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Chemiekonzern Corona-Krise kostet Covestro 60 Millionen Euro Gewinn

Kunststoffhersteller Covestro erwartet ein schwaches Jahr – das spielt auch die schwierige Konjunktur in China eine Rolle. Anleger können sich aber über die Dividende freuen.
19.02.2020 - 17:08 Uhr Kommentieren
Der Vorstand des Chemiekonzerns entschied sich zu einer sehr zurückhaltenden Prognose für 2020. Quelle: Imago
Covestro

Der Vorstand des Chemiekonzerns entschied sich zu einer sehr zurückhaltenden Prognose für 2020.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Der Leverkusener Kunststoffhersteller Covestro bekommt die vom Coronavirus ausgelöste Delle im Geschäft zu spüren. Der Konzern musste in den vergangenen Wochen die Produktion in seinen großen Anlagen rund um Shanghai und im Süden Chinas zurückfahren. Grund waren vor allem logistische Probleme.

Die eigene Mannschaft war zwar in den Chemieanlagen an Bord. Doch es fehlten beispielsweise Lkw-Fahrer zum Abtransport der Kunststoffe, ebenso kamen Handwerker und Dienstleister nicht in die Anlagen, weil sie zuhause bleiben mussten. So stand Covestro vor der bisher nicht gekannten Situation, dass es wegen ausbleibender Belieferung zu einem Engpass bei Fässern kam.

Das Covestro-Management gab sich am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz hinsichtlich der Lage in China aber vorsichtig optimistisch. „Wir sehen ein Licht am Ende des Tunnels“, sagte Vorstandsmitglied Klaus Schäfer. Die Anlagen würden nun wieder auf die übliche Auslastung hochgefahren, viele logistische Probleme seien gelöst.

Der finanzielle Schaden ist bereits erkennbar: 60 Millionen Euro Gewinn wird der Dax-Konzern durch die Lieferprobleme in China einbüßen. Das ist die Schätzung bis Ende März. Welche Folgen das Virus darüber hinausgehend haben wird, auch mit Blick auf die Gesamtwirtschaft, sei „derzeit nicht seriös abzusehen“, sagt Covestro-Vorstandschef Markus Steilemann.

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    Die Virus-Krise ist eine weitere Belastung für die Leverkusener in einem ohnehin schwierigen Jahr. Steilemann erkennt weiterhin keine konjunkturellen Impulse, die dem Kunststoffhersteller einen deutlichen Schub geben könnten – im Gegenteil: „Das wirtschaftliche Umfeld wird sich aus unserer Perspektive möglicherweise noch weiter verschlechtert“, sagte er mit Blick auf die Lage in der Autoindustrie und die geopolitischen Risiken.

    Covestro könnte bald wieder durchstarten

    Das Coronavirus komme als negativer Einflussfaktor noch oben drauf. Deswegen entschied sich der Covestro-Vorstand zu einer sehr zurückhaltenden Prognose für 2020. Danach werde der Konzern einen bereinigten Gewinn (Ebitda) zwischen 1 und 1,5 Milliarden Euro einfahren.

    Das bedeutet in jedem Fall ein weiteres Abbröckeln des Ertrags, denn schon 2019 hat sich der bereinigte Gewinn auf 1,6 Milliarden Euro halbiert. Der Umsatz sank um 15 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro. Die Anleger nahmen Covestro die schwache Prognose nicht übel. Die Aktie gehörte am Mittwoch zu den besten Werten im Dax und notierte am Mittag mit einem Plus von zwei Prozent bei 40 Euro.

    Bei ihnen kam gut an, dass der Konzern seine Dividende überraschend konstant hält und für 2019 erneut 2,40 Euro pro Aktie ausschütten will. Dazu kommt die Erwartung mancher Analysten, dass Covestro im weiteren Jahresverlauf wieder durchstarten kann, weil die Talsohle im zyklischen Kunststoffgeschäft erreicht sein könnte.

    Analystin Georgina Iwamoto von Goldman Sachs stellte zudem die weiteren Kostensenkungen heraus, die den Ausblick stützen würden. Schon als im Dezember absehbar war, dass 2020 erneut ein schwieriges Jahr wird, hat der Covestro-Vorstand weitere Kostensenkungen über 200 Millionen Euro beschlossen.

    Sie sollen aber nicht mit einem weiteren Personalabbau über die bereits angekündigten 900 Stellen hinaus verbunden sein, sagte Finanzvorstand Klaus Töpfer. Gestrichen würde bei Projekten und Investitionen, die nicht dringlich sind.

    Ob Covestro wirklich in diesem Jahr nochmal durchstarten kann, hängt nicht nur von der allgemeinen Konjunktur ab. Die größte Belastung ist für die Leverkusener der massive Preisverfall bei Kunststoffen, der seit Herbst 2018 den Gewinn dahinschmelzen lässt. In dem Jahr kam Covestro noch auf ein Ebitda von 3,2 Milliarden Euro.

    Die Margen sinken

    Ausgelöst wurde dies durch neue Kapazitäten, die vor allem von Wettbewerbern in Asien auf den Markt gebracht wurden. Das führte zu einem bis heute anhaltenden Angebots-Überhang, dem die Angreifer mit Kampfpreisen begegnen, um eine bessere Auslastung zu erreichen.

    Die Folgen zeigen sich bei beiden großen Produktgruppen von Covestro. Bei den Polyurethan-Kunststoffschäumen halbierte sich die Marge 2019 auf elf Prozent, im Geschäft mit dem transparenten Kunststoff Polycarbonat sank sie von 26 auf 15 Prozent. Allein die dritte Sparte mit Vorprodukten für Lacke und Kleber hielt die Gewinnspanne stabil.

    Steilemann setzt darauf, dass die grundsätzliche Nachfrage nach Kunststoffen intakt sei. Das zeigte sich zumindest in den verkauften Mengen, die im vergangenen Jahr konzernweit um zwei Prozent wuchsen. Ein Ende des Preisdrucks im Laufe des Jahres hält er derzeit aber nur beim Hartschaum MDI für möglich, der etwa zur Dämmung von Gebäuden eingesetzt wird.

    In den anderen Problemsegmenten sei die Situation wegen des Überangebots weiter herausfordernd.

    Mehr: Covestro tritt bei Investitionen auf die Bremse

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