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Chemiekonzern Covestro gibt Gewinnwarnung heraus – Aktie bricht um mehr als elf Prozent ein

Stärkerer Preisdruck und das niedrige Rheinwasser belasten das Ergebnis von Covestro. Die Gewinnwarnung ist ein Alarmsignal für die Konjunktur.
Update: 20.11.2018 - 15:49 Uhr Kommentieren

Gewinnwarnung schockt Anleger – Covestro auf Talfahrt

Düsseldorf Noch vor gut vier Wochen gab sich Covestro-Chef Markus Steilemann zuversichtlich und bekräftigte das Gewinnziel des Dax-Konzerns, was viele Investoren positiv überraschte. Am Dienstagmittag folgte die Kehrtwende: Der Kunststoffhersteller kassierte seine Prognose für 2018.

Die Gewinnwarnung stieß an der Börse übel auf: Die Aktie brach bis zum Nachmittag um mehr als zehn Prozent ein und unterschritt die Marke von 50 Euro – der tiefste Wert seit zwei Jahren. Zu Jahresbeginn lag der Kurs noch bei 92 Euro.

In den vergangenen Monaten hatten die Investoren bereits reihenweise Aktien von Chemiefirmen aus ihrem Portfolio geworfen, was die Kurse aller nahezu Hersteller drückte.  Dahinter steckt die Furcht vor einem konjunkturellen Einbruch.

Die harsche Kursreaktion bei Covestro am Dienstag dürfte aber daran liegen, dass die Gewinnwarnung die meisten Anleger unvermittelt traf. Mehrere Analysten hatten allerdings zuletzt darauf hingewiesen, dass sie die Ziele des Unternehmens angesichts der konjunkturellen Lage für ambitioniert halten. 

Covestro ging in seiner Prognose bislang davon aus, dass das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) im Geschäftsjahr 2018 über dem Vorjahreswert von 3,44 Milliarden Euro liegen werde. Nun erwartet das Chemieunternehmen, dass der operative Gewinn etwas schwächer ausfallen wird.

Der Leverkusener Konzern nennt drei Gründe für die Prognose-Senkung. Der wichtigste dürfte sein, dass sich der Preisdruck bei den Hauptprodukten unerwartet und rasant verschärft hat. Bei den Vorprodukten für Weichschäume, aus denen Polster und Matratzen gefertigt werden, hatte Covestro einen stärkeren Wettbewerb vorhergesagt.

Nun aber geraten auch die Preise bei Hartschäumen, die etwa zur Dämmung eingesetzt werden, und bei dem transparenten Kunststoff Polycarbonat unter Druck. Damit sind alle großen Segmente von Covestro von dieser Entwicklung betroffen, die vor allem in China zu beobachten sei, heißt es im Konzern. 

Das dürfte den stärksten Effekt aufs Covestro-Ergebnis haben. Zugleich sind die Logistikkosten unerwartet stark gestiegen. Grund ist das Niedrigwasser des Rheins, der für den Konzern mit Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen ein wichtiger Transportweg ist.

Auf dem Rhein können Transportschiffe seit Wochen nur noch 20 Prozent des sonst üblichen Volumens tragen, um nicht auf Grund zu laufen. Covestro musste deswegen die Logistik auf Lkws verlagern, was teurer ist. Dazu kamen Produktionsausfälle, weil Lieferanten ebenfalls mit dem niedrigen Rheinwasser zu kämpfen haben.

Die Gewinnwarnung von Covestro ist auch ein Warnsignal für die allgemeine Konjunkturlage. Denn die Chemiefirmen und damit auch Covestro sind ein Frühindikator, weil sie Produkte in nahezu alle Branchen liefern. Der Branchenverband VCI hat bereits vor einem schwierigen Jahresendgeschäft gewarnt.

Covestro, in der das frühere Kunststoffgeschäft von Bayer gebündelt ist, erwartet zwar für Gesamtjahr noch ein Mengenwachstum. Das aber wird deutlich geringer ausfallen als zuletzt noch erwartet wurde - klares Indiz dafür, das sich die Kunden in der momentanen unsicheren geopolitischen Lage mit Bestellungen zurückhalten.

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