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Chemiekonzern Bayer will über 25 Milliarden Euro für Agrarforschung ausgeben

Landwirte müssen die wachsende Weltbevölkerung ernähren - ohne neue Flächen. Mit Neuerungen im Agrargeschäft will der Chemieriese deshalb Milliarden verdienen.
Update: 01.10.2019 - 13:24 Uhr Kommentieren
Bayer will über 25 Milliarden Euro für Agrarforschung ausgeben Quelle: dpa
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Weil der Chemiekonzern sich Milliardenumsätze im Agrargeschäft erhofft, soll in den kommenden Jahren kräftig in Forschung und Entwicklung investiert werden.

(Foto: dpa)

Monheim Der Bayer-Konzern will Milliardensummen in die Forschung und Entwicklung seiner Agrarsparte investieren und reagiert damit auf das rasante Wachstum der Weltbevölkerung und den Klimawandel. Allein im vergangenen Jahr habe Bayer Crop Science rund 2,3 Milliarden Euro in F&E investiert, sagte der Leiter der Sparte, Konzernvorstand Liam Condon, am Dienstag auf einer Veranstaltung des Konzerns in Monheim.

Über die kommenden zehn Jahre werde sich die Summe insgesamt auf über 25 Milliarden Euro belaufen. Klimawandel und Bevölkerungexplosion seien eine besondere Herausforderung. „Die Landwirtschaft muss eine wachsende Weltbevölkerung ernähren, ohne dass dies zu Lasten des Planeten geht.“

Bei Bayer arbeiteten rund 7300 Wissenschaftler an über 35 Standorten daran, neue Produkte zu entwickeln, mit denen die Erträge auf den Feldern ressourcenschonend erhöht werden könnten. Der Einsatz von Wasser, Land, Produktionsmittel und Energie müsse möglichst schonend erfolgen, die Ernten müssten verbessert werden. Dieser Markt biete große Wachstumschancen, sagte der Manager.

Die Entwicklungspipelines in den Bereichen Pflanzenzüchtung, Biotechnologie, Pflanzenschutz und Environmental Science haben dem Konzern zufolge zusammen ein Spitzenumsatzpotenzial von bis zu 30 Milliarden Euro, davon entfielen allein 17 Milliarden Euro auf demnächst anstehende Produkteinführungen. Bayer sei mit seinen Investitionen in dem Bereich weltweit führend, betonte der Forschungs- und Entwicklungschef der Sparte, Bob Reiter, und verwies auf Konkurrenten wie BASF, den US-Konzern Corteva und ChemChina.

Zweites Halbjahr läuft besser

Bayer hatte in dem Agrargeschäft zuletzt selbst die Auswirkungen von Wetterkapriolen zu spüren bekommen. Im ersten Halbjahr hatten Überschwemmungen und starke Regenfälle in den Farmstaaten des Mittleren Westens der USA das Ergebnis belastet. In den vergangenen Monaten habe sich die Lage aber verbessert, berichtete Vorstandsmitglied Condon. „Wir erwarten ein starkes zweites Halbjahr.“

Dies sei vor allem auf Fortschritte in Südamerika und in der Region Asien-Pazifik zurückzuführen. Die trotz der Einbußen im ersten Halbjahr bestätigte Prognose für den Gesamtkonzern habe weiter Bestand. Bayer rechnet 2019 mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von etwa vier Prozent auf rund 46 Milliarden Euro und einem Anstieg des bereinigten Betriebsgewinns auf rund 12,2 Milliarden Euro.

Gute Fortschritte macht der Konzern dem Manager zufolge auch bei der Integration des US-Saatgutriesen Monsanto, den die Leverkusener für 63 Milliarden Dollar übernommen hatten. Condon zeigte sich zuversichtlich, dass der Streit um den von Monsanto produzierten Unkrautvernichter Glyphosat langfristig beigelegt werden kann. „Ich denke, das ist etwas, von dem wir glauben, dass es letztlich geklärt wird.“

Alle Urteile gegen Bayer seien in der ersten Instanz ergangen und würden angefochten. Bayer sei in einer guten Position, sagte Condon und verwies unter anderem auf die US-Umweltbehörde EPA, nach deren Einschätzung Glyphosat nicht krebserregend sei. „Es wird früher oder später geklärt werden. Er könne aber nicht sagen, wie lange das dauern werde. Der Konzern sieht sich mit etwa 18.400 Klägern wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters konfrontiert. 

Mehr: Die Bundesregierung will das Pflanzenschutzmittel Glyphosat ab 2024 verbieten. Für Bayer hat das weitreichende Konsequenzen.

  • dpa
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