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Cellcentric Bosch erhält Großauftrag für Brennstoffzellenkomponente von Daimler und Volvo

Das Joint Venture der beiden Autobauer bestellt für seine Brennstoffzellentrucks elektrische Luftverdichter von Bosch. Es will weltweit ein führender Hersteller von Brennstoffzellensystemen werden.
17.06.2021 - 16:40 Uhr Kommentieren
Bosch soll nach den Plänen von CEO Volkmar Denner zwischen 2021 bis 2024 rund 600 Millionen Euro allein in die Entwicklung von Brennstoffzellen für den mobilen Einsatz investieren. Quelle: AFP
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Bosch soll nach den Plänen von CEO Volkmar Denner zwischen 2021 bis 2024 rund 600 Millionen Euro allein in die Entwicklung von Brennstoffzellen für den mobilen Einsatz investieren.

(Foto: AFP)

Stuttgart Das Brennstoffzellengeschäft von Bosch nimmt mit dem dritten Großauftrag Fahrt auf. Nach dem US-Projekt Nikola und dem Joint Venture mit Qingling in China bedienen sich jetzt auch Daimler und Volvo – die Weltmarktführer im Lkw-Geschäft – bei Bosch, und bestellen Luftverdichter. Diese Kernkomponente regelt im Brennstoffzellensystem die Sauerstoffzufuhr.

Über das Auftragsvolumen will Bosch nichts sagen. „Luftverdichter entsprechen bei der Werthaltigkeit einem Commonrail-Einspritzsystem bei einem Dieselaggregat“, sagte ein Sprecher. Es handelt sich also dabei um eine besonders wertvolle Schlüsselkomponente. Für die Hightech-Komponente hat Bosch eine langfristige Liefervereinbarung mit Cellcentric, dem Joint Venture von Daimler Truck und der Volvo Group. Die Serienproduktion ist ab Mitte des Jahrzehnts geplant.

Als 50:50-Joint-Venture der beiden großen Hersteller verantwortet Cellcentric alle Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wie Bosch verfolgt das Joint Venture das Ziel, ein weltweit führender Hersteller von Brennstoffzellen-Systemen zu werden. Der Markt wird von Experten bis Ende der Dekade auf ein Volumen von 18 Milliarden Euro geschätzt.

Bosch soll nach den Plänen von CEO Volkmar Denner zwischen 2021 bis 2024 rund 600 Millionen Euro allein in die Entwicklung von Brennstoffzellen für den mobilen Einsatz investieren, beispielsweise in Fahrzeugen, und zudem 400 Millionen Euro für den stationären Einsatz, also etwa in Kleinkraftwerken. Luftverdichter werden bei beiden Systemen gebraucht.

Das gesamte Portfolio für Fahrzeuge reicht von einzelnen Sensoren über Kernkomponenten wie den elektrischen Luftverdichter und hintereinandergeschaltete einzelne Brennstoffzellen, die sogenannten Stacks, bis zum kompletten Brennstoffzellenmodul. Bislang kostet ein gesamtes Brennstoffzellenaggregat das Dreifache eines Dieselmotors. Aber mit wachsender Stückzahl dürfte der Antrieb auch günstiger werden.

In Brennstoffzellen reagiert Wasserstoff mit Luftsauerstoff. Dabei entstehen elektrische Energie sowie Wasser und Wärme. Wird grüner, also regenerativ erzeugter Wasserstoff eingesetzt, sind Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb klimaneutral unterwegs. Vorteil der Brennstoffzellen im Schwerlastverkehr ist, dass im Gegensatz zu rein batterieelektrischen Fahrzeugen keine tonnenschwere Batterie mitgeführt werden muss.

Der VW-Konzern sieht dagegen wegen der hohen Kosten für Aggregat und Treibstoff sowie der fehlenden Infrastruktur für Wasserstoff für die Brennstoffzelle keine Zukunft. Europas größter Autobauer setzt stattdessen auf künftige Fortschritte bei der Batterie- und Ladetechnologie.

Bei der Brennstoffzelle kann Bosch auf seine Erfahrung in der Leistungselektronik zurückgreifen: „Die Kombination von hochdrehendem Elektromotor mit integrierter Leistungselektronik ermöglicht eine einfache Systemintegration zu wettbewerbsfähigen Herstellungskosten“, betont Boschs Powertrain-Chef Uwe Gackstatter. Zudem will Bosch Siliziumkarbid-Halbleiter einsetzen. Diese effizienteren Chips will Bosch in Reutlingen künftig selbst herstellen und investiert in das Werk 50 Millionen Euro.

Insgesamt ist es bereits der dritte Großauftrag. Im Frühjahr war Bosch ein Joint Venture mit der chinesischen Qingling Motor Group eingegangen. Noch in diesem Jahr soll eine Testflotte mit 70 Trucks über die Straße rollen. Der Marktstart ist für 2022/23 geplant. Die Fertigung von Komponenten hat in dem Werk Wuxi schon begonnen. Bosch ist zudem an dem US-Projekt Nikola mit 4,9 Prozent beteiligt und liefert die Brennstoffzelle.

Mehr: Daimler und Volvo starten Aufholjagd bei Brennstoffzellen

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