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Bayer-Werk Wuppertal

Für 2019 rechnet der Konzern mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von etwa vier Prozent.

(Foto: dpa)

Chemie- und Pharmakonzern Bayer steigert dank Monsanto operativen Gewinn – 1900 neue Glyphosat-Klagen

Update: 27.02.2019 - 10:08 Uhr Kommentieren

LeverkusenDer Leverkusener Bayer-Konzern profitiert von einem starken Agrargeschäft, verdient unterm Strich wegen hoher Sondereffekte aber deutlich weniger. Das Jahresergebnis in der Blitzanalyse:

  • Der Umsatz stieg 2018 um 4,5 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn um 2,8 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.
  • Wegen hoher Abschreibungen bei Consumer Health und Belastungen aus der Monsanto-Übernahme sank der Nettogewinn um 77 Prozent.
  • Im vierten Quartal lagen die Ergebnisse des Konzerns über den Analystenerwartungen.
  • Die Aktie steigt am Mittwochmorgen um mehr als 3,5 Prozent.

Was positiv auffällt

Die Übernahme von Monsanto zahlt sich für Bayer im operativen Geschäft bisher aus. Die Agrar-Division der Leverkusener setzte im Gesamtjahr 2018 rund 14,3 Milliarden Euro um, der bereinigte Gewinn (Ebitda) stieg um 30 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro. Die Sparte Crop Science war vor allem im vierten Quartal der Treiber bei Bayer – die Konzernergebnisse lagen in dem Zeitraum über den Analystenprognosen.

Insgesamt sind die Jahreszahlen von Bayer im Rahmen der Erwartungen: Der Umsatz stieg um 4,5 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn legte um 2,8 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro zu.

Bayer bekräftigte zugleich die im Dezember formulierten Ziele für 2019: Danach soll der Umsatz auf 46 Milliarden Euro und der bereinigte Gewinn auf 12,2 Milliarden Euro steigen. Der Sprung kommt dadurch zustande, dass in diesem Jahr die Monsanto-Ergebnisse erstmals vollständig einbezogen werden.

Was negativ auffällt

Die Klagewelle wegen möglicher Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters Glyphosat gewinnt an Fahrt. Bis zum 28. Januar waren bei Bayer 11.200 Klagen anhängig, zuletzt war von 9300 die Rede gewesen. Der Anstieg war erwartet worden, da nun die heiße Phase der Prozesse in den USA beginnt. Welche Belastungen sich daraus für Bayer ergeben, ist noch nicht absehbar.

Fakt sind aber nun die anderen Sondereffekte durch Abschreibungen im Geschäft mit rezeptfreien Mitteln (Consumer Health) und Kosten im Zuge der Monsanto-Übernahme – allein letztere beziffert Bayer für 2018 auf zwei Milliarden Euro.

Wegen der Sonderaufwendungen rutsche Bayer im vierten Quartal unterm Strich in die roten Zahlen, was allerdings von den Analysten erwartet worden war. Im Gesamtjahr sank der Nettogewinn um 77 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.

Wie es weitergeht

Bei Bayer dreht sich derzeit in der Öffentlichkeit alles um die Glyphosat-Prozesse. Am Montag dieser Woche hat ein weiteres Verfahren begonnen, schon Mitte März startet das nächste. Die Fälle dürften die Richtung für die Entwicklung der Rechtsrisiken von Bayer aufzeigen.

Rein operativ hat Bayer auch noch einige Herausforderungen: So soll durch die Sanierung des Consumer-Health-Geschäfts dessen Umsatz- und Gewinnrückgang gestoppt werden. 2018 war der bereinigte Gewinn dieser Sparte um elf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesunken.

In der Pharmasparte plant der Konzern ebenfalls eine Neuausrichtung zur Stärkung der Forschung. Ihre Ergebnisse lagen 2018 im Rahmen der Erwartungen, der bereinigte Gewinn sank um zwei Prozent auf 5,6 Milliarden Euro, was an negativen Wechselkurseffekten lag. Die Dividende für 2018 will Bayer konstant bei 2,80 Euro halten.

Mehr: Warum der Auftakt des neuen Glyphosat-Prozesses in den USA mit einem Eklat begann.

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