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China und die USA Warum der Handelskonflikt Tesla schadet – und chinesischen Autoherstellern nützt

US-Präsident Donald Trump will die Einfuhrzölle für chinesische Waren deutlich erhöhen. Das trifft Tesla, aber auch die deutschen Autohersteller.
09.05.2019 - 13:55 Uhr Kommentieren
China, USA: Warum der Handelskonflikt Tesla schadet Quelle: AFP
Tesla in China

Importzölle aus Peking dürften den Elektropionier hart treffen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf An den Börsen geht die Angst um, dass der Handelskonflikt zwischen China und den USA auf einen neuen Höhepunkt zusteuert. US-Präsident Donald Trump hat bereits angekündigt, die Sonderzölle auf Wareneinfuhren im Wert von 200 Milliarden Dollar von zehn auf 25 Prozent zu erhöhen. Besonders die Autoindustrie fürchtet eine Gegenreaktion aus Peking.

Denn China ist der wichtigste Automarkt der Welt und viele Modelle, die dort verkauft werden, werden in den USA gebaut. Entsprechend empfindlich reagierten die Anleger. Autoaktien haben seit Wochenbeginn kräftig an Wert verloren. Die Aktie von Daimler sank um 3,5 Prozent, bei Tesla waren es 4,4 Prozent und BMW-Papiere, die zu Wochenbeginn auch noch einen operativen Verlust ausweisen mussten, verloren sogar 7,8 Prozent.

„Diese drei Autohersteller würden durch eventuelle Gegenzölle besonders getroffen“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center of Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Denn alle drei haben große Produktionsanlagen in den USA.

BMW: Ebit-Verlust von 500 Millionen Euro möglich

BMW baut in Spartanburg, South Carolina, nahezu seine gesamten SUVs für den Weltmarkt – vom X3 bis zum X7. Von den 357.000 Fahrzeugen, die vor Ort gebaut werden, wurden im Jahr 2018 nur 118.000 in den USA verkauft. Die meisten geht also in den Export, besonders nach China. Rund 100.000 BMW-Autos seien von den USA nach China exportiert worden, schätzt das CAR-Institut.

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    „Da die Fahrzeuge hochwertiger sind, wäre bei einem Zollkrieg ein Ebit-Verlust von deutlich mehr als 500 Millionen Euro zu befürchten“, schätzt Dudenhöffer. Schon im September 2018 hatte BMW wegen der schwelenden Handelskonflikte seine Prognose kassieren müssen.

    Und auch Daimler, der größte deutsche Premiumautobauer, dürfte bei neuen Strafzöllen der Chinesen Schaden nehmen. In Tuscaloosa, Alabama, bauen die Schwaben die G-Modelle GL und GLE. Darüber hinaus werden der Sprinter und die C-Klasse für den amerikanischen Markt in den USA gebaut.

    Der Exportanteil der in den USA von Daimler gebauten Fahrzeugen ist aber deutlich niedriger ist als bei BMW. Von den G-Modellen gehen nach Schätzungen des CAR gerade einmal 40.000 in den Export. Das mögliche Gewinnrisiko beziffern die Forscher auf 200 bis 300 Millionen Euro.

    Daimlers Vorteil: Der Konzern baut wichtige Modelle in China

    Denn anders als BMW hat Daimler in China die Produktion wichtiger Modelle vor Ort aufgebaut. Neben der E-Klasse, dem GLC und GLA, sowie der A-Klasse, läuft auch die C-Klasse lokal vom Band – diese Modelle sind vor den Unsicherheiten des Handelskonflikts weitgehend geschützt.

    Am schlimmsten dürfte der jüngste Konflikt nach Einschätzung von CAR-Direktor Dudenhöffer aber den größten Hoffnungsträger der US-Autoindustrie treffen: „Tesla würde durch einen ausgeweiteten Zollkrieg mit mehr als einem Drittel seiner Fahrzeugverkäufe getroffen“, schätzt er.

    Bislang spielt der Elektropionier auf dem größten Elektroautomarkt der Welt zwar noch eine untergeordnete Rolle. Denn schon heute sind Tesla-Modelle durch Importzölle deutlich teurer als die lokale chinesische Konkurrenz. Nicht umsonst plant Tesla-Chef Elon Musk, für das Model 3 ein eigenes Werk in Shanghai aufzubauen.

    Doch bis die Tesla-Modelle vor Ort vom Band laufen, wäre Musk auf Exporte aus den USA nach China angewiesen. Bereits Ende 2018 musste Musk erhöhte Zölle durch sinkende Produzentenpreise für Model S und X in China kompensieren. Beim margenschwächeren Model 3 dürfte ein ähnliches Vorgehen kaum möglich sein, ohne viel Rendite aufs Spiel zu setzen, glaubt Dudenhöffer. „Hohe zusätzliche, nicht geplante Verluste durch einen erweiterten Zollkrieg wäre eine sehr gefährliche Gemengelage für Tesla.“

    Denn der Elektropionier hatte schon im vergangenen Quartal wegen Vertriebsprobleme beim Model 3 einen Millionenverlust ausweisen müssen.

    Größter Gewinner eines Handelskriegs wäre nach Ansicht des CAR-Direktors ausgerechnet die chinesische Autoindustrie, die ihre Modelle vor allem im Heimatmarkt absetzt – und damit immun gegen alle Strafzölle wäre.

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