Chemieindustrie Gegenwind für Aromenhersteller Symrise

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Kräftig in die „Rückwärtsintegration“ investiert

Der Holzmindener Konzern hatte in den letzten Jahren relativ kräftig in die „Rückwärtsintegration“ investiert. Das heißt, er hat relativ stark in eigene Anlagen für die Eigenversorgung mit wichtigen chemischen Ausgangsstoffe und Agrarrohstoffe wie Vanille und Bananen investiert.

Das ist aus Sicht des Symrise-Managements wichtig, um Qualitätsstandards für die eigenen Abnehmer, etwa aus der Kosmetik und Nahrungsmittelindustrie zu garantieren. Symrise produziert daher zum Beispiel auch selbst größere Mengen an Citral – aber nicht immer an dem Ort, wo man das Material benötige, wie Bertram erläutert.

Zweites Element der Symrise-Strategie ist die stetige Verbreiterung des Produktangebots durch Neuentwicklungen. Unter anderem hat das Unternehmen in den letzten Jahren für seine Abnehmer aus der Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie neue pflanzliche Substanzen und Zusätze für Hautpflegeprodukte probiotische Lebensmittel entwickelt. Bertram verweist auf eine Studie der britischen Analysefirma Patent Sight, die Symrise in einer Führungsposition in der Branche bei relevanten Patenten sieht.

Die dritte Säule der Strategie bildet die Expansion über kleinere und mittelgroße Zukäufe. Symrise agiert damit als einer der Konsolidierer im Markt und erwarb zuletzt zum Beispiel den brasilianischen Aromenhersteller Citratus. Auch diese Strategie will der Konzern fortsetzen. Man prüfe ständig fünf bis zehn Akquisitionskandidaten, sagte Bertram, aber viele Transaktionen seien einfach zu teuer.

Symrise entstand 2003 unter Regie der Private-Equity-Gesellschaft EQT aus dem Zusammenschluss der früheren Bayer-Tochter Haarmann & Reimer mit der ebenfalls in Holzminden ansässigen Firma Dragoco. Mit seiner dreigliedrigen Strategie ist dem Konzern seither ein sehr solider und relativ stetiger Aufstieg gelungen.

Seit dem Börsengang im Jahr 2006 hat sich der Wert des Konzerns in etwa vervierfacht, auf aktuell rund acht Milliarden Euro. In einer vor wenigen Monaten von der Boston Consulting Group (BCG) publizierten Studie, die den Total Shareholder Return von Chemieunternehmen analysierte, war Symrise der einzige deutsche Branchenvertreter, der es sowohl für den Fünf- als auch für den Zehnjahres-Zeitraum unter die Top-10 weltweit schaffte.

Insgesamt hat Symrise den Umsatz in den letzten zehn Jahren etwas mehr als verdoppelt und dabei Gewinn und Cashflow in etwa verdreifacht, wobei der Aufwärtstrend in den letzten beiden Jahres aber abgeflacht ist. Das gilt auch für den Free-Cashflow, der von relativ hohen Sachinvestitionen gebremst wird. Auch darin sieht Bertram eine Vorleistung für das nächste Jahrzehnt. „Wir sind nicht auf kurzfristigen Gewinn aus“, sagt er, „sondern wir haben den Fokus auf langfristig ertragreiches Wachstum.“

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