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Chemiekonzern BASF erleidet Gewinneinbruch – Brudermüller erwartet Trendwende

Der Chemiekonzern BASF hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Im vergangenen Quartal brach der Gewinn um 60 Prozent ein – der niedrige Rheinpegel sorgte für hohe Verluste.
Update: 26.02.2019 - 09:22 Uhr 1 Kommentar
Gewinn von BASF bricht im vierten Quartal ein Quelle: dpa
BASF-Stammwerk in Ludwigshafen

Der Konzern hatte bereits im Dezember seine Jahresziele gesenkt und für 2018 einen Ergebnisrückgang um bis zu 20 Prozent prognostiziert.

(Foto: dpa)

FrankfurtEinen Tag nach Covestro hat am Dienstag auch der Chemiekonzern BASF seine Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2018 vorgelegt. Wie erwartet, geriet auch bei der BASF das Geschäft im Schlussquartal heftig unter Druck, wenn auch nicht ganz so stark wie beim Konkurrenten aus Leverkusen.

Und vor allem der Ausblick für 2019 fällt bei den Ludwigshafenern deutlich günstiger aus. Während bei Covestro eine Halbierung des Gewinns droht, stellt BASF eine leichte Verbesserung des operativen Ergebnisses in Aussicht. Die BASF-Aktien gewannen am Dienstagmorgen 2,9 Prozent. Der Ausblick auf das Geschäft 2019 besser als erwartet, sagte ein Händler.

Das vierte Quartal war dabei auch für BASF sehr schwierig. Der Umsatz lag mit 15,6 Milliarden Euro zwar noch um zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen sank jedoch gegenüber dem Vorjahr um 59 Prozent auf nur noch 630 Millionen Euro. Der Nettogewinn schrumpfte sogar um drei Viertel auf nur noch 348 Millionen Euro.

Auch die ersten beiden Quartale 2019 dürften bei dem Chemiekonzern schwach ausfallen im Vergleich zum sehr starken Start im letzten Jahr. Für das Gesamtjahr 2019 stellt BASF jedoch einen leichten operativen Gewinnanstieg in Aussicht.

„Auch wenn das Umfeld herausfordernd und von hoher Unsicherheit geprägt ist, wollen wir profitabel wachsen. Wir erwarten ein leichtes Umsatzwachstum, vor allem durch gesteigerten Absatz und Portfolioeffekte. Wir wollen das Ebit vor Sondereinflüssen leicht steigern“, sagte Firmenchef Martin Brudermüller.

Das Jahr 2019 bezeichnete Brudermüller als „Übergangsjahr“, das man nutzen wolle, um die neue Strategie zu implementieren und den organisatorischen Umbau voranzutreiben. In diesem Zuge will BASF rund 20.000 Mitarbeiter aus bisherigen zentralen Funktionen den einzelnen Sparten zuordnen, um so größere Beweglichkeit im Markt zu erlangen.

Die Dividende will BASF trotz des Gewinnrückgangs um zehn Cent auf 3,20 Euro erhöhen. Gestützt wird diese Politik durch den weiterhin soliden, wenn auch etwas geringeren Cashflow. Der Free-Cashflow nach Sachinvestitionen sank zwar von 4,7 auf gut vier Milliarden Euro, übersteigt damit aber nach wie vor die Dividendensumme von insgesamt knapp drei Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr 2018 sehen die BASF-Zahlen etwas günstiger aus als im vierten Quartal alleine. Denn in den ersten drei Quartalen war das Geschäft noch deutlich besser gelaufen. Bei 62,7 Milliarden Euro Umsatz (plus zwei Prozent) schrumpfte das bereinigte Ebit nur um 17 Prozent auf 6,35 Milliarden Euro.

Das Unternehmen hat damit seine Anfang Dezember deutlich reduzierte Prognose erreicht. Der Nettogewinn lag im Gesamtjahr mit 4,7 Milliarden Euro um knapp ein Viertel unter dem Vorjahresniveau und sank damit etwas stärker als von vielen Analysten erwartet.

Ebenso wie Covestro wurde auch BASF im vierten Quartal von einem heftigen Einbruch der Margen bei Isocyanaten getroffen. Dabei geht es um das Geschäft mit Polyurethan-Kunststoffen und den dazugehörigen Vorprodukten.

Hier hatten beide Unternehmen in den Vorjahren Spitzenerträge eingefahren, weil es im Markt zu Engpass-Situationen gekommen war. Das hat sich nach der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten inzwischen wieder normalisiert. Auch bei anderen Basis-Produkten waren die Margen zuletzt deutlich rückläufig.

Darüber hinaus verbuchte BASF aber auch im umfangreichen Geschäft mit höher veredelten Chemieprodukten Ertragseinbußen. Das Agrargeschäft etwa wurde durch die trockene Witterung in Europa, negative Währungseffekte und die Kosten für die Integration der von Bayer erworbenen Saatgut- und Pflanzenschutzaktivitäten belastet.

Rund 250 Millionen Euro Ertragsbelastung führt die BASF außerdem auf das Niedrigwasser im Rhein zurück, das im Herbst die Rohstoffversorgung des Ludwigshafener Stammwerks stark beeinträchtigte.

Wie es weitergeht:

Im laufenden Jahr soll das umfangreiche Spezialchemiegeschäft des Konzerns wieder deutlich höhere Erträge liefern. Der Konzern stellt für alle Sparten in diesem Bereich deutliche Steigerungen des bereinigten Betriebsgewinns in Aussicht. Bei Basisprodukten und Kunststoffen dagegen dürfte sich der Rückgang der Margen 2019 noch fortsetzen.

Man gehe davon aus, dass die wichtigen Abnehmerindustrien weiterhin wachsen werden. Für die Autoindustrie als wichtigsten Kunden rechnet BASF mit einer leichten Erholung nach dem Produktionsrückgang im letzten Jahr.

Das bereinigte Betriebsergebnis soll ab dem zweiten Halbjahr außerdem von dem inzwischen eingeleiteten Sparprogramm profitieren. Gleichzeitig werden aber auch erhebliche Sonderaufwendungen für die Umsetzung dieses Programms anfallen. Sie dürften das BASF-Nettoergebnis 2019 spürbar belasten.

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1 Kommentar zu "Chemiekonzern: BASF erleidet Gewinneinbruch – Brudermüller erwartet Trendwende"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Gewinneinbruch um 60% liegt doch n i e m a l s an einen niedrigen Rheinpegel.
    Niedrigwasser hatten wir jedes Jahr in unterschiedlicher Größenordnung.
    Die 60%-ige Gewinneinbuße liegt an Managerfehler die in der Vergangenheit liegen.
    Der Vorstandsvorsitzende müßte eine solche Situation verhindern.
    Hat er aber nicht, folglich muß er gehen.