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Chemiekonzern Vergleich in den USA: Weitere Niederlage für Bayer vor Gericht

Ein Richter weist die Einigung mit Klägern im PCB-Verfahren zurück. Bayer füllt derweil die Kasse mit weiteren Einnahmen aus dem Verkauf der Tiergesundheitssparte.
01.12.2020 Update: 01.12.2020 - 09:39 Uhr Kommentieren
Bayer hatte sich mit den Klägern eigentlich auf eine Zahlung von 650 Millionen Dollar zur Beilegung des PCB-Verfahrens in den USA geeinigt. Quelle: AFP
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Bayer hatte sich mit den Klägern eigentlich auf eine Zahlung von 650 Millionen Dollar zur Beilegung des PCB-Verfahrens in den USA geeinigt.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Der Bayer-Konzern hat eine weitere Niederlage vor Gericht in den USA erlitten. Dabei geht es zwar nicht um den Unkrautvernichter Glyphosat, aber um ein anderes Erbe Monsantos – um angeblich mit der Chemikalie PCB verseuchte Gewässer in den USA. Bayer hatte mehrere langjährige Klagen von US-Kommunen und anderen staatlichen Stellen eigentlich im Juni dieses Jahres mit einem außergerichtlichen Vergleich aus der Welt schaffen wollen.

Doch diese Einigung kassierte nun ein Bundesgericht in Los Angeles. Der zuständige Richter nannte die Vergleichssumme in Höhe von 650 Millionen Dollar „bescheiden“. Vor allem aber kritisierte er, dass die Regelung zur Haftung bei künftig auftretenden Fällen zu vage sei. Bayer und die Kläger haben nun bis Jahresende Zeit, die Einigung zu überarbeiten.

Die Konsequenz dürfte sein, dass auch dieser Vergleich für Bayer teurer wird als geplant. Die PCB-Einigung war Teil eines großen Settlement-Paketes, das der Leverkusener Konzern im Sommer verabschiedet hat. Bayer wollte damit auf einen Schlag alle von Monsanto übernommenen Rechtsstreitigkeiten loswerden.

PCB ist dabei nur ein kleinerer Teil. Hauptsächlich ging es um die Beilegung von über 100.000 Klagen von Amerikanern, die die Verwendung von Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen. Bayer hat für diese Fälle Entschädigungszahlungen von annähernd zehn Milliarden Dollar bereitgestellt.

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    Mit einem wichtigen Teil dieser Einigung war der Konzern vor Gericht aber bisher nicht erfolgreich. Für Bayer ist es entscheidend, dass in einigen Jahren keine neue Glyphosat-Klagewelle aufkommt. Gemeinsam mit den gegnerischen Anwälten wurde eine Regelung erarbeitet, wie mit künftigen Klagen umgegangen werden soll.

    Doch diese Regelung fand wenig später nicht die nötige Zustimmung des zuständigen Gerichts in San Francisco. Seit Sommer verhandelt Bayer nun über ein neues Modell, das auf jeden Fall teurer wird. Zunächst hatte der Konzern für den Umgang mit künftigen Klagen 1,25 Milliarden Dollar eingeplant.

    Anfang November teilte Bayer mit, dass diese Summe auf zwei Milliarden Dollar steigen wird – eine neue Einigung steht aber weiterhin noch aus.

    Verkauf von Elanco-Aktien bringt 1,6 Milliarden Dollar

    Wie teuer die Nachverhandlung im Fall PCB wird, ist noch nicht absehbar. Die Chemikalie wurde in den 1970er-Jahren von Monsanto hergestellt und in Transformatoren, als Hydraulikflüssigkeit oder als Weichmacher in Lacken und Dichtungen eingesetzt.

    1979 wurde PCB in den USA verboten. Staatliche Stellen hatten Monsanto wegen der Verunreinigung von Gewässern mit der Chemikalie verklagt – unabhängig davon, wie PCB dorthin gelangen konnte.

    Für die Begleichung der diversen Rechtsstreitigkeiten in den USA hat Bayer in diesem Jahr hohe Rückstellungen gebildet. Parallel dazu füllen die Leverkusener ihre Kasse, etwa mit dem im vergangenen Jahr festgezurrten Verkauf der Sparte Tiergesundheit an den US-Hersteller Elanco.

    Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern nahm dabei direkt 5,2 Milliarden Dollar vor Steuern ein und bekam zudem ein Elanco-Aktienpaket. Am Montag verkaufte Bayer den überwiegenden Teil dieser Aktien am Markt und nahm dabei rund 1,6 Milliarden Dollar ein. 54,5 Millionen Aktien wurden zu einem Preis von 30,25 Dollar je Anteilsschein platziert.

    Bayer nutzte dabei die zuletzt gute Entwicklung des Elanco-Aktienkurses, der die Marke von 30 Dollar im Oktober wieder überschritten hatte. Gemessen am aktuellen Wert, verbleiben bei den Leverkusenern nun noch Elanco-Aktien im Wert von 556 Millionen Dollar.
    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Glyphosat, PCB, Verhütungsmittel: das große Reinemachen bei Bayer.

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