Mitarbeiterin bei Symrise

In der knapp 30 Milliarden Euro schweren Duftstoff- und Aromenindustrie steht der Konzern sich mit rund elf Prozent Marktanteil auf Position zwei.

(Foto: dpa)

Chemieindustrie Gegenwind für Aromenhersteller Symrise

Steigende Rohstoffkosten bremsen Symrise. Doch das erfolgreichste deutsche Chemieunternehmen der letzten Jahre lässt sich nicht beirren.
Kommentieren

FrankfurtMit Aromen kennt sich Heinz-Jürgen Bertram bestens aus. Doch den Geschmack des Kapitalmarktes hat der gelernte Chemiker und Chef des Duftstoff- und Aromenherstellers Symrise an diesem Mittwoch klar verfehlt, als er die jüngsten Zahlen und Prognosen des präsentierte.

Um zeitweise fast acht Prozent gab die Aktie des Holzmindener Chemiespezialisten bis zum frühen Nachmittag in Reaktion auf die Daten nach, bevor sie sich später wieder etwas erholte.

Investoren und Analysten hatten dem Unternehmen offenbar etwas mehr zugetraut, sowohl was das Ergebnis 2017 angeht als auch mit Blick auf die Prognose für 2018. Für zusätzliche Unsicherheit sorgen negative Währungseffekte und der Hinweis auf „deutlich steigende Rohstoffkosten.“

Insgesamt steigerte Symrise den Konzernumsatz 2017 um drei Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) legte um zwei Prozent auf 432 Millionen Euro zu, der Nettogewinn um ebenfalls zwei Prozent auf 270 Millionen Euro.

Das Ebit vor Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich auf vergleichbarer Basis nur um 0,8 Prozent auf 630 Millionen Euro und dürfte, gemessen an den bisherigen Prognosen 2018 ebenfalls kaum zulegen. Denn Symrise geht in der offiziellen Prognose zwar davon aus, dass man den Umsatz abermals kräftiger steigern kann als das auf drei bis vier Prozent geschätzte Marktwachstum. Zugleich stellt der Konzern aber eine Ebitda-Marge von „nur“ 20 Prozent in Aussicht, nach 21 Prozent im Vorjahr.

Firmenchef Bertram will diese Guidance indessen keineswegs als Signal für eine Wende im längerfristigen Trend verstanden wissen. „Profitables Wachstum ist auch in diesem Jahr ein klares Ziel für uns“, sagte er auf der Bilanz-Pressekonferenz. „Wir sind zuversichtlich für 2018. Die Treiber unseres Geschäfts sind intakt. Und wir sehen keinen Grund, warum der langfristige Trend gebrochen werden wollte.“

Die Mittelfristziele des Konzerns, die fünf bis sieben Prozent Wachstum sowie eine Ebitda-Marge zwischen 19 und 22 Prozent vorsehen, bekräftigte er.

Dabei räumt auch Bertram ein, dass die Aufwertung des Euros sowie steigende Rohstoffkosten derzeit einigen Gegenwind entfachen, dem sich auch Symrise nicht entziehen kann. In der knapp 30 Milliarden Euro großen Duftstoff- und Aromenindustrie sieht sich der Konzern sich mit rund elf Prozent Marktanteil auf Position zwei, hinter dem Schweizer Marktführer Givaudan und in etwa gleichauf mit den Konkurrenten IFF und Firmenich.

„Die Zeit des Rückenwinds bei den Rohstoffen ist vorbei, die Preise steigen in vielen Bereichen. Aber das kommt nicht ganz unerwartet, und wir können damit umgehen“, so der Symrise-Chef.

Grund für die steigenden Rohstoffkosten sind zum einen Missernten bei wichtigen Produkten wie Vanille und Zitrusfrüchten, zum anderen der Ausfall einer Großanlage für das wichtige Vorprodukt Citral bei BASF. Citral ist Ausgangssubstanz für zahlreiche Riech- und Duftstoffe sowie für Vitamine.

Die Produktionsanlage der BASF, die als weltweit größter Produzent dieser Substanz gilt, steht seit einem Brand im vergangenen Oktober still und soll erst in den nächsten Wochen wieder hochgefahren werden. Der Ausfall hat offenbar die gesamte Duftstoffindustrie getroffen.

Auch Symrise ist davon in gewissem Grade betroffen, wie Bertram erläuterte. Insgesamt sieht er das Unternehmen jedoch in einer besseren Ausgangsposition, um mit den Engpässen und Rohstoffpreissteigerungen fertig zu werden. „Egal, wie lange die Krise dauert – wir werden das Material haben, das wir brauchen.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Kräftig in die „Rückwärtsintegration“ investiert
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Chemieindustrie - Gegenwind für Aromenhersteller Symrise

0 Kommentare zu "Chemieindustrie: Gegenwind für Aromenhersteller Symrise"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%