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Chemiekonzern Sparkurs schiebt Clariant-Gewinn an

Clariant konnte im zweiten Quartal seinen Gewinn auf 34 Millionen Euro steigern. Neben Kostensenkungen war dafür vor allem die Übernahme der deutschen Süd-Chemie verantwortlich.
27.07.2011 Update: 27.07.2011 - 11:15 Uhr Kommentieren
Die Clariant-Zentrale in der Nähe von Basel. Quelle: ap

Die Clariant-Zentrale in der Nähe von Basel.

(Foto: ap)

Zürich Für den Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant verdüstern sich die Aussichten zusehends. Für die zweite Jahreshälfte geht der BASF-Konkurrent von einer sinkenden Nachfrage aus, wie Clariant am Mittwoch mitteilte. Darüber hinaus rechnet der Konzern mit weiterhin schwankenden Wechselkursen sowie steigenden Rohstoffkosten. Zu Jahresbeginn hatte Clariant noch von einem stabilen Geschäftsumfeld für 2011 gesprochen.

Nicht nur für Clariant ziehen dunkle Wolken am Himmel auf: Erst vor wenigen Tagen gab der niederländische Chemiekonzern AkzoNobel schwache Zahlen für das zweite Quartal bekannt. Unerwartet kräftig gestiegene Rohstoffkosten und flaue Abnehmermärkte hatten dem weltgrößten Farbenhersteller einen Strich durch die Rechnung gemacht. Branchenprimus BASF will Donnerstag Zahlen zum zweiten Vierteljahr vorlegen.

Dem Basler Konzern hat zudem der Höhenflug des Schweizer Franken schwer zugesetzt. Allein in den ersten sechs Monaten schmälerten Währungseffekte den Gewinn von Clariant um über hundert Millionen Franken. Zwar lag der Reingewinn letztlich mit 40 Millionen Franken (umgerechnet 34 Millionen Euro) aufgrund von Kostensenkungen sowie der Übernahme der deutschen Süd-Chemie rund 60 Prozent über dem des Vorjahresquartals, war aber nicht einmal halb so hoch wie Analysten erwartet hatten: Sie hatten 91 Millionen Franken prognistiziert. Der Währungseffekt habe deutlich stärker zu Buche geschlagen als erwartet, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. An der Schweizer Börse stürzten die Clariant-Aktien um rund zwölf Prozent ab.

„Alles was mit Währungen zu tun hat, kann keiner von uns beeinflussen. Bei mir ist die Schmerzgrenze schon längst überschritten,“ sagte Konzernchef Hariolf Kottmann der Nachrichtenagentur Reuters. Zu Jahresbeginn hatte Clariant noch mit einem stabilen Geschäftsumfeld 2011 geplant.

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    Aufgrund von Preiserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent war es Clariant im zweiten Quartal gelungen, den Anstieg der Rohstoffkosten um 14 Prozent vollständig aufzufangen. Allerdings verringerte sich der Umsatz in Schweizer Franken währungsbedingt um knapp ein Prozent auf 1,87 Milliarden Franken. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 1,96 Milliarden Franken gerechnet. Ohne Wechselkursverluste wäre der Umsatz um 14 Prozent gestiegen.

    Trotzdem gibt sich Clariant zuversichtlich, die Ziele für das laufende Jahr zu erreichen: Zusammen mit Süd-Chemie dürfte der Umsatz auf 7,8 bis 8,0 Milliarden Franken wachsen, prognostizierte der Konzern. Zudem will Clariant eine operative Ebitda-Marge von 13,5 bis 14,5 Prozent erreichen.

    • rtr
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