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Chemie- und Pharmakonzern Merck bleibt trotz Coronakrise auf stabilem Kurs

Neue Medikamente, ein starkes Life-Science-Geschäft und die Übernahme von Versum kompensieren den Gegenwind. Der Konzernchef hebt die Prognose leicht an.
06.08.2020 Update: 06.08.2020 - 12:13 Uhr Kommentieren
Merck-Aktie: Chemie- und Pharmakonzern hebt sein Ergebnisziel an Quelle: dpa
Merck

Für 2020 rechnet das Unternehmen nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von 4,45 bis 4,85 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Darmstädter Merck-Konzern bewegt sich weiter in relativ stabiler Verfassung durch die Coronakrise. Nach der vergleichsweise starken Entwicklung zum Jahresauftakt hat sich das Umsatzwachstum im zweiten Quartal zwar erwartungsgemäß verlangsamt.

Mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns vor Abschreibungen (Ebitda) um 15 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro und einem Ergebnis je Aktie von 1,30 Euro hat Merck die Erwartungen des Marktes leicht verfehlt.

Seine Prognosen für das Gesamtjahr hat der Pharma-, Biotech- und Spezialchemiekonzern indessen sogar geringfügig angehoben. Den Konzernumsatz erwartet er jetzt zwischen 16,9 und 17,7 Milliarden Euro, den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Sondereffekten (Ebitda) zwischen 4,45 und 4,85 Milliarden Euro.

Das würde auf ein Umsatzwachstum von vier bis neun Prozent und ein operatives Ertragsplus von einem bis zehn Prozent hinauslaufen. Insgesamt präsentiert sich der Merck-Konzern damit in robusterer Verfassung als die meisten Konkurrenten aus der deutschen Chemie- und Pharmabranche.

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    Man habe das zweite Quartal trotz erheblicher pandemiebedingter Widerstände in einigen Geschäften insgesamt gut gemeistert, kommentierte Merck-Chef Stefan Oschmann die Resultate. „In den vergangenen Monaten haben wir einmal mehr die Stärke unseres diversifizierten Geschäftsmodells mit drei starken, innovationsgetriebenen Unternehmensbereichen unter Beweis gestellt“, so Oschmann.

    Merck-Aktie: Titel rutschten am Vormittag ab

    Die Aktie des Konzerns reagierte auf die Zahlen zunächst kaum. Am Vormittag weiteten die Titel ihre Verluste aber deutlich aus, sodass das Minus am Mittag bei rund 2,5 Prozent lag.

    Der Konzern wird dabei in Teilbereichen stark von der Covid-19-Pandemie gebremst: Das Geschäft mit Fruchtbarkeitsmedikamenten schrumpfte im zweiten Quartal um 39 Prozent, weil viele Arztpraxen und Kliniken in dem Bereich ihre Aktivitäten stark einschränkten.

    In der Sparte Performance Materials, die das Spezialchemie-Geschäft von Merck umfasst, verbuchte das Unternehmen Einbußen von mehr als 20 Prozent bei Pigmenten für die Automobil- und die Kosmetikindustrie. Auch der Bereich Display-Materialien (Flüssigkristalle, Oled-Materialien) schrumpfte mit zweistelliger Rate, bedingt vor allem durch einen Preisverfall bei Flüssigkristallen.

    Dem stehen indessen der positive Effekt aus der Übernahme des US-Spezialchemieherstellers Versum Materials, der seit Anfang Oktober konsolidiert wird, sowie die Zusatzumsätze der Pharmaneuentwicklungen Mavenclad (gegen Multiple Sklerose) und Bavencio (gegen Krebs) gegenüber. Zudem profitiert die Life-Science-Sparte von Merck weiterhin von einer sehr starken Nachfrage nach Vorprodukten für die biopharmazeutische Produktion und Reagenzien für die Impfstoff-Forschung.

    So arbeitet Merck nach eigenen Angaben weltweit mit mehr als 45 Entwicklern von Impfstoffen zusammen, unter anderem mit dem Baylor College of Medicine in Houston, Texas. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch mit einem eigenen Wirkstoffkandidaten in der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 engagiert. Für die Prüfsubstanz M5049 wurde Ende Juli eine klinische Phase-2-Studie gestartet.

    Corona-Effekte im zweiten Halbjahr stärker

    Insgesamt ergibt sich damit für die Performance von Merck im ersten Halbjahr folgendes Bild: Der Konzernumsatz wuchs im zweiten Quartal noch um 3,7 Prozent und im gesamten ersten Halbjahr um ein Zehntel auf 8,5 Milliarden Euro. Klammert man den Effekt der Versum-Übernahme sowie Währungseinflüsse aus, errechnet sich nach Angaben des Unternehmens für das Halbjahr noch ein organisches Wachstum von 2,4 Prozent.

    Die Pharmasparte legte dabei im Halbjahr um gut drei Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu und entwickelte sich damit in etwa branchenkonform, die Life-Science-Sparte wuchs organisch um sechs Prozent, während das Spezialchemie-Geschäft auf vergleichbarer Basis um 9,5 Prozent schrumpfte.

    Im zweiten Quartal allein schlugen die Covid-Effekte weitaus stärker durch. Während das Life-Science-Geschäft ein stabiles Wachstum fortsetzte, schrumpften die Pharmaerlöse organisch um sieben Prozent, das Performance-Materials-Geschäft sogar um 14 Prozent.

    Ähnlich differenziert war die Ertragsentwicklung: Während der operative Gewinn im zweiten Quartal allein um ein Fünftel schrumpfte, weist Merck für das gesamte erste Halbjahr noch einen Anstieg des Ebits um gut ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Euro aus. Der Reingewinn erhöhte sich um 13 Prozent auf 747 Millionen Euro. Der Free Cashflow dagegen hat sich mit 408 Millionen Euro nahezu halbiert, bedingt vor allem durch deutlich höhere Sachinvestitionen.

    Mehr: Merck-CEO Oschmann: „Ich fürchte eine noch größere Gesundheitskrise als Covid-19“

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