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Chemiebranche Merck bringt milliardenschwere Versum-Übernahme in trockene Tücher

Merck bekommt grünes Licht für die Übernahme des US-Spezialchemieherstellers Versum – und wird damit zu einem führenden Anbieter von Halbleitermaterialien.
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Der Chemie- und Pharmariese übernimmt Versum. Quelle: Max Brugger
Merck-Zentrale in Darmstadt

Der Chemie- und Pharmariese übernimmt Versum.

(Foto: Max Brugger)

Frankfurt Sechs Monate nach Abschluss des Kaufvertrages hat der Darmstädter Merck-Konzern jetzt die Übernahme des US-Spezialchemieherstellers Versum vollzogen.  Er wird damit zu einem führenden Anbieter von Halbleitermaterialien. Der Weg zum Abschluss der 5,8 Milliarden Euro teuren Transaktion war freigeworden, nachdem jüngst auch die chinesischen Kartellbehörde ihre Zustimmung gab. Die US-Behörden hatten bereits zugestimmt.

Mit dem Kauf von Versum stärkt Merck seine Performance Materials-Sparte, die das Geschäft mit Flüssigkristallen, Pigmenten, Oled-Materialien und Halbleiter-Chemikalien umfasst. Sie wird durch die Integration von Versum um etwa 50 Prozent auf künftig rund 3,6 Milliarden Euro Umsatz wachsen. Etwa die Hälfte davon wird in Zukunft auf Materialien für die Halbleiterfertigung entfallen. Hier sieht Merck für die kommenden Jahre einen neuen Wachstumsschwerpunkt. In dieses  Geschäft war Merck 2014 mit der Übernahme von AZ Electronics eingestiegen.

Insgesamt hatten bislang  noch Flüssigkristalle mit etwa 1,2 Milliarden Euro Umsatz überragende Bedeutung für das Chemiegeschäft von Merck. Hier sind Umsätze und Margen zuletzt aber unter Druck geraten. Ein Fünftel der Erlöse der PM-Sparte  entfällt auf Pigmente für Kosmetik und Autolacke.

 „Mit der Übernahme von Versum sind wir hervorragend positioniert, um von langfristigen Wachstumstrends der Industrie für Elektronikmaterialien zu profitieren“, wird Merck-Chef Stefan Oschmann in einer Pressemitteilung des Konzerns zitiert. „Zugleich stellen wir unser Performance-Materials-Geschäft auf eine breitere Basis, gleichen unser Portfolio mit drei starken Unternehmensbereichen aus und schärfen unseren strategischen Fokus auf innovationsgetriebene Technologien“, erklärte Oschmann

Die geplante Übernahme fügt sich in einen Industrietrend, der von einer Mischung aus Spezialisierung und Konsolidierung geprägt wird.  Zuletzt erwarb etwa die US-Firma Cabot etwa den nahezu gleich großen Chemiespezialisten KMG Chemicals. Entegris übernahm 2018 den kleineren Gasehersteller SPG und einigte sich mit dem US-Konkurrenten Versum bereits auf eine Fusion unter Gleichen, bevor Merck mit einem attraktiveren Gegenangebot für Versum dazwischenfunkte.

Der Darmstädter Konzern unterstreicht mit der Versum-Übernahme seine diversifizierte Strategie. Dazu gehören neben Performance-Materials die beiden Konzernbereiche Pharma und Life-Science (Laborreagenzien und Biotech-Materialien) mit jeweils gut sechs Milliarden Euro Umsatz.

Für das laufende Jahr erwartet  Merck einen Beitrag von Versum zum Konzernumsatz  von rund 270 Millionen Euro und einen Beitrag zum bereinigten Ebitda von  80 bis 90 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll sich durch die Integration des Chemiespezialisten um 0,11 bis 0,14 Euro verbessern. Insgesamt erwartet Merck Synergien von 75 Millionen Euro aus der Eingliederung von Versum.  Diese Einsparungen will man bis 2022 realisieren.

Mehr: Im Chemiegeschäft soll es Merck ab 2020 wieder aufwärts gehen. Von der Versum-Übernahme verspricht sich der Konzern zusätzlichen Schub.

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