ChemChina und Syngenta US-Ausschuss genehmigt 43-Milliarden-Dollar-Deal

Der Chemieriese ChemChina und der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta haben eine Freigabe von einem wichtigen US-Ausschuss erhalten. Nun müssen noch weitere Kartellbehörden den 43-Milliarden-Dollar-Deal genehmigen.
Der Chemieriese ChemChina hat auf dem Weg zur Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns wichtige Hürde genommen. Quelle: AFP
Syngenta

Der Chemieriese ChemChina hat auf dem Weg zur Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns wichtige Hürde genommen.

(Foto: AFP)

ZürichDer Chemieriese ChemChina hat auf dem Weg zur Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta eine wichtige Hürde genommen. Die beiden Unternehmen hätten die Freigabe seitens des Committee on Foreign Investment in the United States (Cfius) erhalten, erklärten ChemChina und Syngenta am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung. Beide Firmen gehen weiterhin davon aus, die 43 Milliarden Dollar schwere Transaktion bis Jahresende abzuschließen.

Cfius nimmt beim Verkauf amerikanischer Vermögenswerte vor allem sicherheitsrelevante Aspekte unter die Lupe. Dem milliardenschweren Zukauf des chinesischen Staatskonzerns müssen zahlreiche Kartellbehörden zustimmen, als letztendlich entscheidend gilt allerdings die Haltung der Amerikaner. ChemChina hatte die Pläne zur Übernahme des Pflanzenschutz- und Saatgut-Unternehmens aus Basel im Februar angekündigt und die Frist für die Annahme der Offerte schon zweimal verlängert.

Börsenhändler rechnen mit einem Kurssprung der Syngenta-Aktien. Die Anleger sind bislang vor allem wegen Cfius skeptisch: Die Titel waren an der Börse zuletzt für 380,80 Franken zu haben und kosten damit deutlich weniger als ChemChina offeriert. Der Staatskonzern bietet den Syngenta-Aktionären 465 Dollar je Aktie in bar plus fünf Franken Sonderdividende an. Das entspricht in Summe umgerechnet rund 451 Franken je Titel.

Reuters hatte zuvor von Insidern erfahren, dass die US-Behörde vor dem Abschluss ihrer Prüfung steht. Endgültig in trockenen Tüchern ist die Übernahme aber noch nicht. Syngenta und ChemChina arbeiten nach eigenen Angaben eng mit zahlreichen Kartell- und den Zulassungsbehörden zusammen. „Die Gespräche sind weiterhin konstruktiv“, wie es hieß.

Die Übernahme von Syngenta, dem Weltmarktführer bei Pflanzenschutzmitteln, soll China helfen, die Lebensvermittelversorgung seiner Bevölkerung zu verbessern und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. „Ich wurde im Alter von 15 Jahren aufs Land geschickt. Ich bin sehr vertraut damit, was Bauern brauchen, wenn sie ihr Land bewirtschaften“, sagte ChemChina-Präsident Ren Jianxin im Februar in Basel.

Diese Deals schrieben Geschichte
Bayer kauft Monsanto
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Der Chemiekonzern Bayer übernimmt im September 2016 nach monatelangen Verhandlungen den US-Saatguthersteller Monsanto. Dabei wurde das US-Unternehmen mit 66 Milliarden Dollar bewertet. Es wäre die größte Übernahme durch einen deutschen Konzern. Doch es gab in der Wirtschaftsgeschichte noch größere Übernahmen.

Platz 10: Royal Dutch kauft Shell Transport & Trading
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Die Unternehmen Shell Transport & Trading und Royal Dutch Petroleum waren schon seit fast 100 Jahren miteinander verflochten. Im Juli 2005 wurden aber beide Teile endgültig miteinander zur Royal Dutch Shell vereinigt. Wert des Deals damals: 80,10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Bloomberg

Platz 9: Exxon kauft Mobil
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Exxon und Mobil waren im Jahr 1882 Teile eines einzigen Unternehmens, der Standard Oil Company von John D. Rockefeller. 1911 ordnete der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Auflösung von Standard Oil an, die Unternehmen Exxon und Mobil entstanden.

Platz 9: Exxon kauft Mobil
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Erst am 30. November 1999 konnten die beiden bis dahin immens gewachsenen Konzerne dank geänderter gesetzlicher Bestimmungen wieder vereinigt werden. Exxon kaufte Mobil damals für die Summe von 80,3 Milliarden Dollar.

Platz 8: AT&T kauft Bell South
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Die Geschichte von AT&T und Bell South steht für das Hickhack auf dem amerikanischen Telekommunikationsmarkt. Bell South war eine von sieben sogenannten Regional Bell Operating Companies, die aus einem Kartellverfahren des US-Justizministeriums gegen AT&T im Jahre 1984 hervorgegangen waren. AT&T wurde in diesem Verfahren gezwungen, seine Beteiligungen an sämtlichen regionalen Telefongesellschaften aufzugeben. Ende des Jahres 2006 wurde die Gesellschaft wiederum erneut von AT&T erworben und wieder mit dieser verschmolzen. Kaufpreis: 83,1 Milliarden Dollar.

Platz 7: Pfizer kauft Warner-Lambert
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Pfizer war schon einmal für eine große Übernahme gut: In den späten 90ern kooperierte der Pharmahersteller Warner-Lambert mit Pfizer, um sein Medikament Lipitor auf den Markt zu bringen. Das Mittel wurde zur Regulierung des Cholesterinspiegels eingesetzt.

Platz 7: Pfizer kauft Warner-Lambert
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Die Einführung im Januar 1997 des Mittels war ein großer Erfolg, allein in den ersten zwölf Monaten wurde in den USA eine Milliarde Dollar eingenommen. Pfizer fand daraufhin wohl so viel Gefallen an Warner-Lambert, dass die Firma im Jahr 2000 für die Summe von 87,3 Milliarden Dollar übernommen wurde.

Die gesamte Branche befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Bayer greift nach dem US-Saatgutriesen Monsanto. Der Leverkusener Konzern will 64 Milliarden Dollar einschließlich Schulden für den Rivalen auf den Tisch legen. Bereits Ende 2015 wurde der Zusammenschluss von Dow Chemical und DuPont zu einem neuen Branchenriesen auf den Weg gebracht.

Fallende Getreidepreise und instabile Märkte in den Schwellenländern haben den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zuletzt zugesetzt.

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