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Chemiekonzern Das Pharmageschäft von Bayer hält Kurs

Das Gesundheitsgeschäft des Leverkusener Konzerns mit verschreibungspflichtiger Medizin befindet sich im Aufschwung – seit nun mehr als zehn Jahren.
30.10.2019 - 16:45 Uhr Kommentieren
Die längerfristige Absicherung des Pharmageschäfts bleibt für den Konzern eine Herausforderung. Quelle: dpa
Bayer-Konzern

Die längerfristige Absicherung des Pharmageschäfts bleibt für den Konzern eine Herausforderung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Während die Prozessrisiken in der Agro-Sparte derzeit alles überschatten, erweist sich das Gesundheitsgeschäft von Bayer weiter als stabiler Pfeiler für den Leverkusener Konzern. Das gilt insbesondere für die Pharmasparte, die das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten umfasst und sich inzwischen seit mehr als zehn Jahren im Aufschwung befindet.

Im dritten Quartal setzte sich die positive Performance der Pharmasparte mit einer Umsatzsteigerung um währungsbereinigt knapp sechs Prozent auf 4,5 Milliarden Euro fort. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank zwar um ein Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Doch lag das laut Bayer vor allem daran, dass man im Vorjahr noch einen positiven Ergebniseffekt von 190 Millionen Euro aus der Kooperation mit dem US-Vertriebspartner Johnson & Johnson verbuchte, der sich 2019 nicht wiederholte.

Ähnlich wie bei etlichen Konkurrenten hat sich auch bei Bayer das Pharmawachstum im dritten Quartal insgesamt beschleunigt. Maßgeblicher Treiber war zum einen das generell starke China-Geschäft. Zum anderen sorgen die beiden Spitzenprodukte Xarelto (mit einem Umsatzplus von währungsbereinigt 9,1 Prozent) und Eylea (plus 15,9 Prozent) weiter für Auftrieb.

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    Für die ersten neun Monate insgesamt errechnet sich damit für die Bayer-Pharmasparte eine Umsatzsteigerung um währungsbereinigt fünf Prozent auf 13,3 Milliarden Euro und ein Anstieg des Ebits um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das Arzneimittelgeschäft lieferte damit rund doppelt so viel Ertrag wie die um Monsanto erweiterte Agrosparte.

    Trotz der soliden Entwicklung dürfte Bayer jedoch mit dem Branchentrend insgesamt nicht ganz mithalten. Darauf jedenfalls deuten die zum Teil noch deutlich stärkeren Wachstumsraten etlicher Big-Pharma-Konzerne, die bisher Zahlen für das dritte Quartal vorlegten. Die beiden Schweizer Konkurrenten Roche und Novartis etwa meldeten für das dritte Quartal Wachstumsraten von mehr als zehn Prozent.

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    Die britische AstraZeneca und der US-Konzern Merck & Co legten sogar um 16 Prozent zu. Zudem scheint es für Bayer zusehends schwieriger zu werden, die Umsatzsteigerungen in weitere Gewinnverbesserungen zu übersetzen. Die Ebitda-Marge sank in den ersten neun Monaten von 34,8 auf 34,2 Prozent. Neben dem Einmaleffekt aus der Allianz mit Johnson & Johnson trugen dazu offenbar steigende Vertriebskosten maßgeblich bei.

    Eine Herausforderung bleibt für den Konzern zudem die längerfristige Absicherung des Pharmageschäfts. Zwar verbuchte Bayer hier mit den Zulassungen für die neuen Krebsmittel Nubeqa (gegen Prostatakrebs) und Vitrakvi (gegen Tumore mit bestimmten genetischen Mutationen) in den letzten Monaten zwei wichtige Erfolge. Alles in allem fällt die F+E-Bilanz aus Sicht vieler Analysten aber nur durchwachsen aus. Sie sehen für Bayer weiter Bedarf, die Pipeline zu erweitern.

    In wichtigen Therapiebereichen wie Multiple Sklerose und Hämophilie (Bluterkrankheit), die früher deutlich zum Umsatz der Sparte beitrugen, ist Bayer inzwischen weit hinter der Konkurrenz zurückgefallen. Eine neue Fabrik für Blutermedikamente musste der Konzern mangels Umsatzperspektiven im vergangenen Jahr komplett abschreiben. Die Arbeiten an einem weiteren neuen Hämophilie-Medikament stellte er im dritten Quartal ein.

    Ungeachtet der möglichen Lücken in der Pipeline dürfte die Pharmasparte ihren Wachstumskurs vorerst jedoch beibehalten. Für das Gesamtjahr 2019 stellt Bayer vier Prozent Umsatzwachstum in Aussicht. Die Patentabläufe bei Eylea und Xarelto dürften das Geschäft nach Einschätzung des Konzerns zudem nur moderat bremsen. Denn mit beiden Produkten ist Bayer auf dem US-Markt gar nicht oder nur in indirekt vertreten.

    Weitaus schwächer als die Pharmasparte präsentiert sich unterdessen der Bereich Consumer Health, in dem Bayer das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten wie Aspirin oder der Wundsalbe Bepanthen gebündelt hat. Bayer kämpfte hier zuletzt mit wachsender Konkurrenz auf dem US-Markt und erheblichen Schwächen bei einzelnen Marken, die man mit der Akquisition der Consumer-Sparte von Merck & Co vor fünf Jahren erworben hatte.

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    Inzwischen mehren sich jedoch die Zeichen, dass nach umfangreicher Restrukturierung und dem Verkauf der Problem-Marken Dr. Scholl‘s und Coppertone die Talsohle in dem Segment durchschritten ist. Im dritten Quartal legte der Umsatz währungsbereinigt nach Angaben von Bayer um 3,7 Prozent zu. Das bereinigte Ebit verbesserte sich um knapp ein Zehntel auf 168 Millionen Euro.

    Auch für die ersten neun Monaten kann Bayer im Consumer-Bereich damit – nach drei Jahren mit rückläufigen Erträgen – erstmals wieder ein leichtes Ertragsplus auf 532 Millionen Euro ausweisen. Mit nur rund 13 Prozent liegt Ebit-Marge gegenüber dem früheren Niveau jedoch noch deutlich zurück.

    Mehr: In den Verfahren um den Unkrautvernichter gerät Bayer immer stärker unter Druck. Operativ läuft es dagegen nach Plan – die Aktie legt zu.

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