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Computer wurden mit Hammer zerstört Parmalat - Milliardenbetrug mit Schere und Scanner

Die Milliarden-Bilanzfälschung beim zahlungsunfähigen italienischen Lebensmittelriesen Parmalat soll zu einem großen Teil auf einfachste Weise mit Schere, Scanner und Faxgerät erledigt worden sein.

HB ROM. Das gehe aus ersten Aussagen beteiligter Manager hervor, wie das „Wall Street Journal Europe“ am Mittwoch unter Berufung auf Ermittler berichtete. So sei unter anderem im März die gefälschte Bestätigung zu einem Konto mit knapp vier Milliarden Euro bei der Bank Of America entstanden. Die Bank hatte vor wenigen Wochen die Existenz des Kontos dementiert und damit den Bilanzskandal losgetreten.

Für den angeblichen Brief der Bank of America soll ein Parmalat- Mitarbeiter das Logo aus einem alten Dokument ausgeschnitten und eingescannt und damit ein Fax für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton fabriziert haben. Aus einem anderen Brief sei die Unterschrift einer Bankmitarbeiterin reingeklebt worden. Dass die Wahl dabei auf die Bank Of America fiel, sei purer Zufall gewesen. Das Vorgehen sei ein gängiges Fälschungsverfahren gewesen. Außerdem sei abgezweigtes Geld als Kredite an Unternehmen des inzwischen verhafteten Firmengründers Callisto Tanzi getarnt worden, die später nur auf dem Papier zurückgezahlt worden seien.

Parmalats Ex-Finanzchef Fausto Tonna räumte vor seiner Festnahme ein, dass vier Mal jährlich „das System, falsche Dokumente zusammenzustellen“ aktiviert worden sei. Del Soldato sagte demzufolge aus, dass Papiere auf einem Computer mit einem eingespeicherten nachgeahmten Bank-of-America-Logo gefälscht worden seien. Nach Angaben eines ebenfalls festgenommenen Parmalat-Mitarbeiters ordnete Del Soldato, ebenfalls früher für die Finanzen des Konzerns zuständig, die Zerstörung des Computers mit einem Hammer an.

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