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ChinaNeuer Chemie-Riese: Fusion von Sinochem und Chemchina steht kurz bevor

Schon seit längerer Zeit planen die chinesischen Staatsunternehmen Sinochem und Chemchina einen Zusammenschluss. Das ist ganz im Interesse der Regierung in Peking.Leonidas Exuzidis 02.04.2021 - 10:48 Uhr Artikel anhören

Ein fusioniertes Unternehmen würde die Konkurrenz noch stärker unter Druck setzen.

Foto: Reuters

Düsseldorf. In China entsteht ein neuer bedeutender Akteur auf dem Chemiemarkt. Die beiden staatlichen Unternehmen Sinochem und China National Chemical Corporation (Chemchina) haben von entsprechender staatlicher Stelle, der Kommission zur Kontrolle und zur Verwaltung von Staatsvermögen (Sasac), grünes Licht für eine Umstrukturierung erhalten. Das gab die Sasac, die chinesischen Staatsunternehmen im Industriesektor übersteht, bereits am späten Mittwochabend bekannt.

Die beiden Unternehmen loten bereits seit mehreren Jahren einen möglichen Zusammenschluss aus. Ein fusioniertes Unternehmen würde einen Gesamtumsatz von etwa 150 Milliarden Dollar erzielen und eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt einnehmen. Zum Vergleich: BASF setzte im vergangenen Jahr knapp 60 Milliarden Euro um.

Das wäre ganz im Sinne der Regierung in Peking. Diese verfolgt intensiv das Ziel, chinesische Staatsunternehmen zu modernisieren und weltweit konkurrenzfähig zu machen. Das ist auch für deutsche Unternehmen wie etwa BASF relevant, die sehr interessiert auf den chinesischen Markt blicken und dort einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes erzielen.

Die mit einer Fusion einhergehenden Skaleneffekte sollen das Geschäftswachstum und die Innovationsfähigkeit stärken, erklärte Sinochem in einer Mitteilung. Eine mögliche Hürde seien die verschiedenen Wachstumsmodelle beider Firmen, betonte ein chinesischer Analyst gegenüber der „Financial Times“. Es sei daher die „wahre Herausforderung“, sicherzustellen, dass eine Fusion auch zu mehr Effizienz führt.

An der Börse kamen die Entwicklungen gut an: Die an der Börse in Schanghai notierten Papiere von Sinochem stiegen um zehn Prozent. Am Freitag gaben sie einen Teil ihrer Gewinne wieder ab.

Sinochem und Chemchina bündeln bereits ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten – die Geschäfte mit Pflanzenschutzmitteln, Saatgut und Dünger sowie Agrartechnologie – in der Syngenta Group. Syngenta, ein Unternehmen aus der Schweiz, war zuvor von Chemchina für 43 Milliarden Dollar geschluckt worden. Es wurde im Anschluss zu einer Holding umgebaut, die nun das bisherige Agrargeschäft von Chemchina sowie das von Sinochem umfasst.

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