Chefaufseher Fehrenbach Abschied von Bosch-Solarsparte ist schmerzhaft

Trotz des Milliardenverlustes der Solarsparte fällt Bosch-Aufsichtsratschef Fehrenbach der Ausstieg aus dem Geschäft mit der Sonne schwer. Rund 3.000 Mitarbeiter aus diesem Bereich verlieren ihre Jobs.
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2010 präsentierte Bosch noch stolz seine neue Fabrik für Solarzellen. Quelle: dpa

2010 präsentierte Bosch noch stolz seine neue Fabrik für Solarzellen.

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StuttgartFür Bosch-Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach ist das Aus für den Geschäftsbereich Solar „der schmerzhafteste Moment in meinem Leben als Unternehmer“. Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte Fehrenbach, der Einstieg in die Solarsparte sei von der Bosch-Führung vor fünf Jahren einstimmig beschlossen worden.

Genauso einstimmig sei jetzt der Ausstieg entschieden worden, auch wenn dies nicht leicht gefallen sei: „Natürlich tut das weh bei 3.000 wegfallenden Arbeitsplätzen.“

Bosch hatte den Ausstieg aus der Solarsparte vor etwas mehr als einer Woche bekanntgegeben. Vergangenes Jahr hatte der Geschäftsbereich einen Milliardenverlust verzeichnet. Nach einem harten Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus China steht die gesamte Branche derzeit enorm unter Druck - seit Ende 2011 häufen sich in Deutschland die Pleiten von Solarunternehmen. Als Auslöser gelten neben dem Preisverfall auch sinkende Subventionen für die Branche.

Fehrenbach sagte nun, Bosch habe den Einstieg in das Solargeschäft gründlich vorbereitet, inzwischen habe sich aber der Markt komplett geändert: „Der immense Kapazitätsaufbau in China, der daraus resultierende massive Preisdruck - das konnten wir damals nicht absehen und bis heute nicht auffangen.“

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12 Kommentare zu "Chefaufseher Fehrenbach: Abschied von Bosch-Solarsparte ist schmerzhaft"

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  • Fehrenbach und Dais passen in ein Bild. Das Bild der Looser. Dafür dürfen die nun die Verweser von Bosch geben.
    Schade, daß die nicht börsennotiert sind. Das wäre der perfekte Daisput.

  • Tschüss Bosch, hast Dich übernommen bei der Solarschiene. Und in 5 langen Jahren auch kein innovatives Konzept implementiert. Genau die gleichen "Module" mit genau den gleichen Problemen wie seit 20 Jahren sind halt keine Innovation. Sich nur auf Kostenreduktion bei der Fertigung zu reduzieren ist die geistige Minusleistung, die hier den Tribut fordert. Von Innovation eben keine Spur!

  • Genau der lange Atem funktioniert dann nicht, wenn einem die Cashcow - Automotive - wegbricht.
    Das ist es auch, was an Bosch wirklich zu kritisieren ist. Die Premium-Automobilhersteller, allesamt von Bosch beliefert, steigern ihre Renditen in unglaublicher Weise. Und Bosch schaut in die Röhre.
    Die haben da ein eklatantes Management-Problem. Man könnte es auch Desaster nennen.

  • Ein Investmentin Zukunftstechnologien braucht einen langen
    Atem und stetige Innovation und Weiterentwickulng.
    Das hat die Führungsriege bei Boch wohl nicht richtig kapiert. Wenn man bedenkt, was Bosch schon alles für die
    Autoindustrie entwickelt hat, ist das nicht nachvollziehbar.
    Man muss sich einen Markt aufbauen, auch wenns entwas länger dauert und man muss den Billiganbietern aus China und sonstwoher technologisch eine Nasenspitze voraus sein.
    Dann klapts auch mit der Rendite.

  • Dumm gelaufen, für BOSCH. Die Mitrbeiter tun mir leid.
    Aber daß das nicht gutgehen kann, wußte ein nachdenklicheer Unternehmer schon vor 5 Jahren.

    Wenn ein Geschäft letztlich nur unter Aushebelung marktwirtschaftlicher Regeln und mit Hilfe enormer Subventionen am Laufen gehalten wird, kann es keine Zukunft haben.

    Schade, aber Luftballons zerplatzen an der Realtät. So ist das nun einmal.

    Komsch: dabei kommt mir ein anderes pol. Großprojekt in den Sinn. War da nicht noch etwas namens EURO?

  • Bosch hat die Notbremse gefunden, wie Siemens und andere zuvor. Es sind eben die harten Verlustzahlen der Realität die zum Handeln zwingen, um sich von den albernen Visionen zu verabschieden, die nie erfolgreich im realen Wettbewerb funktionieren können.
    Wie dumm argumentiert wird, weil schon jedes faktische Grundverständnis fehlt, zeigt sich, wenn Anhänger von romantischen Utopien, von sinkenden Strompreisen der Regenerativen schwadronieren. Obwohl diese zu gesetzlichen Festpreisen abgenommen werden und anschließend unter diesen Preisen verramscht werden, damit die Netze nicht durchschmoren, und dieses politische Schelmenstück als „Strompreis-Börse“ deklariert wird.

  • in diesen Markt einzusteigen war ein strategische Fehlleistung.
    Hätte man allerdings in Konzepten gedacht hätte man sich am Markt behaupten können, auch heute noch.

  • Und was lernt der Hr. Fehrenbach nun daraus?

    In seiner rund 10-jährigen Amtszeit als Vorsitzender der Geschäftsführung ist Bosch kein Stück vorangekommen. Schlimmer, man hat enorme Werte vernichtet (monetär wie unternehmensethisch) und - Krönung seiner Laufbahn - ist im Automobilbereich bei weitem nicht mehr so stark wie früher. Andersherum: die anderen haben enorm aufgeholt bzw. überholt, allen voran Conti.

    Aber dafür wartet für Hr. Fehrenbach ja nun der warme Platz in der Industrietreuhand, wo er so richtig Unternehmer spielen kann.

    Da habe ich mehr Respekt vor Hr. Cromme. DER hat die Verantwortung für sein Desaster doch noch übernommen und ist gegangen.

  • Wenn die MA die Sparte kaufen,um bspw.1€ fällt gar nix weg.aber auf Kosten von Bosch seinen 8h Tag abspulen ist natürlich gemütlicher und profitabler für den eignen Geldbeutel als mal Unternehmertum mit Einbußen bei Lohn zu zeigen......1€ und jeder Arbeitsplatz ist save wenn doch die MA so tolle Arbeit geleistet hätten

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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