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Chemie- und Pharmakonzern Gewinnwarnung bleibt aus, aber Agrargeschäft macht Bayer Probleme

Update: 30.07.2019 - 11:02 Uhr Kommentieren
Der Konzern sieht sich mit 18.400 Glyphosat-Klagen in den USA konfrontiert. Quelle: dpa
Bayer-Werk in Leverkusen

Der Konzern sieht sich mit 18.400 Glyphosat-Klagen in den USA konfrontiert.

(Foto: dpa)

Leverkusen Der Leverkusener Konzern hat am Dienstagmorgen seine Zahlen fürs zweite Quartal vorgelegt. Vorstandschef Werner Baumann sieht die Ziele für 2019 wegen der Probleme in der Agrochemie „zunehmend ambitioniert“. Die Aktie notierte am späten Dienstagmorgen fast 3,5 Prozent im Minus.

  • Der Umsatz steigt im zweiten Quartal leicht auf 11,5 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn legt um 25 Prozent auf 2,93 Milliarden Euro.
  • Bayer liegt damit insgesamt im Rahmen der Analystenerwartungen, die Sparte Crop Science entwickelte sich zuletzt aber schlechter als erwartet. Zudem stieg die Verschuldung.
  • Inzwischen sieht sich Bayer wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat mit 18.400 Klagen in den USA konfrontiert, rund 5000 mehr als zuletzt.

Das fällt positiv auf

An der Börse war in den vergangenen Wochen von einer möglichen Gewinnwarnung bei Bayer die Rede, doch die ist nun ausgeblieben. Der Konzern schlug sich im zweiten Quartal in dem schwierigen konjunkturellen Umfeld einigermaßen gut, was vor allem an den Medizingeschäften liegt. Die Pharmasparte legte beim Umsatz um 4,4 Prozent auf 4,42 Milliarden Euro zu, der bereinigte Gewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen stieg um zehn Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

In dem zuletzt schwierigen Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten stoppte Bayer den Gewinnrückgang und legte sowohl beim Umsatz wie beim Ertrag leicht zu. Insgesamt kam der Konzern im zweiten Quartal auf einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent) und auf einen bereinigten Gewinn von 2,93 Milliarden Euro (plus 25 Prozent).

Das fällt negativ auf

Die vergleichsweise gute Entwicklung wird aber von der Schwäche der Agrarchemiesparte überschattet. Unwetter im mittleren Westen der USA führten zu einem Nachfragerückgang nach Pflanzenschutzmitteln und Saatgut. Dazu kamen die Handelskonflikte zwischen China und den USA, die auch die US-Landwirtschaft erfassten.

Der Umsatz der Bayer-Division Crop Science stieg durch den Einbezug von Monsanto um 59 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro, der Gewinn legte um 67 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro zu. Beides liegt leicht unter der Konsensprognose der Analysten. Auf einer Pro-Forma-Basis ging der Umsatz von Crop Science um zehn Prozent zurück, dabei wird rechnerisch so getan als hätte Bayer schon im Vorjahresquartal die Monsanto-Ergebnisse komplett einbezogen.

Deutlich unter den Analystenerwartungen liegt aber das Nettoergebnis von Bayer, das wegen hoher Sonderaufwendungen im zweiten Quartal um 50 Prozent auf 404 Millionen Euro zurückging. Gleiches gilt für die Verschuldung: Sie stieg zum Stichtag Ende Juni um sechs Prozent auf 38,8 Milliarden Euro.

So geht es weiter

Bei Bayer sind weiterhin alle Augen auf die Klagen und Verfahren wegen einer möglichen Krebsgefahr durch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat gerichtet. Der Druck auf Bayer hat sich erhöht: Mittlerweile liegen dem Konzern 18.400 Klagen vor, im Frühjahr waren es noch 13.400.

Die Zunahme war aber erwartet worden. Denn die Kläger haben in erster Instanz alle drei bisherigen Prozesse in Kalifornien gewonnen, was weitere Kläger angelockt haben wird. Im August startet der vierte Prozess, diesmal im US-Bundesstaat Missouri. Zugleich läuft das erste Berufungsverfahren. Der Ausgang dieser beiden Prozesse wird voraussichtlich darüber entscheiden, ob Bayer einen außergerichtlichen Vergleich suchen wird und wie teuer dieser wird.

Im operativen Geschäft wird Bayer-Vorstandschef Baumann zunehmend vorsichtiger. Er bestätigte zwar die Prognose, nach der ein Jahresumsatz von 46 Milliarden Euro und ein bereinigter Gewinn von 12,2 Milliarden Euro angestrebt wird. Dieses Ziel sei aber „zunehmend ambitioniert“, sagte er. Der Grund dafür sind die konjunkturell bedingten Probleme im Agrargeschäft.

Mehr: Erst nach einem Todesfall gab Bayer seinen Widerstand auf, vor möglichen Leberschäden durch Iberogast zu warnen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

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