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Conti-Chef Degenhart „Wir brauchen keine kleinen Königreiche“

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Elektroautos sind noch zu teuer

Lange haben Sie vor Euphorie in Bezug auf die Marktentwicklung von E-Autos gewarnt. Haben Sie Ihre Meinung geändert?

Wir haben immer vor einem übertriebenen Hype gewarnt, die künftigen Marktchancen haben wir gleichzeitig realistisch klar gesehen. Einer aktuellen Studie nach, die wir bei den Marktforschern von Infas in Auftrag gegeben haben, sind die Kunden im Schnitt bereit, zwischen 500 Euro – in den Schwellenländern – und bis zu 1500 Euro in Europa zusätzlich auszugeben, um ein Elektroauto zu kaufen. Nimmt man die aktuellen Mehrkosten eines E-Mobils von ungefähr 10.000 Euro bleibt im Vergleich zu einem herkömmlichen Verbrennungsmotor eine gewaltige Lücke.

Klingt wenig vielversprechend…

…weil wir die Kosten nicht schnell weit genug senken können, da schlicht das Volumen fehlt. In neun Jahren rechnen wir mit einem Weltmarkt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis sechs Tonnen von rund 100 Millionen Fahrzeugen. Experten-Prognosen zufolge werden dann aber nur gut acht Prozent der Fahrzeuge voll hybridisiert sein, also Elektro- und Verbrennungsmotor kombinieren. Reine Elektrofahrzeuge dürften sogar nur drei Prozent des Volumens ausmachen. Das Volumen reicht noch nicht, um E-Autos wirtschaftlich attraktiv zu machen.

Dennoch sind Sie zuversichtlicher. Weshalb?

Das Blatt dürfte sich viel schneller als erwartet wenden: Für 2025 rechnen wir bei stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weltweit mit einer Produktion von 115 Millionen Autos und leichten Nutzfahrzeugen, vor allem getrieben von der Nachfrage in den Schwellenländern. Auf Basis verschiedener Studien und eigener Berechnungen gehen wir dann, je nach Region, von mehr als 40 Prozent Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieb aus. Davon dürfte rund ein Viertel rein elektrisch fahren. Das wären weitaus höhere Werte als bisher gedacht.

Wie kommt das?

Wir lernen schnell. Produktionskosten sinken wahrscheinlich schneller als angenommen, damit steigt die Nachfrage, was wieder die Kosten senkt. Das grundsätzliche Interesse, ein Elektroauto zu kaufen, ist ja zumindest in den entwickelten Märkten groß, das zeigt unsere Infas-Studie glasklar. Sobald die Preise deutlich sinken, gibt es also ein großes Potential an Interessenten, die tatsächlich ein E-Auto kaufen würden. Die Entwicklung wird sich in vier Phasen vollziehen…

…Phase eins prägen die aktuellen Pilotserien wie die elektrische Version des Renault Kangoo, für den Conti den Motor baut. Was kommt danach?

Die nächste Generation der Elektrofahrzeuge werden wir spätestens im Jahr 2015 sehen. Gleichzeitig steigen die Volumen erstmals deutlich. Generation drei folgt bis 2019. Dann dürften weltweit pro Jahr gut drei Millionen E-Autos auf den Markt kommen.

Die Standardisierung muss vorangetrieben werden
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