Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro, um die klimaschädliche Kohle in den eigenen Produktionsprozessen schrittweise erst durch Erdgas, später durch Wasserstoff zu ersetzen.

Noch gibt es weltweit keinen Hersteller, dem diese Transformation vollständig gelungen ist. Doch die Unternehmen arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Konzepte in den Industriemaßstab zu überführen.

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Standort erkennen

    Die Anlagen, die sie dafür benötigen, liefert die SMS Group. „Wir stehen bereits heute als Komplettanbieter für alle Lösungen zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie bereit“, sagt CEO Dahmen. Allerdings seien die Voraussetzungen für das Geschäft in den verschiedenen Märkten, in denen das Unternehmen tätig ist, höchst unterschiedlich.

    So habe beispielsweise der Protektionismus in den USA das dortige Geschäft belebt. In Europa hingegen herrsche in der Branche ein immenser Innovationsdruck, um die immer stärker steigenden Anforderungen an den Klimaschutz zu erfüllen.

    Immenser Innovationsdruck

    Um auf diese verschiedenen Herausforderungen zu reagieren, hatte Dahmen bereits im vergangenen Jahr angekündigt, mehr Verantwortung in die Regionalgesellschaften der SMS Group zu übergeben. Dabei soll ein großer Teil des zukünftigen Wachstums auch auf das Servicegeschäft entfallen, dessen Umsatzanteil bis 2030 auf die Hälfte ansteigen soll.

    Weiteres Umsatzpotenzial will Dahmen mit neuen Geschäftsbereichen heben, zu denen beispielsweise Schwerlastregalsysteme für Häfen und Airports zählen. Mit dem weltweit größten Hafenbetreiber DP World hat die SMS Group daher das Joint Venture Boxbay gegründet, nachdem ein Pilotprojekt am Hafen in Dubai erfolgreich verlief.

    „Wir sind daher zuversichtlich, dass wir in den kommenden Monaten den ersten Auftrag für ein großindustrielles Lager erhalten werden“, sagte der Vorstandssprecher. Auch das neue Geschäft mit Anlagen zur Herstellung von Stahlpulver, das sich beispielsweise im industriellen 3D-Druck einsetzen lässt, entwickelt sich vielversprechend.

    So hat der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu den Konzern im vergangenen Jahr mit der Lieferung einer entsprechenden Anlage beauftragt, die erstmals über ein Subscription-Modell abgerechnet wird. Gezahlt wird also kein Gesamtpreis für die Anlage, sondern lediglich die jeweilige Nutzung.

    Für 2021 rechnet die SMS Group angesichts der Erholung in der Stahlbranche mit einer „deutlichen Steigerung des Auftragseingangs“, die sich bereits im ersten halben Jahr bemerkbar gemacht habe, so Dahmen. Der Umsatz allerdings werde auf Vorjahresniveau (2020: 2,7 Milliarden Euro) bleiben, was auch damit zusammenhängen dürfte, dass zwischen der Erteilung eines Auftrags und seiner vollständigen Abarbeitung nicht selten mehrere Monate bis Jahre vergehen können.

    Personalkosten runter

    Die positive Prognose steht allerdings unter einem Vorbehalt. Denn nicht nur der Stahlpreis, auch die Kosten für wichtige Vormaterialien haben zuletzt spürbar angezogen. Das setzt viele Stahlwerke unter Druck.

    „Die derzeit steigenden Preise für Kohle und Eisenerz, die sich unmittelbar auf die Kosten unserer Kunden auswirken, könnten diese Belebung dämpfen“, schränkte Dahmen ein. Das sorgt mittelbar auch für Preisdruck bei dem Stahlwerksausrüster, der daher seine Kosten in den kommenden Jahren senken will.

    So stellte Dahmen in Aussicht, dass die Personalkosten in Deutschland erneut um 100 Millionen Euro sinken sollen, nachdem die Belegschaft in den vergangenen Jahren schon einmal deutlich verkleinert worden war. So war zwischen 2018 und 2020 bereits jeder siebte Arbeitsplatz der SMS Group in Deutschland weggefallen. Derzeit verhandelt das Management die Details der neuerlichen Abbaupläne noch mit der IG Metall.

    Mehr: Wie der SMS-Chef den Anlagenbauer neu erfinden will

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