Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Bayer

Das Bayer-Kreuz leuchtet auf dem Werksgelände (Chempark) des Chemie- und Pharmakonzerns in Leverkusen.

(Foto: dpa)

Chempark Bayer und Lanxess verkaufen Chemieparkbetreiber Currenta an Macquarie

Bayer und Lanxess verkaufen ihre Anteile am Chemieparkbetreiber Currenta an die australische Bank Macquarie. Bei dem Deal wird Currenta mit 3,5 Milliarden Euro bewertet.
Update: 06.08.2019 - 23:44 Uhr Kommentieren

Leverkusen Bayer und Lanxess verkaufen den Chemieparkbetreiber Currenta ins Ausland. Dies teilten die beiden Konzerne am Dienstagabend mit. Das Unternehmen geht für insgesamt 3,5 Milliarden Euro inklusive Schulden an Macquarie Infrastructure and Real Assets (MIRA), eine Fondstochter der australischen Investmentbank Macquarie. Die Infrastruktur-Investmentgesellschaft galt bereits als favorisierter Bieter.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hatte 60 Prozent an dem Unternehmen gehalten, die ehemalige Tochter Lanxess 40 Prozent. Currenta ist Betreiber des sogenannten Chemparks mit Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen und beschäftigt rund 3200 Mitarbeiter.

Bayer hatte Ende 2018 angekündigt, sich von seinen Anteilen an der Currenta trennen zu wollen. Lanxess-Chef Matthias Zachert dagegen hatte betont, Eigentümer des Parkbetreibers bleiben zu wollen, weil dieser als Dienstleister für den Chemiekonzern wichtig sei.

Nun sagte Zachert der gemeinsamen Mitteilung zufolge, mit dem Verkauf erhalte Lanxess „zusätzlichen finanziellen Spielraum, um unseren Wachstumskurs in der Spezialchemie voranzutreiben“.

Bayer hatte Insidern zufolge seinen Anteil eigentlich der früheren Kunststoff-Tochter Covestro verkaufen wollen, beide Seiten konnten sich aber nicht auf eine gemeinsame Bewertung einigen. Covestro ist neben Lanxess, ebenfalls eine Abspaltung von Bayer, der größte Currenta-Kunde. Lanxess-Chef Matthias Zachert hatte noch auf der Hauptversammlung im Mai erklärt, den Anteil an Currenta behalten zu wollen. Er schließe zwar nichts aus, aber als Eigentümer sei das Unternehmen weiter in die strategische Ausrichtung seines Dienstleisters einbezogen. Offenbar hat Macquarie aber mit seiner Offerte überzeugt. Der Anteil von Lanxess wird nach nach Abzug von Schulden mit etwa 780 Millionen Euro vor Steuern bewertet. Durch den Verkauf erhalte Lanxess „zusätzlichen finanziellen Spielraum, um unseren Wachstumskurs in der Spezialchemie voranzutreiben“, erklärte Zachert.

Als einer der Hauptkunden von Currenta will der Spezialchemiekonzern Mira in der Übergangsphase operativ unterstützen und seine Beteiligung noch einige Monate länger halten als Bayer. Während die ehemalige Mutter den Abschluss ihres Teils der Transaktion im vierten Quartal erwartet, rechnet Lanxess mit Ende April 2020. Mit Mira habe man sich auf zunächst zehnjährige Dienstleistungs- und Versorgungsverträge für die drei Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen verständigt, wo Lanxess einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Produktionsanlagen betreibt.

Mira sicherte zu, den Geschäftsbetrieb von Currenta ohne Restrukturierung oder geplante Veränderungen der bestehenden Belegschaft fortzuführen. „Wir haben uns verpflichtet, in den ersten drei Jahren keine Unternehmensteile zu verkaufen“, sagte Mira-Deutschland-Chef Hilko Schomerus der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir sind von dem integrierten Modell der Currenta-Gruppe überzeugt und halten daran langfristig fest.“ Currenta sei ein risikoarmes Investment mit einer angemessenen Rendite. „Wir gehen von einer Haltedauer von zehn bis zwölf Jahren aus.“

Noch trennen will sich Bayer von seinem Tiermedizingeschäft. Vorstandschef Werner Baumann rechnet dafür mit einer Entscheidung bis Jahresende. Insidern zufolge wird ein Zusammenschluss der Sparte mit dem US-Rivalen Elanco erwogen. Die Verkaufspläne sind Teil eines umfangreichen Umbaus, der weltweit rund 12.000 Arbeitsplätze bei dem Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern kosten wird.

Mehr: Bei Bayer wird die Agrarsparte von einer neuen Welle an Glyphosat-Klagen erfasst und schwächelt operativ. Investoren sehen die Jahresziele in Gefahr.

  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Chempark - Bayer und Lanxess verkaufen Chemieparkbetreiber Currenta an Macquarie

0 Kommentare zu "Chempark: Bayer und Lanxess verkaufen Chemieparkbetreiber Currenta an Macquarie"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote