Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Chemiekonzern Covestro halbiert die Dividende

Der Kunststoffhersteller reagiert auf die Coronakrise und hohen Wettbewerbsdruck. Die Ausschüttung will Covestro aber nicht komplett streichen.
19.05.2020 - 14:13 Uhr Kommentieren
Konkurrenten aus dem Nahen Osten und China haben im vergangenen Jahr ihre Kapazitäten hochgefahren, was in der gesamten Branche zu einem starken Preisverfall geführt hat. Quelle: Covestro
Produktion bei Covestro

Konkurrenten aus dem Nahen Osten und China haben im vergangenen Jahr ihre Kapazitäten hochgefahren, was in der gesamten Branche zu einem starken Preisverfall geführt hat.

(Foto: Covestro)

Düsseldorf Die Aktionäre des Kunststoffherstellers Covestro werden sich in diesem Jahr mit einer geringeren Ausschüttung begnügen müssen. Der Vorstand beschloss am Dienstag, der Hauptversammlung Ende Juli eine Dividende von 1,20 Euro pro Aktie vorzuschlagen. Das ist die Hälfte des bisher avisierten Betrags von 2,40 Euro fürs Geschäftsjahr 2019.

Damit reagiert der Konzern auf die Herausforderungen der Coronakrise, die bei den Leverkusenern zu deutlichen Einbußen im Geschäft führt. „Der aktuelle Fokus des Vorstands liegt auf der Sicherung der Liquidität und Bonität des Unternehmens“, teilte Covestro mit. Das Unternehmen belässt mit der Halbierung der Ausschüttung rund 200 Millionen Euro in der Kasse.

Immerhin: Die nun avisierten 1,20 Euro pro Aktie entsprechen bei gegenwärtigem Kurs noch einer Dividendenrendite von 3,9 Prozent. Allerdings greift Covestro zu einem härteren Schritt als die anderen großen Chemiekonzerne, die bisher an ihrer Dividende festhalten.

So hat Evonik aus Essen angekündigt, die geplanten 1,15 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 beizubehalten. Sie soll in zwei Tranchen ausgezahlt werden: Die eine Hälfte am 2. Juni und die andere nach entsprechender Beschlussfassung in der geplanten Hauptversammlung am 31. August.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    BASF überraschte mit der Ankündigung, an der steigenden Dividende trotz Coronakrise festzuhalten. Sie soll trotz der Unsicherheiten wie geplant um zehn Cent auf 3,30 Euro je Aktie steigen. BASF wird damit wie geplant im Juni rund drei Milliarden Euro an die Aktionäre ausschütten und begründete dies mit der Verlässlichkeit, die gegenüber allen Stakeholdern gelte.

    Starker Preisverfall in der Branche

    Auch der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess rüttelt bisher nicht an der geplanten Ausschüttung von 95 Cent pro Aktie. Lanxess, Evonik und in Teilbereichen auch BASF verfügen über konjunkturrobuste Geschäfte wie der Produktion von Pharma- und Agrarwirkstoffen oder Desinfektionsmitteln.

    Anders ist die Lage bei Covestro. Der Nachfragerückgang infolge des Shutdowns in der Autoindustrie hat den Kunststoffhersteller stark getroffen. Die Geschäfte mit dem Schaumstoff Polyurethan und dem transparenten Kunststoff Polycarbonat standen aber schon vor der Coronakrise stark unter Druck.

    Das liegt an dem kräftig gestiegenen Wettbewerb in diesen beiden Hauptgeschäften. Konkurrenten aus dem Nahen Osten und China haben im vergangenen Jahr ihre Kapazitäten hochgefahren, was in der gesamten Branche zu einem starken Preisverfall geführt hat.

    Die Prognosen von Covestro für 2020 waren schon zum Jahresbeginn nicht rosig, die Coronakrise hat die Situation nochmal verschärft. Der Konzern erwartet nun einen bereinigten Gewinn zwischen 700 Millionen und 1,2 Milliarden Euro, was schlimmstenfalls einer weiteren Halbierung entspricht. Der Free Operating Cash Flow dürfte nur noch zwischen -200 Millionen und 300 Millionen Euro liegen.

    Die Halbierung der Dividende dürfte angesichts der Erwartungen ein Kompromiss darstellen: Das Covestro-Management will sich für die Wirtschaftskrise weiter rüsten, zugleich aber zumindest eine gewisse Verlässlichkeit gegenüber den Anteilseignern zeigen.

    Mehr: Warum deutsche Chemiefirmen relativ stabil durch die Krise kommen

    Startseite
    Mehr zu: Chemiekonzern - Covestro halbiert die Dividende
    0 Kommentare zu "Chemiekonzern: Covestro halbiert die Dividende"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%