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Chinesische Übernahmen Das Reich der Mitte will nach Mitteleuropa

Hightech aus Deutschland, Geld aus China: Chinesische Investoren greifen immer häufiger nach deutschen Firmen - zum Beispiel Autozulieferer. Ein Grund für Sorgenfalten?
20.09.2014 - 16:14 Uhr Kommentieren
Eine deutsche und eine chinesische Flagge stehen vor einer Vertragsunterzeichnung im chinesischen Hangzhou: Chinas Investoren greifen in Deutschland zu. Quelle: dpa

Eine deutsche und eine chinesische Flagge stehen vor einer Vertragsunterzeichnung im chinesischen Hangzhou: Chinas Investoren greifen in Deutschland zu.

(Foto: dpa)

Damme Es riecht nach Lösungsmitteln, nach Lack, nach Gummi, es ist heiß, es ist laut. In den Werkhallen von Boge Elastmetall im niedersächsischen Damme entstehen wichtige Teile fürs Auto, mit denen sich die meisten Autofahrer nie beschäftigen, deren Defekt sie aber sofort spüren würden. Motoren und Fahrwerkskomponenten müssen sicher, aber elastisch befestigt sein, um Schwingungen nicht in die Karosserie dringen zu lassen. Zu den Kunden zählen die großen Autobauer. Jetzt haben die Chinesen dort offiziell das Sagen.

Denn der deutsche Zulieferer ZF verkaufte das Werk und seine Schwesterbetriebe an die chinesische Firma TMT. Deren Hauptaktionär ist der ebenfalls chinesische Konzern CSR, der weltweit größte Hersteller für Bahntechnik. 2013 setzt das Unternehmen 11,9 Milliarden Euro um und beschäftigt 90.000 Mitarbeiter.

Warum das Interesse an dem deutschen Unternehmen? „Unsere Teile sorgen dafür, dass es im Fahrwerk nicht klappert“, sagt Boge-Geschäftsführer Torsten Bremer. Metallhülsen, auf denen eine spezielle Gummimischung aufvulkanisiert ist - so sieht die einfachste Produktvariante aus, die je nach Typ mit Hightech aufgepeppt wird.

Der Deal: Mit Boge Elastmetall bekommen die Chinesen ein Portfolio renommierter Autokonzerne, darunter VW, Ford, Daimler, BMW, General Motors, Fiat, Chrysler, Renault und Nissan. Umgekehrt bekommt Boge bessere Wachstumschancen in China, dem wichtigsten Automarkt der Welt. Das operative Geschäft bleibt beim deutschen Management - von Damme aus werden künftig zehn Standorte mit 4000 Mitarbeitern auf allen Kontinenten gelenkt. Der Jahresumsatz für 2014 wird auf 780 Millionen Euro prognostiziert.

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    Ursprünglich löste der Verkaufsplan an chinesische Investoren in Damme und an den anderen Standorten in Bonn und Simmern im Hunsrück bei den Beschäftigten Alarmstimmung aus. Es gab Demonstrationen in Damme. „Hier wurden 40 000 Unterschriften gesammelt“, erinnert sich Bremer.

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