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Chemiebranche Salz aus Sachsen-Anhalt: Polnischer Konzern Ciech investiert 140 Millionen Euro

Das Unternehmen von Investor Sebastian Kulczyk expandiert weiter in Deutschland. Es ist die zweithöchste Investition eines polnischen Konzerns hierzulande.
14.07.2021 - 04:07 Uhr Kommentieren
Die Firma zählt zu den führenden Produzenten von Siedesalz und eröffnet in Staßfurt die nach eigenen Angaben modernste und umweltfreundlichste Anlage zur Herstellung von Siedesalz. Quelle: dpa
Ciech-Siedesalzwerk in Staßfurt

Die Firma zählt zu den führenden Produzenten von Siedesalz und eröffnet in Staßfurt die nach eigenen Angaben modernste und umweltfreundlichste Anlage zur Herstellung von Siedesalz.

(Foto: dpa)

Berlin Gewöhnlich gehen die Investitionen immer in die andere Richtung: Deutsche Unternehmen stecken große Summen in Fabriken und Werke in Polen. Doch jetzt baut der polnische Chemiekonzern Ciech seine Produktion in Sachsen-Anhalt weiter aus. Für 140 Millionen Euro geht in Staßfurt eine neue Salzanlage in Betrieb, wie Ciech am Dienstag ankündigte.

„Sehr bedeutend“ sei die Investition in Deutschland, sie sei „die größte Einzelinvestition seit dem grundlegenden Aufbau des Unternehmens“, sagte Vorstandsmitglied Miroslaw Skowron dem Handelsblatt.

Die Summe ist die zweithöchste, die eine polnische Firma je in Deutschland investiert hat. Nur der mehrheitlich staatliche Ölkonzern PKN Orlen hat mit seiner Übernahme von 494 BP- und Aral-Stationen in Nord- und Nordost-Deutschland 2002 sowie weiteren 56 OMV-Tankstellen noch mehr ausgegeben.

Der nach Kriegsende 1945 gegründete Chemiekonzern Ciech ist seit 2016 auch an der Frankfurter Börse gelistet. 51 Prozent hält allerdings der Investor Sebastian Kulczyk, der zuvor schon bei der Investmentbank Lazard in London und bei Digitalunternehmen als Manager gearbeitet hatte.

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    Der 40-Jährige hat den größten polnischen Chemiekonzern 2015 von seinem verstorbenen Vater übernommen. Der Milliardär Jan Kulczyk war damals der reichste Pole. Die Investmentgruppe, die der Junior als CEO führt, ist darüber hinaus an einer Goldmine in Namibia, Bergbauunternehmen, Immobilienprojekten, einem Autobahnbetreiber in Polen und anderen Unternehmen beteiligt.

    2007 hatte Ciech den deutschen Sodahersteller Sodawerk Staßfurt übernommen. Durch den Produktionsausbau bei Ciech Salz Deutschland GmbH schickt sich der Konzern insgesamt an, größter Siedesalzproduzent Europas zu werden.

    Von Sachsen-Anhalt will Ciech den gesamten westeuropäischen Markt „mit von dort niedrigeren Lieferkosten“ versorgen, sagte Skowron. Der Osten solle aus dem mit derzeit 540.000 Tonnen noch etwas größeren polnischen Werk beliefert werden.

    Experten rechnen mit starkem Wachstum am Markt

    Durch die „bessere Qualität“ dank der „qualitativ hochwertigen eigenen Solevorkommen und des zweistufigen Reinigungsverfahrens, betrieben mit eigener Stromversorgung“ lasse sich das Salz aus Sachsen-Anhalt leichter und kostengünstiger in hochreines Pharmasalz aufbereiten, als es Wettbewerber könnten, ist Skowron überzeugt.

    Dieses pharmazeutische Salz für Medikamente und Kosmetika solle in Kürze auch weltweit exportiert werden. Daneben produziert das Unternehmen auch Salz für die Lebensmittelindustrie und Salztabletten für die Wasserreinigung. Ciech will in dem Bereich der größte europäische Anbieter werden.

    Die Experten von Marketysers Global Consulting erwarten, dass der globale Markt für Gewerbesalze deutlich wachsen wird: Von 13,3 Milliarden Euro Umsatz 2019 soll der Absatz bis 2027 auf 20,4 Milliarden Euro steigen. Neben Soda, Natron, Siede-, Speise- und Pharmasalz stellt Ciech in Fabriken in Polen, Deutschland und Rumänien auch Natriumsilikate, Pflanzenschutzmittel sowie Polyurethan-Schaumstoffe her.

    Im ersten Quartal konnte Ciech seinen Umsatz um neun Prozent auf umgerechnet gut 188 Millionen Euro steigern, der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte sogar um 59 Prozent auf 48,5 Millionen zu. Für das Gesamtjahr stellt das Management eine Ebitda-Steigerung um 30 bis 32 Prozent auf 153 bis 161 Millionen Euro in Aussicht.

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