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Chemiebranche Coronakrise sorgt für Milliardenverlust bei BASF – Aktie schließt deutlich schwächer

Der Chemieriese sendet mit den Vorabzahlen für das dritte Quartal eine zwiespältige Botschaft. Denn operativ schlägt BASF die Erwartungen. Auch Konkurrent Covestro überrascht positiv.
09.10.2020 Update: 09.10.2020 - 18:05 Uhr Kommentieren
BASF-Aktie: Coronakrise belastet den Chemiekonzern Quelle: AFP
BASF

Die Coronakrise belastet den Chemiekonzern.

(Foto: AFP)

Frankfurt Beim Chemiekonzern BASF entwickelt sich das operative Geschäft im zweiten Halbjahr besser als von vielen Analysten erwartet. Die längerfristigen Perspektiven haben sich indessen in einigen Segmenten eingetrübt, was das führende deutsche Chemieunternehmen erstmals seit Langem zu größeren Wertberichtigungen zwingt: insgesamt 2,8 Milliarden Euro auf die Kernaktivitäten.

Inklusive der Abschreibungen weist der Weltkonzern damit für das dritte Quartal einen Betriebsverlust von 2,6 Milliarden Euro sowie einen Nettoverlust von 2,1 Milliarden Euro aus. Im Vorjahreszeitraum waren noch 911 Millionen Euro Reingewinn geblieben.

Der deutsche Branchenführer vermittelte am Freitagnachmittag mit den Vorabzahlen für das dritte Quartal eine zwiespältige Botschaft, die Investoren eher negativ interpretierten. In einem leicht positiven Börsenumfeld verlor die BASF-Aktie im Xetra-Handel bis zum Börsenschluss am Freitag fast vier Prozent an Wert.

Aufgrund der deutlich schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung infolge der Corona-Pandemie habe die Überprüfung der Werthaltigkeit des Anlagevermögens einen Wertminderungsbedarf in Höhe von 2,8 Milliarden Euro ergeben, teilte BASF mit. Die Wertberichtigungen resultierten insbesondere aus dem Nachfragerückgang in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, der sich vor allem im Segment Surface Technologies (Lacke, Farben, Katalysatoren) auswirke. Hinzu komme der anhaltende Angebotsüberhang bei Basischemikalien, der zu Margendruck in den Segmenten Chemicals und Materials führe.

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    Bereinigter Betriebsgewinn von BASF deutlich über Erwartungen

    Daneben erfolgten nach Angaben des Chemiekonzerns im Zuge von Maßnahmen zur Straffung des Produktionsnetzwerks auch im Agrochemiegeschäft Wertberichtigungen. Zudem hat der Konzern Rückstellungen für die bereits angekündigte Neuausrichtung der Einheit Global Business Services gebildet, in der 2000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

    Klammert man die Wertberichtigungen aus, verlief das Geschäft nicht nur nach Angaben des Konzerns operativ dagegen besser als von den Märkten geschätzt. Bei einem Umsatzrückgang um fünf Prozent auf 13,8 Milliarden Euro halbierte sich der bereinigte Betriebsgewinn zwar auf 581 Millionen Euro. Er übertrifft damit aber die deutlich verhalteneren Gewinnschätzungen der Bankanalysten, die im Schnitt mit knapp 400 Millionen Euro bereinigtem Betriebsgewinn rechneten.

    Grafik

    Ähnliches gilt für die Erwartungen für das Gesamtjahr 2020. Hier stellt die BASF jetzt einen Rückgang des bereinigten Ebits um etwa 30 Prozent auf drei bis 3,3 Milliarden Euro in Aussicht, während sich der Consensus der Analysten nur bei gut 2,9 Milliarden Euro bewegte. Der Umsatz werde auf 57 Milliarden bis 58 (59,3) Milliarden Euro schrumpfen.

    Auch Covestro übertrifft die Analystenerwartungen

    Die Aussagen des Branchenführers untermauern insofern mit Blick auf die kurzfristigere Entwicklung die vorsichtige Zuversicht, die zuletzt auch einige andere Chemiekonzerne vermittelten.

    Auch der Leverkusener Kunststoffhersteller Covestro meldete zum Wochenschluss vorläufige Resultate für das dritte Quartal, die deutlich über den Schätzungen des Marktes lagen. Die Erholung von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erfolge damit dynamischer als bisher angenommen.

    Das aus dem Bayer-Konzern ausgegliederte Unternehmen verbuchte einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) von 456 Millionen Euro, während Analysten im Schnitt lediglich 373 Millionen erwartet hatten. Es prognostizierte zugleich für das Gesamtjahr einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda), der mit 1,2 Milliarden Euro am oberen Ende der bisher breit gefassten Spanne von 0,7 bis 1,2 Milliarden liegt.

    Noch keine Rückkehr zu alten Erträgen

    Der Start ins vierte Quartal ist nach Konzernangaben besser gelaufen als erwartet. Deshalb rechne Covestro nun für das Gesamtjahr mit einem Ebitda von rund 1,2 Milliarden Euro. Zuvor hatten die Leverkusener einen Betriebsgewinn von 700 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro prognostiziert. Die Covestro-Aktie notierte kurz vor Börsenschluss geringfügig im Minus.

    Dennoch deuten insbesondere die Aussagen der BASF darauf hin, dass der Tiefpunkt der Coronakrise zwar überwunden ist, dass man aber von einer Rückkehr auf frühere Ertragshöhen noch weit entfernt ist. Das liegt am aufgezeigten Margendruck, insbesondere bei Basischemikalien. 2020 dürfte die BASF daher auch bereinigt deutlich schlechter verdienen als im Vergleich zur Finanzkrise vor zehn Jahren.

    Und bereits zur Jahresmitte hatte BASF-Chef Martin Brudermüller auf das Risiko hingewiesen, dass die mittel- und langfristige wirtschaftliche Entwicklung langsamer verlaufen könne als vor der Corona-Pandemie. Daher müsse womöglich der Wert von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten angepasst werden. Die nun bestätigten Wertberichtigungen kamen insofern nicht überraschend.

    Mehr: Die unberechenbare Pandemie: BASF dämpft Hoffnung auf schnelle Erholung.

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