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CATL-Pläne Chinesisches Batteriewerk in Erfurt soll größer werden als Teslas Gigafactory

Die Batteriezellen für deutsche Autowerke sollen in Erfurt entstehen. Der chinesische Hersteller CATL will seine Produktion dort deutlich erweitern.
Update: 05.02.2019 - 15:58 Uhr Kommentieren
CATL: Chinesisches Batteriewerk in Erfurt wird deutlich größer Quelle: obs
Batterie als Herz des Elektroautos

Lithium-Ionen-Batterien sollen das Elektroauto der Zukunft antreiben. Darum soll die Produktion deutlich steigen.

(Foto: obs)

Bochum. DüsseldorfFast beiläufig rechnet Matthias Zentgraf, Europachef des chinesischen Zellenherstellers CATL, vor, wie die Batteriezellenfabrik im thüringischen Erfurt zu einer der größten Zellenproduktionen der Welt werden könnte.

„Wir wollen im ersten Schritt mit 14 Gigawattstunden beginnen und schätzen nun, dass wir spätestens ab 2026 im dreistelligen Gigawattbereich sein könnten“, erzählt der Maschinenbauingenieur den Zuhörern auf dem „Car Symposium“ in Bochum. Damit wäre die deutsche Zellenfabrik größer als die Gigafactory des E-Auto-Pioniers Tesla in den USA, die aktuell Batteriezellen mit einer Gesamtkapazität von 20 Gigawattstunden (GWh) herstellt.

Dass die Chinesen derart hohe Erwartungen an den europäischen Elektroautomarkt haben, hängt vor allem mit den strengen CO2-Vorgaben der EU für 2030 zusammen. „Im vergangenen Jahr hat sich einiges getan, die neuen CO2-Ziele führen zu einer schneller anziehenden Nachfrage nach E-Autos, als wir gedacht hatten“, erklärte Zentgraf im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Bis 2030 soll der durchschnittliche Flottenverbrauch von Neufahrzeugen um 35 Prozent sinken. Ein Wert, der mit Verbrennungsmotoren allein unerreichbar scheint. Die großen deutschen Hersteller wie Volkswagen, BMW und Daimler wollen ihre Flotten in den kommenden Jahren massiv elektrifizieren und brauchen daher dringend Batteriezellen.

Allein BMW bezieht für vier Milliarden Euro Zellen bei CATL. Und fast die Hälfte des Auftragsvolumens, nämlich 1,5 Milliarden Euro, soll aus dem Werk in Erfurt kommen. Auch Volkswagen hat im vergangenen Jahr Aufträge für Elektroautobatterien im Wert von 48 Milliarden Euro vergeben. Außer den koreanischen Zellenherstellern LG Chem und Samsung SDI hat auch CATL den Zuschlag für die Milliardenbestellung bekommen.

Unangefochten an der Spitze

Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) ist nach nur sieben Jahren auf die oberen Ränge des hart umkämpften Zukunftsmarkts vorgerückt. Der Konzern unter Zeng Yuqun, dem 50-jährigen Ingenieur und Gründer des Branchenriesen, profitiert massiv von der staatlichen Unterstützung in seiner Heimat. 2017 verzeichnete Zengs Unternehmen einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Dollar und ist mit 41 Prozent Marktanteil Chinas größter Batteriezellenhersteller.

Weltweit löste CATL im vergangenen Jahr den japanischen Konzern Panasonic an der Spitze ab. Innerhalb eines Jahres hatte der chinesische Zellenriese sein Produktionsvolumen verdoppelt, von knapp zwölf auf nunmehr fast 25 GWh. „Für 2020 planen wir, ein weltweites Produktionsvolumen von 100 GWh zu erreichen“, sagte Zentgraf am Dienstag in Bochum.

Dass die erste Batteriezellenfabrik in Deutschland von einem chinesischen Unternehmen gebaut wird, ist für den CATL-Europachef nichts anderes als die Folge einer deutschen Wirtschaft, „die sich nicht getraut hat“. Dass die Bundesregierung dem Ganzen nun mit Fördergeldern auf die Sprünge helfen will, begrüßt der ehemalige BMW-Ingenieur trotzdem. „Wettbewerb ist immer gut“, sagt er.

Als potenzielle Konkurrenz zu CATL sieht Zentgraf das Vorhaben aus dem Rheinland aber nicht. Eine Allianz deutscher Elektromobilitätsunternehmen, darunter der Aachener Autobauer Ego, der Batteriehersteller BMZ-Group und das Start-up TerraE, hatte zuletzt Pläne öffentlich gemacht, eine eigene Batteriezellenproduktion in NRW aufzubauen, über die das Handelsblatt exklusiv berichtet hatte.

Doch die Produktion dürfte bei einer aktuell geplanten Kapazität von acht GWh deutlich kleiner ausfallen als bei der chinesischen Konkurrenz in Erfurt.

Und CATL sieht sich schon nach weiteren Standorten in Europa um. So prüfe man zwar die Möglichkeit, die vereinbarten 70 Hektar in Erfurt zu erweitern. „Aber wir schauen uns zurzeit schon einmal um für den Fall, dass das nicht reichen sollte“, sagte Zentgraf. Dann würde man auch den Bau einer zweiten Fabrik in Erwägung ziehen. Fest geplant sei noch nichts.

„Jetzt bauen wir erst einmal unsere Fabrik in Erfurt“, bestätigte er. Der erste Spatenstich soll in diesem Frühjahr erfolgen. 2021 sollen die ersten Batteriezellen vom Band laufen.

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