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Busch stockt auf Anteil an Konkurrent Pfeiffer Vacuum erhöht

Busch baut sein Engagement bei der Konkurrenz aus. Der Vakuumpumpenhersteller verdoppelt nahezu seinen Anteil von 15 Prozent beim Mitbewerber Pfeiffer Vacuum. Dessen Aktie stieg auf ein Rekordhoch.
15.10.2015 - 19:11 Uhr
„Als Aktionär wollen wir Pfeiffer Vacuum nach Kräften dabei unterstützen, die Chancen in diesem uns wohlbekannten Markt zu ergreifen“, erklärte Busch-Geschäftsführer Sami Busch. Quelle: PR
Mitarbeiter von Pfeiffer Vacuum

„Als Aktionär wollen wir Pfeiffer Vacuum nach Kräften dabei unterstützen, die Chancen in diesem uns wohlbekannten Markt zu ergreifen“, erklärte Busch-Geschäftsführer Sami Busch.

(Foto: PR)

Düsseldorf Der familiengeführte Vakuumpumpenhersteller Busch-Holding hat seinen Anteil am börsennotierten Wettbewerber Pfeiffer Vacuum erhöht. Busch halte nun gut 27 Prozent der Stimmrechte und sehe sich als Ankeraktionär von Pfeiffer Vacuum, teilte das Familienunternehmen am Donnerstag mit. Damit dürfte Busch sich um einen Sitz im Aufsichtsrat bemühen. Die Aktien seien in den vergangenen Tagen aus dem Streubesitz erworben und mit Eigenmitteln finanziert worden. Im September war Busch mit 15 Prozent bei Pfeiffer eingestiegen und hatte sein Engagement als Finanzanlage bezeichnet.

„Pfeiffer Vacuum ist ein attraktives Unternehmen in einem Markt mit interessanten Wachstumsperspektiven“, sagte Busch-Gesellschafter Sami Busch am Donnerstag. „Als Aktionär wollen wir Pfeiffer Vacuum nach Kräften dabei unterstützen, die Chancen in diesem uns wohlbekannten Markt zu ergreifen. Davon werden sowohl das Unternehmen als auch wir als Investor profitieren.“ Ein Sprecher fügte hinzu, Busch strebe keine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur etwa im Hinblick auf die Dividendenpolitik von Pfeiffer Vaccuum an. Die Aktie von Pfeiffer Vacuum stieg nach der Aufstockung um fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 110,75 Euro. Das Aktienpaket von Busch ist damit rund 300 Millionen Euro wert.

Feindliche Übernahmen – Tops und Flops
Potash und K+S
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Der kanadische Düngemittelhersteller Potash hat ein Übernahmeangebot in Höhe von rund acht Milliarden Euro für den Kasseler Konkurrenten K+S auf den Tisch gelegt. So wollen die Kanadier wieder zum Weltmarktführer für Kalisalze aufsteigen. Dafür sind sie bereit, einen Aufschlag von 40 Prozent auf den derzeitigen Aktienkurs zu bezahlen. K+S will das Angebot prüfen, hieß es zuletzt. Solche feindlichen – oder neutraler: unkoordinierten – Übernahmen gibt es immer wieder. So versuchte etwa...

(Foto: dpa)
Pirelli und Continental
2 von 14

...der ehemalige Reifen- und Kabelhersteller Pirelli 1990, den Automobilzulieferer Continental zu übernehmen. Aufgefallen war der Versuch durch hohe Kurssprünge der Continental-Aktie. Doch die Übernahme konnte verhindert werden: Eine Abwehrfront deutscher Großunternehmen erwarb auf Bitten des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder unter Federführung der Deutschen Bank eine Sperrminorität an Continental. Nach langem Kampf ging Pirelli die Liquidität aus, und Continental blieb vorerst eigenständig.

(Foto: dpa)
Krupp und Thyssen
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Erfolgreicher verlief die Übernahme des Dortmunder Anlagenbau- und Stahlkonzerns Hoesch durch Thyssen 1992. Auf diesem Plakat vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Hoesch in Duisburg wird jedoch bereits für eine spätere Fusion geworben: die zwischen Krupp und Thyssen. Ursprünglich hatte Krupp eine feindliche Übernahme des ungleich größeren Konkurrenten Thyssen geplant. Als die Pläne der Öffentlichkeit bekannt wurden, fusionierten die beiden Unternehmen stattdessen – nach Protesten von rund 30.000 Stahlarbeitern.

(Foto: ap)
Vodafone und Mannesmann
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Das erste Übernahmeangebot durch Vodafone lehnte der Mannesmann-Konzern 1999 ab. Nach geheimen Verhandlungen beschlossen die beiden Mobilfunk-Konzerne ein Jahr später dann doch eine „einvernehmliche“ Fusion – mit gerichtlichem Nachspiel. Denn die Abfindung für den Mannesmann-Vorstand um Klaus Esser gingen in die Millionen. Allein Esser soll an der Fusion 60 Millionen Mark verdient haben. Die gerichtliche Klärung zog sich bis 2006 – und endete mit einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage von 1,5 Millionen Euro.

(Foto: ap)
WCM und Klöckner
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Nur die wenigsten Übernahmen versetzen Arbeitnehmer in Euphorie, doch das Übernahmeangebot der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft WCM wurde von der Belegschaft des Stahlhändlers Klöckner einhellig begrüßt. Allein, der Vorstand wehrte sich mit Kräften – vergeblich. WCM stockte seinen Anteil von 40 auf 70 Prozent auf und versprach, keine Arbeitsplätze abzubauen. Rund drei Jahre später ging WCM insolvent und trat seine Klöckner-Anteile an Salzgitter ab.

(Foto: dpa)
Robert Bosch und Buderus
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Zwei Anläufe brauchte der Autozulieferer Robert Bosch, bis die Übernahme des Heiztechnik-Spezialisten Buderus im Jahr 2003 gelang. Von Bilfinger Berger übernahm Bosch ein 30-Prozent-Paket an Buderus – für 551 Millionen Euro. Der damalige Chef von Buderus, Uwe Lüders, galt als einer der schärfsten Kritiker des Deals – und gab nur kurze Zeit nach der Einigung seinen Chefposten auf.

(Foto: dpa)
INA/Schaeffler und FAG Kugelfischer
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670 Millionen Euro: So viel ließ sich der Wälzlagerhersteller INA/Schaeffler die Übernahme des Maschinenbauers FAG Kugelfischer kosten. Zuvor hatte FAG sich fünf Wochen lang heftig gegen die Pläne des Familienunternehmens gewehrt, bis der Deal im Oktober 2001 unter Dach und Fach war.

(Foto: dpa)

Busch produziert Vakuumpumpen für alle Industriebereiche und veröffentlichte für 2013 einen Umsatz in der Holding von knapp 400 Millionen Euro. Die Erlöse der Gruppe wurden nicht bekannt gegeben. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit mehr als 2.700 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erlöste Pfeiffer Vacuum mit seinen Pumpsystemen, die überwiegend an die Halbleiterindustrie gehen, 2014 über 400 Millionen Euro. Das TecDax-Unternehmen hat rund 2250 Mitarbeiter.

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