Chemieindustrie Ex-Akzo-Chemie heißt jetzt Nouryon – und hat die Börse im Visier

Unter dem Namen Nouryon wollen die neuen Eigner das frühere Chemiegeschäft von Akzo vorantreiben. Ziel ist ein IPO in vier bis sechs Jahren.
Update: 09.10.2018 - 18:33 Uhr Kommentieren
Der niederländische Farbenkonzern Akzo-Nobel nennt sich jetzt Nouryon. Quelle: Bloomberg
Akzo Nobel

Der niederländische Farbenkonzern Akzo-Nobel nennt sich jetzt Nouryon.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtDie Chemie bleibt in Bewegung, nicht nur was Großinvestitionen betrifft. Auch der Umbau der Branche geht weiter. So ist mit der niederländischen Nouryon am Dienstag ein neuer großer Spezialchemie-Konzern an den Start gegangen.

Hinter dem neuen Namen der Chemiewelt verbirgt sich die frühere Chemiesparte des niederländischen Farbenkonzerns Akzo-Nobel, die für 10,1 Milliarden Euro an die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft Carlyle und den Staatfonds CIC aus Singapur verkauft wurde. Anfang Oktober wurde dieser bisher größte Private-Equity-Deal in der Chemiebranche offiziell vollzogen.

Jetzt demonstrierte die Führung des neuen Spezialchemiekonzerns bei ihrem ersten Auftritt Optimismus. Dank der großen Erfahrung, globalen Präsenz und starken Unternehmenskultur sei man bestens aufgestellt, um das Potenzial in vollem Umfange auszuschöpfen, verkündete CEO Charles Shaver, den Carlyle vom US-Farbenhersteller Axalta an die Spitze von Nouryon holte.

Shaver hatte bereits maßgeblich dazu beigetragen, Axalta zu einem großen finanziellen Erfolg für Carlyle zu machen. Den Farbenhersteller hatte die US-Gruppe 2012 von Dupont übernommen und zwei Jahre später an die Börse gebracht.

Ein ähnliches Manöver hat der Finanzinvestor nun offenbar auch für Nouryon im Auge, wobei der Zeithorizont aber eher bei vier bis sechs Jahren liegen dürfte. Und angesichts der Geschäftsstruktur des Unternehmens und des relativ ansehnlichen Kaufpreises dürfte es nicht leichtfallen, eine ähnlich hohe Rendite auf das Investment zu erzielen.

„Marktposition ausbauen“

Nouryon erzielte 2017 rund fünf Milliarden Euro Umsatz und eine Milliarde Euro Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda). In Deutschland ist der Konzern an sieben Standorten mit insgesamt 800 Mitarbeitern vertreten. Das Produktprogramm umfasst eine Vielzahl von Vor- und Zwischenprodukten für die Chemiebranche, darunter etwa Chlorverbindungen für die Kunststoffherstellung sowie Vorprodukte für Farben, Agrochemikalien, Elektronikprodukte und die Papierherstellung. In den meisten Segmenten sieht man sich als führender oder zweitgrößter Anbieter. Für Konkurrenten aus der Chemiebranche kam daher eine Übernahme aus kartellrechtlichen Gründen kaum infrage.

Vertreter des Managements zeigen sich zuversichtlich, dass der Konzern seine Ertragskraft trotz seiner bereits hohen Marktanteile und Margen weiter steigern kann. „Wir gehören zu den stärkeren Chemieunternehmen. Darauf wollen wir aufbauen und die Firma weiterentwickeln“, sagt Knut Schwalenberg, der bei dem Chemiehersteller das Deutschlandgeschäft verantwortet. „Ziel ist es, unsere Marktposition in den wichtigsten Produktbereichen auszubauen und unsere Effizienz jährlich um zwei bis vier Prozent zu verbessern.“

Carlyle und GIC haben den Deal im Umfang zu 3,5 Milliarden Euro mit Eigenkapital zu mit 6,5 Milliarden Euro über Kredite finanziert. Ziel ist, den Verschuldungsgrad in den nächsten Jahren von derzeit mehr als sechs auf ein Niveau von vier zu reduzieren, um sich so auch die Option für einen Börsengang zu eröffnen.

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