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CDP-Untersuchung Teure Wende: Klimaneutralität wird die Unternehmen viele Milliarden kosten

2019 meldeten europäische Unternehmen Investitionen von rund 124 Milliarden Euro in Klimaschutztechnologien. Umweltschützer sind aber skeptisch.
25.02.2020 - 00:01 Uhr 1 Kommentar
Stahlhersteller zählen zu den größten CO2-Emittenten in Deutschland. Bis 2050 will die Branche klimaneutral werden. Quelle: Imago
Stahlwerk

Stahlhersteller zählen zu den größten CO2-Emittenten in Deutschland. Bis 2050 will die Branche klimaneutral werden.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Für den frisch gekürten BP-Chef Bernard Looney war der erste öffentliche Auftritt in seiner neuen Position ein Kinderspiel. Nach monatelangen Demonstrationen erzürnter Aktivisten vor der Firmenzentrale in London durfte der ehemalige Downstream-Manager des Ölkonzerns erstmals Dinge sagen, die seinem Vorgänger Bob Dudley niemals über die Lippen gekommen wären.

„Wir müssen uns verändern. Ab heute wird unser oberstes Ziel sein, die Welt mit sauberer, verlässlicher und bezahlbarer Energie zu versorgen“, sagte Looney vor knapp zwei Wochen bei der Vorstellung der neuen Strategie in London. Und die hat es in sich: Bis 2050 will der fossile Energieriese komplett klimaneutral sein. Und zwar inklusive der CO2-Emissionen, die am Ende durch die Verbrennung im Tank des Konsumenten entstehen.

Ein Ölunternehmen wird klimaneutral? Mit dem Ziel hat der BP-Chef für großes Aufsehen gesorgt. Doch mit seinem Plan ist er nicht allein. Große europäische Unternehmen verkünden derzeit nahezu im Wochentakt ambitionierte Klimaziele. Alle haben sich vorgenommen, ab 2030 oder 2040 erstens weniger und zweitens nur so viel CO2 auszustoßen, wie sie woanders vermeiden können.

Medienunternehmen Bertelsmann verkündete etwa vor wenigen Tagen, dieses Ziel bis 2030 zu erreichen, IT-Konzern Microsoft plant die Klimaneutralität für dasselbe Jahr, ebenso wie Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Bosch will sogar schon in diesem Jahr CO2-neutral arbeiten. In der gesamten Industrie, so beobachtet Markus Steilemann, CEO des Chemiekonzerns Covestro, habe ein regelrechter Wettbewerb um Klimaziele eingesetzt.

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    Die Ankündigungen der vergangenen Monate haben eine gewaltige Summe an Versprechungen zusammengebracht. Eine dem Handelsblatt vorliegende aktuelle Untersuchung der renommierten Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) zeigt: Europäische Unternehmen wollen ihren neuen Plänen zufolge 2,4 Gigatonnen Emissionen vermeiden – das ist mehr als Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Polen zusammengenommen jährlich ausstoßen.

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    Das britische CDP gilt als führend in der Analyse der Umweltdaten von Unternehmen, hinter der Organisation stehen mehr als 600 institutionelle Investoren. Die Experten haben sich in der Studie gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman die Klimapläne von über 882 börsennotierten Konzernen in Europa näher angeschaut.

    Das Ergebnis: Um die Ziele zu erreichen, stecken die Unternehmen bereits Milliarden in neue, CO2-arme Technologien und in Investitionen zur Emissionsreduktion. Das CDP beziffert die Summe europaweit auf 124 Milliarden Euro, davon entfallen 44 Milliarden Euro auf deutsche Firmen. Das erscheint viel, reicht allerdings bei Weitem nicht aus, um das von der EU ausgerufene Ziel der Klimaneutralität in Europa ab 2050 zu erreichen.

    Dazu müssten die europäischen Unternehmen ihre Investitionen in CO2-Reduzierung verdoppeln, heißt es in der Untersuchung. Weil das viele an die Grenzen des finanziell Machbaren bringen würde, sieht Steven Tebbe, Managing Director von CDP Europe, die Politik und Geldgeber in der Pflicht: „Für Industrien, in denen die Kohlendioxidreduzierung eine größere Herausforderung darstellt, müssen die Finanzmärkte und Politikmachenden ernsthaft bessere Konditionen für CO2-arme Investitionen schaffen.“

    Andere zweifeln, ob die Unternehmen ihre Ziele erreichen können. „Einerseits freuen wir uns über jeden Schritt in die richtige Richtung. Andererseits merkt man bei genauerem Hinsehen leider, dass viele Policies vor allem heiße Luft sind oder zu wenig und zu spät verändern“, sagt Heffa Schücking, Direktorin der Klimaschutzorganisation Urgewald.

    Häufig fehlen aus ihrer Sicht konkrete Zwischenschritte und belastbare Daten. „Was nützt Klimaneutralität bis 2040, wenn jetzt sofort akuter Handlungsbedarf besteht?“, fragt Schücking. RWE wolle bis 2040 klimaneutral werden, aber auch erst 2038 das letzte Braunkohlekraftwerk abschalten. „So werden wir den Klimawandel nicht aufhalten.“

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    Immerhin: Die Ankündigung von BP markiert eine Zeitenwende. Das Unternehmen ist das erste seiner Branche, das sich das Ziel gesetzt hat, innerhalb von 30 Jahren die Klimabilanz auf netto null zu bekommen. Dabei geht es allein für BP um 415 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Zwar hatte Konkurrent Shell bereits im vergangenen Jahr verkündet, den CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren, BP geht nun aber noch einen Schritt weiter.

    Auch die großen Tech-Konzerne peilen Klimaneutralität an. Sie haben es im Vergleich zu Öl- oder Energiekonzernen allerdings einfach. Hier entsteht das meiste CO2 durch den Energieverbrauch der Rechenzentren. Also decken sich Google, Facebook, Apple und Co. zunehmend mit Grünstrom ein.

    In vier Jahren will Amazon immerhin 80 Prozent seines Stroms aus regenerativen Quellen beziehen. 2030 will der Internethändler dann komplett auf grünen Strom umsteigen und zehn Jahre später auch klimaneutral werden. Während die Internetriesen sich ihr grünes Gewissen erkaufen können, gestaltet sich das für Industriekonzerne wie BP deutlich schwieriger.

    BP, Shell oder auch Thyssen-Krupp hören nicht plötzlich auf, Kohlendioxid zu produzieren. Vor allem dann nicht, wenn sie wie die Ölmultis weiter an der Förderung fossiler Energien festhalten.
    Von Umweltschützern gibt es deswegen heftige Kritik an den öffentlichkeitswirksamen Klimazielen der fossilen Verschmutzer.

    „BP kann nicht in diesem Jahr 71 Milliarden Dollar in die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder stecken und dann behaupten, bis 2050 kein CO2 mehr zu emittieren“, sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace. Dass der Energiekonzern seine selbst gesteckten Ziele erreicht, hält Schinerl für mehr als unwahrscheinlich. „Bis jetzt ist das eine schöne Ansage, aber leider ohne Substanz.“

    BP müsste 33 Milliarden Bäume pflanzen
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    • Es ist ein Naturgesetz, der Mensch muss sich der Umwelt Anpassen, wie alle Lebewesen auf der Erde.
      Zumal unser Energiehunger unermesslich wird. Deshalb müssen wir neueste Technologien und Forschung in unsere Märkte einbringen, damit wir uns weiter entwickeln. Deutsche Ingenieure und internationale Forscher haben eine revolutionäre Alternative zur Energienutzung am Start.Die Berliner Neutrino Energy Group bietet sensationelle Innovationen. Sie testet aktuell Geräte zur Gewinnung von sauberem Strom aus kosmischer Strahlung. Holger Thorsten Schubart, CEO dieses deutsch-amerikanische Forschungsunternehmen hat die Entwicklung eines innovativen High-Tech-Materials auf Basis einer Vielzahl von dotiertem Kohlenstoff und Silizium zum Abschluss gebracht, mit dem ein Teil der kinetischen Energie von Partikeln des unsichtbaren Strahlungsspektrums in Elektrizität umgewandelt wird. Derzeit werden die ersten industriellen Muster des sogenannten NEUTRINO POWER CUBE, eines Geräts, das saubere Energie liefert, in Deutschland unter Laborbedingungen getestet. Neutrinos, hochenergetische Teilchen, die als Teil der kosmischen Strahlung des unsichtbaren Spektrums kontinuierlich auf die Erde treffen, sind nach jüngsten Untersuchungen eine unerschöpfliche Energiequelle. "Der Energieerhaltungssatz funktioniert. ", sagt der Physiker Professor Strauss, ein ehemaliger Forscher am Massachusetts Institute of Technology, USA, und Mitglied des wissenschaftlichen Rates der NEUTRINO ENERGY Group. Auch im Karlsruher Institut für Technologie wird seit September 2019 offiziell mit Neutrino-Messungen bewiesen, dass diese neue Ära der Energienutzung einen gesamten Systemwechsel in der Anwendung von Neutrinovoltaik bewirken wird. Ein Wandel von der Stromversorgung über Grosskraftwerke und Stromtrassen zur MOBILEN UND DEZENTRALEN HAUSHALTSVERSORGUNG ohne Kabel und Steckdosen ist vergleichbar mit dem Wandel von der Festnetztelefonie zur heutigen, mobilen Smartphone-Telefonie. Eine Weltsensation.

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