Claudio Albrecht Stada-Chef rechnet mit alter Führungsspitze ab

Stada-Chef Claudio Albrecht kritisiert den öffentlichen Machtkampf der ehemaligen Führungsspitze bei der Übernahme durch Finanzinvestoren. Die Hauptversammlung Anfang Februar könnte turbulent werden.
Kommentieren
Firmenchef Claudio Albrecht hat das Verhalten der Führung des Pharmakonzerns im letzten Sommer kritisiert. Quelle: dpa
Stada

Firmenchef Claudio Albrecht hat das Verhalten der Führung des Pharmakonzerns im letzten Sommer kritisiert.

(Foto: dpa)

Bad VilbelStada-Chef Claudio Albrecht hat den öffentlichen Machtkampf im Pharmakonzern während des Übernahmeringens im vergangenen Sommer scharf kritisiert. „Es gab einen massiven Konflikt zwischen Aufsichtsrat und Management, der in der Form auch für mich neu war. Das widerspricht eigentlich allen Führungsprinzipien“, sagte Albrecht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Es gebe weiter viele Vorwürfe gegen Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Oetker, die früheren Chefs Matthias Wiedenfels und Hartmut Retzlaff sowie Ex-Finanzchef Helmut Kraft. Albrecht versprach Aufklärung binnen eines halben Jahres. Es habe aber „keine schwerwiegenden Wirtschaftsdelikte wie Betrug oder Korruption“ gegeben, betonte er.

Bei dem Grippostad-Hersteller, der von den Finanzinvestoren Bain und Cinven übernommen wurde, hatte sich Oetker gerade mit Ex-Stada-Chef Wiedenfels beharkt. Nach dem ersten, zunächst gescheiterten Übernahmeversuch trat Wiedenfels ab, woraufhin mit Tjeenk Willink der dritte Stada-Chef binnen weniger Monate ins Amt kam. Auf dem Gipfel des Streits während der Hauptversammlung verweigerte Oetker Wiedenfels, Retzlaff und Kraft die Entlastung, da es belastbare Hinweise auf schwerwiegende Fehler gebe.

Das sind die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 10: Gilead Sciences
1 von 10

Der US-Biotechkonzern beschäftigt etwa 8.000 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Kalifornien. Bekannt wurde es vor allem durch seine „1000-Dollar-Pille“ Sovaldi, ein wirksames, aber sehr teures Mittel gegen Hepatitis C. Umsatz 2017: 28,5 Milliarden Dollar.

(Quelle: Unternehmensangaben; Financial Times; Thomson Reuters)

Platz 8: Glaxo-Smithkline
2 von 10

Die Briten sind stark im Impfgeschäft und haben Mittel gegen Depressionen und Atemwegserkrankungen im Portfolio. Der Konzern – dessen Sitz in London ist – kam 2017 auf einen Umsatz von etwa 40 Milliarden Dollar.

Platz 8: Merck & Co.
3 von 10

Ebenfalls auf dem achten Platz finden sich die Amerikaner ein, die stark im Impfgeschäft und in der Frauengesundheit sind. Zusätzlich vermarkten sie auch Medikamente für Tiere. Pharmaumsatz 2017: 40 Milliarden Dollar.

Platz 7: Sinopharm
4 von 10

Auch das chinesische Unternehmen Sinopharm (Beispielbild) hat es in die Top10 geschafft. Im Jahr 2017 konnte es insgesamt etwa 41,3 Milliarden Dollar umsetzen.

Platz 6: Bayer
5 von 10

Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 5: Sanofi
6 von 10

Die Franzosen haben eine starke Basis in Deutschland und kommen auf einen Pharmaumsatz von 43,3 Milliarden Dollar. Die wichtigsten Medikamente sind das Diabetesmittel Lantus und das Herz-Kreislaufmittel Plavix. Bekannter dürfte das Schlafmittel Stilnox sein.

Platz 4: Novartis
7 von 10

Die Schweizer sind seit dem Jahr 2014 von dem ersten Platz auf den vierten Platz abgerutscht. Rund 49,2 Milliarden Dollar konnten sie im Jahr 2017 umsetzen. Novartis ist stark bei Krebsmitteln. Bekannte Marken sind das Schmerzmittel Voltaren und das Leukämiemittel Glivec.

Der MDax-Konzern hat in Vietnam derweil seinen Anteil an einem Gemeinschaftsunternehmen verkauft, sagte Albrecht. Man werde aber noch zwei Jahre im Vertrieb zusammenarbeiten, bis ein eigener Außendienst aufgebaut sei. Mit dem asiatischen Partner war es zu Unregelmäßigkeiten bei den Geschäftszahlen gekommen.

Das Ringen um Stada ist indes noch nicht beendet: Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 2. Februar wollen Bain und Cinven einen Gewinnabführungsvertrag von den Aktionären absegnen lassen. Dafür brauchen sie die Zustimmung des US-Investors Paul Singer, der rund 15 Prozent der Anteile hält. Er hatte Stada bereits eine hohe Abfindung abgerungen und könnte neue Forderungen stellen.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Claudio Albrecht - Stada-Chef rechnet mit alter Führungsspitze ab

0 Kommentare zu "Claudio Albrecht: Stada-Chef rechnet mit alter Führungsspitze ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%