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CEO Fields muss gehen Ein Möbelexperte soll Ford führen

Ford-Chef Mark Fields hatte viel Geld in die Entwicklung selbstfahrender Autos und Mobilitätsdienstleistungen gesteckt. Nun kostet der Kursverfall den Manager den Job. Der Autobauer hat bereits den Nachfolger präsentiert.
22.05.2017 Update: 22.05.2017 - 15:47 Uhr Kommentieren
Der bisherige Ford-Chef verlässt das Unternehmen. Quelle: AP
Mark Fields

Der bisherige Ford-Chef verlässt das Unternehmen.

(Foto: AP)

Dearborn Ford zieht angesichts des Vertrauensschwunds an der Börse die Notbremse und setzt Vorstandschef Mark Fields vor die Tür. An seine Stelle rückt James Hackett, der bisher die für autonomes Fahren zuständige Tochter Smart Mobility leitet. Der 62-Jährige soll die Abläufe straffen und Ford fit für die Zukunft machen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Fields werde nach insgesamt 28-jähriger Karriere bei Ford in den Ruhestand gehen. Fields sei eine „herausragende Führungskraft gewesen und verdiene viel Anerkennung“, lobte Verwaltungsratschef Bill Ford, der Urenkel des legendären Firmengründers Henry Ford.

Den Wechsel an der Spitze nutzt der zweitgrößte US-Autobauer für einen größeren Umbau der Führungsetage. Fields hatte das Vertrauen von Chairman Bill Ford und anderen Direktoriumsmitgliedern verloren. Er stand unter Druck, weil der Aktienkurs seit seinem Amtsantritt um fast 40 Prozent eingebrochen ist. An der Wall Street kam der Wechsel gut an: Die Ford-Aktie legte um 1,5 Prozent zu.

Analysten erwarten, dass der als Sanierer bekannte Hackett den von Fields eingeleiteten Sparkurs verschärfen soll. Damit will Ford zum Lokalrivalen General Motors (GM) aufschließen, der bereits stärker auf die Rendite als auf Größe und Stückzahlen achtet.

Der 56-jährige Fields hatte vor drei Jahren die Führung des Konzerns aus Dearborn nahe der US-Autohauptstadt Detroit übernommen. Damals befand sich der nach China weltweit zweitgrößte Automarkt auf dem Höhepunkt der Erholung nach der Weltwirtschaftskrise von 2009. Inzwischen bröckeln die Neuzulassungen jedoch und die Branche steht vor einer ungewissen Zukunft. Das macht auch Marktführer GM und dem italienisch-amerikanischen Konkurrenten Fiat Chrysler zu schaffen, der Nummer drei in den USA.

Die Gewinner und Verlierer am deutschen Automarkt
Verlierer: Volkswagen
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Der Marktführer zeigt auf seinem Heimatmarkt ungewohnte Schwächen. In den ersten drei Monaten sank der VW-Absatz in Deutschland um 4,3 Prozent – und das in einem wachsenden Markt. Mit 18,4 Prozent oder rund verkauften 155.000 Fahrzeugen beherrschen die Wolfsburger weiter den Markt, büßen aber Anteile ein.

(Foto: dpa)
Verlierer: Audi
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Auch die Premiummarke aus dem VW-Konzern hat ein Problem. In den ersten drei Monaten hat sie weniger Fahrzeuge verkauft als Konkurrent Mercedes. Insgesamt wuchs der Absatz um 0,3 Prozent auf rund 75.000 Fahrzeuge und damit deutlich schwächer als der Markt. Hat weiter schwelende Dieselskandal das Vertrauen der Deutschen erschüttert?

(Foto: AP)
Verlierer: Smart
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Die Neuauflage des kleinen Stadtflitzers ist noch gar nicht so alt. Doch das Kaufinteresse der Deutschen hat schon spürbar nachgelassen. Nicht nur das Auto, auch der Absatz ist mittlerweile mickrig. Im ersten Quartal sank der er um 1,9 Prozent auf rund 7.800 Fahrzeuge.

(Foto: dpa-tmn)
Verlierer: Honda
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Die Japaner waren in Deutschland schon immer etwas schwächer als in anderen Weltregionen. Doch das erste Halbjahr war eines zum Vergessen. Um satte 25 Prozent schmierte der Honda-Absatz ab. In den ersten drei Monaten verkauften die Japaner damit rund 6.400 Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 0,8 Prozent entspricht.

(Foto: Reuters)
Verlierer: Nissan
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Weil Bestseller vor einer Neuauflage stehen, ist den Japanern ihr Wachstum in den ersten drei Monaten abhandengekommen. Zwar legte der Absatz immer noch um 2,1 Prozent auf 19.800 Fahrzeuge zu. Doch damit ist Nissan deutlich schlechter als der Markt und verliert Anteile.

(Foto: dpa)
Gewinner: Mercedes
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Der Stern glänzt wieder – auch in Deutschland. Mit rund 77.300 verkauften Fahrzeugen sind die Schwaben nicht nur der führende Premiumhersteller im Heimatmarkt, sondern konnten den Absatz um 9,2 Prozent steigern. Das reicht, um an Audi vorbeizuziehen.

(Foto: dpa)
Gewinner: Renault/Dacia
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Das französisch-rumänische Duo legt im Volumenmarkt Tempo vor. Renault verbucht ein Plus von 28,8 Prozent auf fast 32.000 verkaufte Fahrzeuge. Dacia legt um 35,2 Prozent auf rund 14.000 Fahrzeuge zu. Gemeinsam ziehen die beiden damit sogar wieder an VW-Tochter Skoda vorbei und sind damit der größte Importeur in Deutschland.

(Foto: AP)

Alle großen Autobauer investieren derzeit massiv in Elektromobilität, Vernetzung und selbstfahrende Autos. Gleichzeitig müssen die Autobauer bei schrumpfen Verkaufszahlen stärker aufs Geld schauen. Fields wurde von Analysten angelastet, zu stark auf die neuen Technologien gesetzt und dabei die Profitabilität aus den Augen verloren zu haben.

Der Rückgang des Aktienkurses führte zuletzt dazu, dass der kalifornische Elektroautobauer Tesla Ford beim Marktwert überflügelte. Mit dem Wechsel an der Unternehmensspitze will Ford vergraulte Investoren zurückzugewinnen.

„Ein Sonnyboy an der Spitze“
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